Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Ebenfurth

Elieser, Sohn des Abraham Mose – 11. Dezember 1622

Elieser, Sohn des Abraham Mose, 08. Tevet 383 (= Sonntag, 11. Dezember 1622) Die Grabinschrift Elieser 1622: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung ’ [1] Heute ist Sonntag, der 8. Tag im…

Elieser, Sohn des Abraham Mose, 08. Tevet 383 (= Sonntag, 11. Dezember 1622)

Grabstein Elieser, Sohn des Abraham Mose, 08. Tevet 383 = Sonntag, 11. Dezember 1622

Grabstein Elieser, Sohn des Abraham Mose, 08. Tevet 383 = Sonntag, 11. Dezember 1622



Die Grabinschrift

Elieser 1622: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Heute ist Sonntag, der 8. Tag im Monat היום יום א ח ימים בחדש
[2] Tevet 383 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). Es ging in seine Welt טבת שפג לפק הלך לעולמ’
[3] Elieser, S(ohn des) H(errn) Abraham Mose, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). אליעזר ב”ר אברהם משה ז”ל
[4] Hier ist geborgen ein rechtschaffener und getreuer Mann, פה נטמן איש ישר ונאמן
[5] wie Kalkol, Darda, Heman [und Etan]. ככלכל ודרדע והימן [ואיתן]
[6] Sein Gebet verrichtete er in Andacht, er beschäftigte sich ותפלתו עשה בכון ועסק
[7] mit der Tora und mit Liebeswerken. בתורה ובגמילות חסדים
[8] Von seinem Brot gab er den Bedürftigen und Armen. מפתו נתן לאביונים ולענים
[9] Sein Verdienst wird auf ewig bestehen, bis zum Kommen זכותו יעמד לעד עד ביאת
[10] des Sohnes Davids. S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). בן דוד ת”נ”צ”ב”ה”


Anmerkungen

Zeile 3: Ligatur von א und ל in אליעזר.

Zeile 5: 1 Könige 5,11 und 1 Chronik 2,6 איתן (הזרחי) והימן וכלכל ודרדע “(Und er [Salomon] war weiser als alle Menschen, auch weiser als) Etan, (der Esrachiter,) Heman, Kalkol und Darda, (die Söhne Mahols, und war berühmt unter allen Völkern ringsum). איתן “Etan” bedeutet auch “stark, kräftig”, הימן “Heman” ist in der Bibel mehrfach belegt als berühmter Weiser und als leivitischer Sänger (z.B. Psalm 88,1). Jedenfalls soll das Zitat zweifelsohne die große Weisheit von Elieser belegen.

Sehr wahrscheinlich ist das letzte Wort der Zeile “Etan”. Obwohl nur das ו und das ן zu sehen sind, legt es der Bibelvers nahe. Im babylonischen Talmud und bei Raschi wird Etan mit Abraham gleichgesetzt, etwa Traktat Bava Batra 15a, wo es heißt: איתן האזרחי זה הוא אברהם “Etan, der Esrachiter, das ist Abraham” (Danke Claudia Markovits Krempke für den Hinweis!). Elieser ist der Sohn von Abraham!

Ob die kunstvolle Verzierung eine Mehrfachligatur (von אית) ist, kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen. Die Verzierung sieht aus wie die heraldische Lilie. Ob in diesem Fall dann damit Eigenschaften wie “ritterlich” etc. assoziiert werden sollen oder ob sie als Symbol für Wohlstand und Reichtum steht, muss hier ebenfalls offen bleiben.

Zeile 6: Mit בכון kann nur בכוונה gemeint sein.


