Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Cheder

Angelus aus Rechnitz

Eine (genealogische) Anfrage zu einer Familie aus Rechnitz erreichte uns aus Wien. Unsere Suche nach den Wurzeln dieser Familie erheben selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schwerpunkt lag auf den angefragten…

Eine (genealogische) Anfrage zu einer Familie aus Rechnitz erreichte uns aus Wien.
Unsere Suche nach den Wurzeln dieser Familie erheben selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schwerpunkt lag auf den angefragten Familienmitgliedern Franz Angelus, seiner Frau Vilma/Wilhelmine Weigl sowie der Ehefrau seines Onkels, Johanna Angelus, geb. Basch, die alle in der Schoa ermordet wurden.

Möglichst chronologisch:

Geni (?) Angelus, geb. 15. Juli 1890 in Vágod (= Holzschlag, Gemeinde Unterkohlstätten im Südburgenland).
Eingetragen ist die Geburt in Rechnitz.
Vater: Ignacz Angelus
Mutter: Lina Bauer

Geburtseintrag Geni (?) Angelus, 15. Juli 1890

Geburtseintrag Geni (?) Angelus, 15. Juli 1890



Schwester:

Terez Angelus, geb. 01. Juli 1892 in Vágod (= Holzschlag, Gemeinde Unterkohlstätten im Südburgenland).
Eingetragen ist die Geburt in Rechnitz.
Geheiratet David Steiner.
Vater: Ignacz Angelus
Mutter: Lina Bauer

Geburtseintrag Terez Angelus, 01. Juli 1892

Geburtseintrag Terez Angelus, 01. Juli 1892



Bruder:

Ferencz (= Franz) Angelus, geb. 27. Juli 1894.
Eingetragen ist er, so wie seine Geschwister in Rechnitz. Ob er auch in Rechnitz oder in Vágod (Holzschlag, s.o.) geboren wurde, muss offen bleiben.
Geheiratet Vilma (Wilhelmina) Weigl, geb. 26. Oktober 1899 in Oberwart, Tochter des Jozsef Weigl und der Francziska Blau.
Ferencz/Franz Angelus und Vilma/Wilhelmina Angelus, geb. Weigl, wurden in Auschwitz ermodert (Schoa-Opfer).

Vater (von Ferencz/Franz): Ignacz Angelus
Mutter (von Ferencz/Franz): Lina Bauer



Die Kinder von Franz und Wilhelmina Angelus, Rosina, geb. 15. April 1923, Carl, geb. 21. Dezember 1925 und Irene, geb. 26. Juni 1930, waren zum Zeitpunkt der Anfrage schon bekannt und werden daher hier nicht weiter erwähnt.


Auf dem selben Geburtsmatrikenblatt findet sich ein weiterer Eintrag: Samu Angelus, geb. 09. Jänner 1894, eingetragen in Rechnitz

Vater: Antal/Anton Angelus, geb. 1866, Fleischhauermeister, Sohn des Max Angelusz und der Sali Stern und Bruder von Ignacz Angelus!

Mutter: Johanna Basch, geb. 11. November 1872 in Rechnitz, Tochter des Samuel Basch und der Sali Haslinger.
Die Hochzeit von Antal/Anton Angelus(z) und Johanna Basch fand am 04. Mai 1893 in Szombathely (Steinamanger) statt.
Johanna Angelus, geb. Basch, wurde in Treblinka ermordet (Schoa-Opfer).

Samu Angelus ist daher der Cousin von Geni?, Terez und Ferencz/Franz Angelus!
Die Mutter Johanna Angelus, geb. Basch, ist folglich die Schwägerin von Ignacz Angelus, dem Vater von Geni?, Terez und Ferencz/Franz.

Weiterer Sohn von Antal/Anton Angelus und Johanna Basch sowie Bruder von Samu Angelus:

männliches Kind, totgeboren 30. Mai 1900, eingetragen in Rechnitz


Auf dem Stammbaum auf Geni.com ist Antal Angelus fälschlicherweise als Sohn von Ignacz und damit als Bruder von Geni?, Terez und Ferencz/Franz Angelus eingetragen!


Bruder (von Geni?, Terez und Ferencz/Franz Angelus):

Max (Miksa) Angelus, geb. 07. Juli 1900 in Bernstein (lt. Hochzeitseintrag in Budapest, s.u.; wir konnten allerdings die Geburt weder in Oberwart noch in Rechnitz finden!), geh. 14. Juni 1931 in Budapest Margit Freller, geb. 12. September 1900 in Szombathely, Tochter des Sándor Freller und der Eiland Serafin.
Miksa Angelus starb am 22. September 1988 in London, seine Frau Margit 1955 in Budapest (s.u.).
Tochter von Miksa und Margit Angelus: Eva Angelus, geb. 1932, gest. 1974.


