Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Kobersdorf

Holzer Sissel – 12. November 1890

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Sissel Holzer, 01. Kislew 651 (= Mittwoch Abend, 12. November 1890) Die Grabinschrift Inschrift Sissel Holzer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) b(egraben) die angesehene…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Sissel Holzer, 01. Kislew 651 (= Mittwoch Abend, 12. November 1890)

Grabstein Sissel Holzer, 01. Kislew 651 = Mittwoch Abend, 12. November 1890

Grabstein Sissel Holzer, 01. Kislew 651 = Mittwoch Abend, 12. November 1890



Die Grabinschrift

Inschrift Sissel Holzer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) b(egraben) die angesehene Frau, Frau פ”נ אשה חשובה מרת
[2] Sissel, זיסל
[3] Ehefrau d(es ehrbaren) H(errn) Beer Löb Holzer. אשת כ”ה בער ליב האלצר
[4] I(hre Seele) g(ing hinweg) am N(eumond)t(ag), 1. Kislew 651 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נ”י יום ר”ח א כסלו תרנא לפ”ק
[5] Dies ist ihr Anteil von all ihrer Mühe. זאת חלקה מכל עמלה
[6] Ihre Hände streckte sie nicht in Falschheit aus. ידיה בעולה לא שלחה
[7] Sie unterstütze die Armen von ihrer Handes Mühe. סמכה עניים מיגיע כפה
[8] Um ihretwegen weinten bitterlich alle, die sie liebten. למענה יבכיון כל אוהביה
[9] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 8: Jesaja 33,7 יבכיון.


Biografische Notizen

Sissel Holzer, geb. ca. 1806 in Kobersdorf, Private, wohnhaft: Kobersdorf 176, Witwe, gest. 01. Kislew 651 = Mittwoch Abend 18 Uhr, 12. November 1890 mit 84 Jahren an Auszehrung

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Sissel Holzer, 12. November 1890

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Sissel Holzer, 12. November 1890


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Holzer David – 15. Februar 1897

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf David Holzer, 13. Adar I 657 (= Montag, 15. Februar 1897) Die Grabinschrift Inschrift David Holzer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Ein Stein des Gedenkens. אבן…

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David Holzer, 13. Adar I 657 (= Montag, 15. Februar 1897)

Grabstein David Holzer, 13. Adar I 657 = Montag, 15. Februar 1897

Grabstein David Holzer, 13. Adar I 657 = Montag, 15. Februar 1897



Die Grabinschrift

Inschrift David Holzer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Ein Stein des Gedenkens. אבן זכרון
[2] Hier liegt begraben ein teurer und erhabener Mann, פה נקבר איש יקר ונעלה
[3] betagt, geehrt und sein Name war gut, זקן מכובד ושמו הטוב היה
[4] der unverheiratete Mann, H(err) David Holzer, a(uf ihm sei d(er Frieden). החבר ר דוד האלצער ע”ה
[5] Er verstarb am 13. Adar I נפטר ביום יג אדר ראשון
[6] des Jahres 657 n(ach der kleinen Zeitrechnung). שנת תרנז ל”
[7] David handelte einsichtig auf seinem Weg. דוד השכיל את דרכו
[8] Auch seine Angehörigen leitete er auf seinem Weg. וגם בני ביתו הדריך בדרכו
[9] Die Worte der (Gottes)furcht träufelte er ihnen ein. דברי יראה הטיף למו
[10] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Generell fällt auf, dass viele Buchstaben in der Inschrift sehr ungenau, tw. falsch graviert wurden (s. bes. Zeile 8 הדרין statt הדריך).

Zeile 3: Unsauberes Hebräisch. Der Sinn des Satzes ist klar, aber der Artikel ה bei הטוב macht keinen Sinn.

Zeile 7: S. Psalm 36,4 להשכיל להיטיב “…verständig zu handeln, Gutes zu tun”.

Zeile 7-9: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben der Zeilen ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (David).


Biografische Notizen

David Holzer, unverheiratet, gest. 13. Adar I 657 = Montag, 15. Februar 1897. Leider nicht im Sterbebuch Kobersdorf gefunden.