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Horwitz Schöndel – 10. Mai 1645

Schöndel Horwitz, Tochter des [David], 14. Ijjar 405 (= Mittwoch, 10. Mai 1645) Die Grabinschrift horwitz 1645: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] […] […] [2] […] […] [3] […] […]…

Schöndel Horwitz, Tochter des [David], 14. Ijjar 405 (= Mittwoch, 10. Mai 1645)

Grabstein Schöndel Horwitz, Tochter des [David}, 14. Ijjar 405 = Mittwoch, 10. Mai 1645

Grabstein Schöndel Horwitz, Tochter des [David}, 14. Ijjar 405 = Mittwoch, 10. Mai 1645



Die Grabinschrift

horwitz 1645: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] […] […]
[2] […] […]
[3] […] […]
[4] […] ש[…] [ב…] [מ…]
[5] Sie war verständig, Frau Schön- היתה נבונה מרת שינ
[6] del, Tochter d(es Herrn), H(errn) [David], [s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden)], דל בת הרר [דוד זל]
[7] Ehefrau d(es Herrn), H(errn) […] אשת הרר […]
[8] Segal Horwitz. Sie verstar[b] סגל הורוויץ ונפט[“]
[9] am Mittwoch, 14. der Tage d(es Monats) ביום ד” י”ד ימים ל”
[10] Ijjar 405 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). Und auch אייר ת”ה ל”פ”ק” וגם


Anmerkung:

Zeile 10b: וגם “Und auch” ist ziemlich deutlich zu lesen. Müsste etwa weitergehen “wurde sie begraben an diesem Tag”, “wurde sie begraben im selben Monat am …” o.Ä.


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David, Sohn des Isak – 14. Februar 1658

David, Sohn des Isak, 11. Adar 418 (= Donnerstag, 14. Februar 1658) Die Grabinschrift David 1658: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1?] Hier [ist geborgen] פה [טמון] [2] der Überragende in…

David, Sohn des Isak, 11. Adar 418 (= Donnerstag, 14. Februar 1658)

Grabstein David, Sohn des Isak, 11. Adar 418 = Donnerstag, 14. Februar 1658

Grabstein David, Sohn des Isak, 11. Adar 418 = Donnerstag, 14. Februar 1658



Die Grabinschrift

David 1658: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1?] Hier [ist geborgen] פה [טמון]
[2] der Überragende in der Tora האלוף בתורה
[3] und i(n guten) W(erken), der Selige, ובמעט המנוח
[4] der MORENU, H(err) David, Sohn כמוה”רר דוד בן
[5] d(es ehrbaren) H(errn), H(errn) Isak, d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden). הר”ר יצחק זצ”ל
[6] Er ging in seine Welt והלך לעולמו
[7] am 11. Adar ביום י”א אדר
[8] 418 n(ach der) [k(leinen) Z(eitrechnung)]. תח”י ל[פ”ק]


Anmerkungen

Zeile 2: Ligatur von א und ל in האלוף.

Zeile 4: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 8: Es kann eigentlich nur “418” sein, da bei jeder anderen Zahl zwischen 11 und 19 das י an erster Stelle geschrieben wird. Bei 18 aber soll das Wort “du mögest leben” assoziiert werden.


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Feierl / Peierl, Tochter des Menachem – 24. Februar 1658

Feierl / Peierl, Tochter des Menachem, 21. Adar (I) 418 (= Sonntag, 24. Februar 1658) Die Grabinschrift F/Peierl 1658: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Hier פה [2] ist geborgen die…

Feierl / Peierl, Tochter des Menachem, 21. Adar (I) 418 (= Sonntag, 24. Februar 1658)

Feierl, Tochter des Menachem, 18. Adar (I) 418 = Sonntag, 24. Februar 1658

Feierl / Peierl, Tochter des Menachem, 18. Adar (I) 418 = Sonntag, 24. Februar 1658



Die Grabinschrift

F/Peierl 1658: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier פה
[2] ist geborgen die fromme Frau, טמונה אשה חסודה
[3] F(rau) F/Peierl, T(ochter) des MORENU מ” פייאריל ב”מ”הר”ר
[4] Menachem, d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden). 21. מנחם ז’צ’ל’ ך’א’
[5] Adar 418 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). אדר תחי לפק


Anmerkungen

Zeile 3: “Feierl” oder “Peierl”, zu erwarten wäre eher פייארל.
“Peierl” würde von פרי “Frucht” kommen und also etwa “kleine Frucht” bedeuten. Danke Claudia Markovits Krempke für den Hinweis!