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Sprinzeles Regine, geb. Hirsch 26. Juli 1877 in Mattersdorf, ermordet in der Schoa

Anlässlich des Planes, einen Gedenkstein für Regine Sprinzeles in Wien zu errichten, erreichte uns eine Anfrage zur Verifizierung ihrer Geburtsdaten. Regine Sprinzeles wurde am 12. Mai 1942 mit dem Transport…

Anlässlich des Planes, einen Gedenkstein für Regine Sprinzeles in Wien zu errichten, erreichte uns eine Anfrage zur Verifizierung ihrer Geburtsdaten.

Regine Sprinzeles wurde am 12. Mai 1942 mit dem Transport 20 von Wien nach Izbica, Krasnystaw, Lublin in Polen deportiert und in der Schoa ermordet (Schoa-Opfer in der zentralen Datenbank von Yad Vashem).

Verzeichnet als Opfer ist Regine Sprinzeles auch in der Datenbank des Dokumentationszentrums des österreichischen Widerstands, wo angegeben wird, dass sie am 26. Juli 1877 in Mattersburg geboren wurde.

Aber beginnen wir bei ihrem Schwiegervater:

Auf dem jüdischen Friedhof von Mattersdorf/-burg befand sich auch das Grab von Albert (Naftali) Sprinzeles, gest. 15. April 1884. Von diesem Grab gibt es leider nur mehr das Foto (über die Gründe berichtet unser Artikel “Die verschollenen Grabsteine“), das wir schon 2010 online stellten.

Ehefrau von Abraham (Naftali) Sprinzeles, geb. in Nikolsburg: Lina Hirsch, geb. in Mattersdorf, geh. 26. Februar 1868 in Mattersdorf:

Matrikeneintrag Hochzeit Albert Sprinzeles und Lina Hirsch, 26. Februar 1868 in Mattersdorf

Matrikeneintrag Hochzeit Albert Sprinzeles und Lina Hirsch, 26. Februar 1868 in Mattersdorf


Das Ehepaar Abraham (Naftali) Sprinzeles und Lina Hirsch hatte drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter:

Katharina Sprinzeles, geb. 08. Juli 1876 in Mattersdorf, geh. 20. April 1898 in Mattersdorf Khos Hersch Kikes, geb. 29. September 1871 in Krystynopel (polnischer Name für Tscherwonohrad, heute Ukraine), Sohn des Mendel Kikes und der Dresel N. N.
Tochter von Katharina Sprinzeles und Kohs Hersch Kikes: Helene Kikes, geb. 16. Dezember 1899 in Wien.

Bernath Sprinzeles, geb. 28. Februar 1873 in Mattersdorf

Wir konzentrieren uns aber auf Sohn Heinrich (Abraham) Sprinzeles, dem Ehemann der angefragten Regine Hirsch, verh. Sprinzeles:

Heinrich (Abraham) Sprinzeles, Religionslehrer, geb. 27. Dezember 1868 in Mattersdorf, gest. 22. Jänner 1941 im Spital der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien XVIII, Wohnadresse: Herminengasse 15, Beerdigungsdatum: 24. Jänner 1941. Die Beerdigung wurde von der IKG bezahlt:

Ehefrau von Heinrich (Abraham) Sprinzeles: Regina (Rifke) Hirsch, geb. 26. Juli 1877 in Mattersdorf, Tochter des Moritz Hirsch und der Rosi, geb. Hirsch:

Matrikeneintrag Geburt Regina Hirsch, 26. Juli 1877 in Mattersdorf

Matrikeneintrag Geburt Regina Hirsch, 26. Juli 1877 in Mattersdorf


Die Hochzeit von Heinrich (Abraham) Sprinzeles und Regina (Rifke) Hirsch fand am 20. Dezember 1905 in Mattersdorf statt:

Matrikeneintrag Hochzeit Heinrich Sprinzeles und Regina Hirsch, 20. Dezember 1905 in Mattersdorf

Matrikeneintrag Hochzeit Heinrich Sprinzeles und Regina Hirsch, 20. Dezember 1905 in Mattersdorf


Regine (Rifke) Sprinzeles, geb. Hirsch, wurde in der Schoa ermordet (s.o.)!