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Gerstl Jonas – 03. April 1937

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Jonas (Jona) Gerstl, Letzter Tag von Pesach 697 (= 8. Tag Pesach = 22. Nisan = Schabbat, 03. April 1937) Die Grabinschrift Inschrift Jona Gerstl: Zeilengerechte…

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Jonas (Jona) Gerstl, Letzter Tag von Pesach 697 (= 8. Tag Pesach = 22. Nisan = Schabbat, 03. April 1937)

Grabstein Jona Gerstl, Letzter Tag Pesach = 8. Tag Pesach = 22. Nisan 697 = Schabbat, 03. April 1937

Grabstein Jona Gerstl, Letzter Tag Pesach = 8. Tag Pesach = 22. Nisan 697 = Schabbat, 03. April 1937



Die Grabinschrift

Inschrift Jona Gerstl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) b(egraben) פ”נ
[2] ein himmelsfürchtiger Mann, איש ירא שמים
[3] d(er ehrbare) H(err) Jona Gerstl. כ”ה יונה גערסטל
[4] Er ließ das Leben wie alles Lebende im Alter von 63 Jahren שבק חיים לכל חי בן ששים ושלשה שנה
[5] am letzten Tag von Pesach 697 n(ach der kleinen Zeitrechnung). ביום אכרון של פסח תרצ”ז ל”
[6] Jona stieg auf zur Höhe. יונה עלה למרום
[7] Er wandelte auf dem Weg der Tora. והלך בדרך התורה
[8] Seine Seele stieg auf nach Oben. נשמתו עלה למעלה
[9] Seine Kinder werden sich an seinen Taten orientieren. הרי בניו יעשו במעשיו
[10] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 4: Babylonischer Talmud, Traktat Berachot 61b לא שביק מר חיי לכל בריה “Der Meister lässt ja keinem Geschöpf das Leben”. Das ist die Antwort von Abajje auf Raba, der sagte “Wir zum Beispiel sind Mittelmäßige”. Gemeint ist, wenn Raba nur zu den Mittelmäßigen gehören sollte, gäbe es überhaupt keinen vollkommenen Gerechten.
Mit dieser euphemistischen Umschreibung für das Sterben wird Sarl Bauer als vollkommen Gerechte bezeichnet.

Zeile 6-9: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben der Zeilen ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Jona).


Biografische Notizen

Jonas (Jona) Gerstl, geb. sehr wahrscheinlich 29. November 1874 in Kobersdorf, gest. am letzten Tag von Pesach = 8. Tag von Pesach = 22. Nisan 697 = Schabbat, 03. April 1937 mit 63 Jahren (leider nicht gefunden im Sterbebuch Kobersdorf)

Eintrag Geburtsbuch Jonas Gerstl, 29. November 1874

Eintrag Geburtsbuch Jonas Gerstl, 29. November 1874



Vater: Moritz (Mose) Gerstl, gest. 07. April 1924, begraben am jüdischen Friedhof Kobersdorf
Mutter: Bety Hirschl


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Zwebner Leni, geb. Spitz – 20. März 1863

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Leni (Rebekka Lea) Zwebner, geb. Spitz, 29. Adar 623 (= Freitag, 20. März 1863) Die Grabinschrift Inschrift Leni Zwebner: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Das זאת…

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Leni (Rebekka Lea) Zwebner, geb. Spitz, 29. Adar 623 (= Freitag, 20. März 1863)