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 4: Die “Zehnerzahl” des Tagesdatums wird mit Final-Kaf geschrieben, wohl um anzuzeigen, dass die Buchstabenkombination als Wort, und zwar von links nach rechts, gelesen werden soll: אך “Ach!”.

Zeile 5: Im Jahr 418 gab es sowohl Adar I als auch Adar II. Hier wird Adar I nicht explizit angezeigt mit אדר א oder אדר ראשון.

Die Jahreszahl 418 soll auch als Wort gelesen werden, nämlich “Du mögest leben”.


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Mose Mordechai Halevi – 09. Oktober 1650

Mose Mordechai Halevi, 14. Tischre 611 (Erev Sukkot) (= Sonntag, 09. Oktober 1650) Die Grabinschrift Mose Mordechai 1650: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1?] [H(ier liegt) b(egraben)] [פ”נ] [2] der MORENU…

Mose Mordechai Halevi, 14. Tischre 611 (Erev Sukkot) (= Sonntag, 09. Oktober 1650)

Grabstein Mose Mordechai Halevi, 14. Tischre 611 (Erev Sukkot) = Sonntag, 09. Oktober 1650

Grabstein Mose Mordechai Halevi, 14. Tischre 611 (Erev Sukkot) = Sonntag, 09. Oktober 1650



Die Grabinschrift

Mose Mordechai 1650: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1?] [H(ier liegt) b(egraben)] [פ”נ]
[2] der MORENU Mose Mor[de]chai מהרר משה מר[ד]כי
[3] Halev(i). Er ging in seine Welt am Vorabend von הלו’ הלך לעולמו ערב
[4] Sukko(t) d(es Jahres) 411 n(ach der kleinen Zeitrechnung). S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(ns Bündel) d(es Lebens). סוכו’ שת”יא ל” תנצבה


Anmerkungen

Zeile 1: Wird nur der Übersichtlichkeit halber als Zeile 1 bezeichnet, weil wir nicht wissen wieviele Zeilen oberhalb der noch in Bruchteilen vorhandenen 1. Zeile sich ursprünglich befunden haben.

Zeile 2: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


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Mati, Tochter des Jakob Uri – 27. November 1658

Mati, Tochter des Jakob Uri, 01. Kislev 419 (= Mittwoch, 27. November 1658) Die Grabinschrift Mati 1658: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Hier פה [2] ist geborgen die angesehene טמונה…

Mati, Tochter des Jakob Uri, 01. Kislev 419 (= Mittwoch, 27. November 1658)

Grabstein Mati, Tochter des Jakob Uri, 2. Neumondtag Kislev = 01. Kislev 419 = Mittwoch, 27. November 1658

Grabstein Mati, Tochter des Jakob Uri, 2. Neumondtag Kislev = 01. Kislev 419 = Mittwoch, 27. November 1658



Die Grabinschrift

Mati 1658: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier פה
[2] ist geborgen die angesehene טמונה אשה
[3] Frau, Frau חשובה מרת
[4] Mati, Tocher des Jakob מטי בת יעקב
[5] Uri, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). Sie verstarb אורי ז”ל ונפטר”
[6] am 2. N(eumond)t(ag) Kislew 419. בר”ח כסליו ת”י”ט”


Anmerkungen

Zeile 3: Babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 59b אשה חשובה u.a.

Zeile 5: Der Segenswunsch “sein Andenken möge bewahrt werden” zeigt, dass der Vater zum Zeitpunkt des Ablebens seiner Tochter bereits verstorben war.


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