Heinrich (Abraham) Sprinzeles und Regine (Rifke) Hirsch hatten drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn:

Univ-Prof. Dr. Herta Sprinzeles, verh. Spencer-Laszlo, geb. 05. September 1910 in Wien. Emigration nach London, 1942 in die USA, eine der führenden Ernährungs- und Stoffwechsel-Pionierinnen der medizinischen Forschung. Herta Spencer-Laszlo starb 2007 in Riverdale, NY.
Über Herta Sprinzeles, verh. Spencer-Laszlo, mehr Informationen im Gedenkbuch für Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien. Ausführlich gewürdigt wird Herta Spencer-Laszlo als “Medical Pioneer in Human Metabolism and Nutrition” auch im “Jewish Women’s Archive” auf der Website des Jewish Welcome Service, dort allerdings mit falschem Geburtsdatum (1911 statt 1910).

Matrikeneintrag Geburt Herta Sprinzeles, 05. September 1910 in Wien

Matrikeneintrag Geburt Herta Sprinzeles, 05. September 1910 in Wien


Martha Sprinzeles, verh. Schon (Schön), geb. 02. August 1914 in Wien, Emigration nach London, geh. 1941 in London Leo Schon (Schön).
Mehr Informationen zu Martha Sprinzeles im Gedenkbuch für Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien.

Matrikeneintrag Geburt Martha Sprinzeles, 02. August 1914 in Wien

Matrikeneintrag Geburt Martha Sprinzeles, 02. August 1914 in Wien


Dr. Emil Sprinzeles, später Lehmann, Namensänderung am 30. Juni 1932 von Sprinzeles in Lehmann, geb. 06. August 1907 in Mattersdorf, geh. 04. Juni 1933 in Wien Marianne Färber, Tochter des Gustav Färber und der Gisella Manaberger. Die Ehe wurde am 09. Dezember 1940 geschieden. Emigration über London in die USA, gest. 1999.
Hier ein “Oral history interview with Dr. Emil Lehmann“, aufgenommen etwa 1979 (Audio, englisch/deutsch)!


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Goldstein Dr. Eduard – 26. Jänner 1922

Dr. Eduard (Elijahu) Goldstein, 26. Tevet 682 (= Donnerstag, 26. Jänner 1922) Der Grabstein befindet sich auf dem jüdischen Friedhof von Frauenkirchen. Die Grabinschrift Inschrift Eduard Goldstein: Zeilengerechte Transkription und…

Dr. Eduard (Elijahu) Goldstein, 26. Tevet 682 (= Donnerstag, 26. Jänner 1922)

Der Grabstein befindet sich auf dem jüdischen Friedhof von Frauenkirchen.

Grabstein Dr. Eduard (Elijahu) Goldstein, 26. Jänner 1922. Foto: Dr. Herbert Brettl

Grabstein Dr. Eduard (Elijahu) Goldstein, 26. Jänner 1922. Foto: Dr. Herbert Brettl


Die Grabinschrift

Inschrift Eduard Goldstein: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ”נ
[2] der Weise, der Arzt, MORENU Elijahu, a(uf ihm sei) d(er Friede), החכם הרופא מוה אליהו עה
[3] der genannt wurde הנקרא
[4] Dr. Eduard Goldstein. ד”ר עדוארד גאלדשטיין
[5] Dr. Eduard Goldstein
[6] Er verstarb נפטר
[7] am 26. Tevet 682. כ”ו טבת ת’ר’פ’ב’
[8] Wie Diademsteine, die funkeln über seinem Erdreich, אבני נזר מתנוססות על אדמתו
[9] war er Tag und Nacht zu Diensten den Seufzenden und Stöhnenden, לילה ויום הכן לעזר נאנחים ונאנקים
[10] Ob reich oder arm, die an Krankheit Leidenden waren ihm Verpflichtung. יחד עשיר ואביון סובלי חולאים לחקים
[11] Sie werden ihre Zeugen stellen, “gepriesen sei er”, werden sie von ihm sagen. הם יתנו עידיהן ברוך יאמרו לעומתו
[12] Man sagte, er möge in Frieden eingehen und seine Ruhe möge Ehre sein. ויקראו יבא שלום והיתה כבוד מנוחתו
[13] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת’נ’צ’ב’ה’
[14] Der Name seiner Mutter war Sarl. ושם אמו שרל


Anmerkungen

Zeile 2: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 8: Sacharja 9,16: “So wird der HERR, ihr Gott, sie an jenem Tag retten als die Herde seines Volkes. Denn Steine an seinem Diadem sind sie, die über seinem Land funkeln.”

Zeile 9: Ezechiel 9,4. Gravurfehler: Es muss ונאנקים und nicht ונאנלים heißen!