Grabstein Leni (Rebekka Lea) Zwebner, 29. Adar 623 = Freitag, 20. März 1863

Grabstein Leni (Rebekka Lea) Zwebner, 29. Adar 623 = Freitag, 20. März 1863



Die Grabinschrift

Inschrift Leni Zwebner: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Das זאת
[2] ist das Grabmal der wohltätigen Rabbinersgattin, F(rau) מצבת קבורת הרבנית הצדקת מ’
[3] Rebekka Lea, רבקה לאה
[4] Tochter des Rabbiners, des überragenden בת הרב הגאון
[5] MORENU Aron Spitz, d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden), מו”ה אהרן שפיטץ זצ”ל
[6] und Ehefrau des Rabbiners, des überragenden ואשת הרב הגאון
[7] MORENU Abraham Shag, V(orsitzender) d(es rabbinischen) G(erichtshofes) von hier. מו”ה אברהם שאג אב”ד דפה
[8] Wie köstliches Öl ist ihr guter Name, Glanz und Pracht sind ihr Gewand. שמן תורק שמה הטוב ועוז והדר לבושה
[9] Sie verstarb a(m Vorabend) d(es heiligen) Sch(abbat), 29. Adar נפטרה עש”ק כ”ט אדר
[10] 623. תרכ”ג
[11] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Die Grabinschrift von Leni Zwebner wurde 1928 von Leopold Moses im Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft publiziert.

Zeile 5 und 7: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 8a: S. Hohelied 1,3 שמן תורק שמך.

Zeile 8b: Sprüche 31,25 עוז והדר לבושה.


Biografische Notizen

Leni (Rebekka Lea) Zwebner, geb. Spitz ca. 1783, gest. 29. Adar 623 = Freitag, 20. März 1863 in Kobersdorf mit 83 Jahren an Brustschwäche (= Lungenschwäche).

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Leni (Rebekka Lea) Zwebner, geb. Spitz, 29. Adar 623 = Freitag, 20. März 1863

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Leni (Rebekka Lea) Zwebner, geb. Spitz, 29. Adar 623 = Freitag, 20. März 1863



Vater: Rabbiner Aron ha-Levi Spitz. Er war 13 Jahre Rabbiner in Prossnitz (Mähren) und zuletzt in Holíč (Slowakei). Gestorben Oktober 1816? oder 1817.

Ehemann: Rabbiner Abraham Zwebner (Shag), geb. 17. April 1801, gest. 25. März 1876 in Jerusalem. “Shag” oder “Shog” war der Vulgoname nach dem im jüdischen Volksmund so genannten Aufenthaltsort seines Vaters, Rabbiner Jehuda Löb Shag bzw. Shog, Ipolyság.

Mehr Informationen zum Ehemann, Rabbiner Abraham Shag Zwebner, in unserem Blogartikel “Die ehemalige Synagoge in Kobersdorf“.


Töchter:

Mirjam Zwebner

Hindel Zwebner

Söhne:

Jehuda Löb Zwebner

Issachar Ber Zwebner

Aron Zwebner


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Brück(ner) Baruch – 26. April 1846

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Baruch Brück(ner), 30. Nisan 606 (= 1. Neumondtag Ijjar = Sonntag, 26. April 1846) Die Grabinschrift Inschrift Baruch Brück: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Hier ist…

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Baruch Brück(ner), 30. Nisan 606 (= 1. Neumondtag Ijjar = Sonntag, 26. April 1846)

Grabstein Baruch Brück(ner), 30. Nisan 606 (= 1. Neumondtag Ijjar = Sonntag, 26. Arpil 1846)

Grabstein Baruch Brück(ner), 30. Nisan 606 (= 1. Neumondtag Ijjar = Sonntag, 26. Arpil 1846)