Zeile 10a: Psalm 49,3 “… Reiche und Arme zusammen” יחד עשיר ואביון.
10b: S. Babylonischer Talmud, Traktat Sanhedrin 98a: “Er sitzt zwischen den mit Krankheiten behafteten Armen” יתיב ביני עניי סובלי חלאים.

Zeile 11: S. Jesaja 43,9 “Sie sollen ihre Zeugen stellen” יתנו עדיהם.
Mir ist nicht klar, warum עידיהן und nicht עידיהם.

Zeile 8 – 12: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Elijahu).


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Goldstein August – 23. Juli 1901

August (Mose) Goldstein, 26. Tevet 682 (= Dienstag, 23. Juli 1901) Der Grabstein befindet sich auf dem jüdischen Friedhof von Frauenkirchen. Die Grabinschrift Inschrift August Goldstein: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung…

August (Mose) Goldstein, 26. Tevet 682 (= Dienstag, 23. Juli 1901)

Der Grabstein befindet sich auf dem jüdischen Friedhof von Frauenkirchen.

Grabstein August (Mose)  Goldstein, 23. Juli 1901. Foto: Dr. Herbert Brettl

Grabstein August (Mose) Goldstein, 23. Juli 1901. Foto: Dr. Herbert Brettl


Die Grabinschrift

Inschrift August Goldstein: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ”נ
[2] ein teurer Sohn, der unverheiratete Mann בן יקיר הבחור
[3] Mose (August) משה (אויגוסט)
[4] Goldstein, גאלדשטיין
[5] a(uf ihm sei) F(riede). ע”ה
[6] Er verstarb am 7. Av und wurde begraben a(m) 9. A(v) נפטר ז’ אב ונקבר בט”ב
[7] im Jahr 661 n(ach der kleinen Zeitrechnung). בשנת תרס”א ל.
[8] Wie hast du nur so schnell finden können ein Grab noch als Jüngling. מה זה מהרת למצא קבר בעודך נער
[9] Im Haus deiner Eltern ist das Tor zu Trümmern geschlagen. לילה ויום הכן לעזר נאנחים ונאנקים
[10] Du liegst wie ein Siegel auf ihren Herzen, dein Lager ist frisches Grün. יחד עשיר ואביון סובלי חולאים לחקים
[11] In der Finsternis breitet sich dein Lager aus und es wird ausgerufen: בחשך רפד יצועך ויעבר הרנה
[12] Hoffe auf Gott, denn wir werden ihn noch preisen. Steh auf und leuchte הוחילה לאלקים עוד תודנו קומי אורי
[13] in Seinem Licht und Seiner Wahrheit, wenn du in die Höhe auffährst. באורו ואמתו כעת במרום תמריאי
[14] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת’נ’צ’ב’ה’
[15] Der Name seiner Mutter ist Mirjam. ושם אמו מרים


Anmerkungen

Zeile 8: Genesis 27,20 מה זה מהרת….

Zeile 9: Jesaia 24,12 …ושאיה יחת שער. Wortumstellung wegen des Reimes.

Zeile 10a: S. Hohelied 8,6 “Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz שימני כחותם על לבך….
10b: S. Hohelied 1,16: “…Unser Lager ist frisches Grün” …אף ערשנו רעענה:.

Zeile 11a: S. Ijob 17,13 “…In der Finsternis breite ich mein Lager aus.” בחשך רפדתי יצועי:. Ich hätte in der Grabinschrift beim Verb auch eher eine 2. Person erwartet, also “du breitest aus…”. “Er breitet dein Lager aus” würde nur Sinn machen, wenn Gott das Subjekt wäre, daher oben reflexiv übersetzt.
11b: 1 Könige 22,36 ויעבר הרנה.

Zeile 12a: S. besonders Psalm 42,6; 42,12 und 43,5: “Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen…” הוחילי לאלהים כי עוד אודנו. Nur am Rande sei angemerkt, dass die Formulierung עוד תודנו exakt wie in der Grabinschrift in dem Gedicht קברות התאוה des großen Dichters der Haskala, Jehuda Leib Gordon, vorkommt.
12b: Jesaja 60,1 קומי אורי….

Zeile 13b: Ijob 39,18: כעת במרום תמריא. Im Bibeltext ist תמריא allerdings 3. f sg (Wenn sie – die Straußenhenne – aufschnellt…), in der Grabinschrift ist das Verb natürlich als 2. m sg zu lesen “du fährst auf”.

Zeile 8, 10 und 12: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Mose).


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Aaronitischer Segen

Eine kleine Anfrage erreichte uns aus Salzburg. Die Dame hatte ein Amulett geschenkt bekommen und möchte gerne wissen, welcher Text sich darauf befindet. Die Inschrift Inschrift Amueltt Priestersegen: Zeilengerechte Transkription…

Eine kleine Anfrage erreichte uns aus Salzburg. Die Dame hatte ein Amulett geschenkt bekommen und möchte gerne wissen, welcher Text sich darauf befindet.

Amueltt mit dem Priestersegen

Amueltt mit dem Priestersegen


Die Inschrift

Inschrift Amueltt Priestersegen: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Es segne (dich) יברך
[2] der HERR יהוה
[3] und behüte dich. וישמרך
[4] Der HERR lasse leuchten יאר יהוה
[5] sein Angesicht פניו
[6] über dir אליך
[7] und behüte dich. ויחנך
[8] Der HERR erhebe ישא יהו[ה]
[9] sein Angesicht über [dich]. פניו אלי[ך]
[10] und gebe d[ir] וישם ל[ך]
[11] Frieden. שלום


Anmerkungen

Es handelt sich um den sogenannten aaronitischen Segen (auch “Priestersegen”), hebr. בִּרְכַּת כֹּהֲנִים, den Gott dem Mose geoffenbart hat (Numeri 6,24).

Der Segen ist in althebräischer Schrift geschrieben, in der es keine Finalbuchstaben gibt. Finales Kaf ך und finales Mem ם werden aber oben in der Transkription geschrieben.

Das Amulett ist den Silberrollen von Ketef Hinnom, zwei winzigen Schriftrollen aus fast reinem Silber aus dem 7. Jahrhundert v.u.Z. nachempfunden, auf denen sich die älteste Form des aaronitischen Segens befindet.

Bis auf zu vernachlässigende Kleinigkeiten ist der Bibeltext auf dem Amulett wörtlich wiedergegeben:

Zeile 1: Das zweite (finale) Kaf, das die Rolle des Suffixes der 2. Person mask sing hat, fehlt: יברך statt יברכך.

Zeile 10: Es ist für mich nicht sicher festzustellen, ob das ו (im Bibeltext: וישם) geschrieben ist oder nur ישם.


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Wirth Eduard / Wirth Karoline – 23. April 1892 / 18. Juli 1917

Eduard (Menachem) Wirth / Karoline (Ginendel) Wirth, 26. Nisan 652 / 28. Tammus 677 (= Schabbat, 23. April 1892 / Mittwoch, 18. Juli 1917) Der Grabstein befindet sich auf dem…

Eduard (Menachem) Wirth / Karoline (Ginendel) Wirth, 26. Nisan 652 / 28. Tammus 677 (= Schabbat, 23. April 1892 / Mittwoch, 18. Juli 1917)

Der Grabstein befindet sich auf dem Zentralfriedhof Wien, Tor 1.

  • Grabstein Wirth Eduard / Karoline - 23. April 1892 / 18. Juli 1917
  • Grabstein Wirth Eduard / Karoline - 23. April 1892 / 18. Juli 1917


Die Grabinschrift

Inschrift wirth: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen). פט
[2] Zeugin sei diese Stele und Zeuge dieser Hügel, dass unter ihnen ruhen sie, unsere guten עד המצבה ועד הגל הזה השוכבים תחתיו הם אבותינו
[3] Väter (= Eltern). הטובים
[4] Unser guter Vater mühte und plagte sich zu tun אבינו הטוב יגע וטרח לעשות
[5] Gutes für die Armen und Bedürftigen. E(s ist) d(er) Weise, טובות לעניים ודלים הה החכם
[6] der Gepriesene, המהולל
[7] d(er ehrbare) H(err) Menachem Wirth. כ”ה מנחם ווירטה
[8] Am h(eiligen) Sch(abbat), dem 26. Nisan 652 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ביום ש”ק כ”ו ניסן תרנב לפ”ק
[9] ———— —————
[10] Und unsere gute Mutter streckte (ihre Hände) nach dem (Spinn)-Rocken und ihre Hand fasst ואמינו הטובה שלחה בכישור וכפה תמכה
[11] die Spindel um zu erziehen die Kinder ihres Hauses mit großer Ehre, sie, פלך לפרנס את בי ביתו בכבוד גדול היא
[12] die Bescheidene, הצנועה
[13] Frau Ginendel Wirth. מרת גנענדל ווירטה
[14] Am Tag 4 (= Mittwoch), 28. Tamus 677 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ביום ד’ כ”ח תמוז תרעז לפ”ק
[15] I(hre) S(eelen) m(ögen eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת’נ’צ’ב’ה’


Anmerkungen

Zeilen 10 und 11: S. Sprüche 31,13 und 31,19.


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