Die Grabinschrift

Inschrift Baruch Brück: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier ist begraben der teure und prachtvolle Mann, d(er ehrbare) H(err) פה נקבר האיש היקר והמפואר כה
[2] Baruch, ברוך
[3] S(ohn des) e(hrbaren Herrn) Mose Brückner, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden), בה משה בריקנער זל
[4] der in gutem Ruf verstarb a(m) Sonntag, 1. N(eu)m(ond)tag Ijjar 606 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). שנפטר בשם טוב ביו’ א א דרח אייר תרו לפק
[5] Dein Augapfel lasse nicht ab, denn hier ruht ein Mann, בת עינך אל תדום כי פה איש ינוח
[6] beliebt bei allen seinen Brüdern; er war für sie wie eine Krone. רצוי לרוב אחיו והיה להם לעטרה
[7] Ach, und nun ist er nicht mehr, es flog weg von uns der Geist, ועתה אהה ואין ויעף ממנו הרוח
[8] denn gepflückt wurden die Tage seiner Blüte wie mit einem gemieteten Schermesser. כי נקטפו ימ אבו כבתער השכירה
[9] Ein Sohn wie ein junger Fruchtbaum, lieblich und liebenswürdig war er von jeher alle seine Tage. בן פרת חמד ונעים היה מימי עדנו
[10] Wie uralte Berge und wie eine hochaufragende Mauer raffte er auf כהררי עד ובחומה נשגבה התאושש
[11] die verborgenen Schätze seines Verstandes um seinem Herrn gefällig zu sein, מכמני שכלו להתרצות פני אדונו
[12] mit seinem ganzen Geschick dem Geschlagenen zu helfen. שכל בחכמתו לעזור את המתרושש
[13] Er bereitete die Lehre Gottes auf und legte sie in Weisheit aus. הכין תורת אלקים מפורש בחכמה
[14] In Handel und Geschäft wandelte er in Lauterkeit und nicht um ihrer selbst willen. בסחר ורכיל הלך בתום ולא בעדמה
[15] Er eilte schnell wie der Hirsch in die Synagoge um mit Gesang zu lobpreisen. רץ כצבי למקדש מעט להודות בזמרה
[16] Er arbeitete sich stets durch die Gebote G(ottes), um sie haargenau zu erfüllen. יחתר תמיד במצות ה לקלע אל השערה
[17] G(ott), lass ihn doch zu dir und er möge geborgen sein im Schutze deiner Flügel. קרב נא ה אותו ויחכה בסתר כנפיך
[18] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkung

Zeile 4: Vgl. Babylonischer Talmud, Traktat Berachot 17a “…Heil dem, der … mit gutem Namen gestorben ist …” ‎…אשרי…שנפטר בשם טוב; vgl. auch babylonischer Talmud, Traktat Avot II,8 “…hat er einen guten Namen erworben, hat er etwas für sich erworben” …קנה שם טוב, קנה לעצמו…. Der gute Name kommt im Gegensatz zu allen anderen geistigen und sittlichen Gütern fast ausschließlich dem Besitzer zugute und bleibt auch nach dem Tod sein eigen (Hirsch Samson Raphael, Siddur. Israels Gebete, Zürich-Basel 1992, 443); s. auch Avot IV, 7 “… Drei Kronen gibt es: die Krone der Tora, die Krone des Priestertums und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber erhebt sich über sie” ‎‏‏ … שלשה כתרים הן: כתר תורה וכתר כהונה וכתר מלכות: וכתר שם טוב עולה על גביהן.

Zeile 5: Klagelieder 2,18 ‎אל תדם בת עינך “Dein Augapfel lasse nicht ab”.

Zeile 6: Ester 10,3 ‎ורצוי לרב אחיו “und beliebt bei allen seinen Brüdern”.

Zeile 8:Zeile 7: Vgl. Ijob 8,12 “In seiner Blüte noch nicht abgerissen…” …ויעלת חן שמעלת חן על לומדיה….

Jesaja 7,20 ‎בתער השכירה “mit dem … gemieteten Messer”.

Zeile 9: Genesis 49,22 בן פרת (יוסף) “Ein junger Fruchtbaum (ist Josef)”.

Zeile 10: Habakuk 3,6 הררי עד “uralte Berge”.

Sprüche 18,11 וכחומה נשגבה “wie eine hohe Mauer”.

התאושש Übersetzungsvariante: “entflammte er”.

Zeile 15: Sprüche der Väter 5,23 יהודה בן תימא אומר הוה עז כנמר וקל כנשר רץ כצבי וגבור כארי לעשות רצון אביך שכשמים “Jehuda, Sohn Temas, sagt: Sei fest wie der Leopoard, leicht wie der Adler, rasch wie der Hirsch und stark wie der Löwe, den Willen deines Vaters im Himmel zu vollbringen”.

Siehe Ezechiel 11,3: ואהי להם למקדש מעט “…und ich bin ihnen zum kleinen Heiligtum geworden…”. Laut babylonischem Talmud, Traktat Megilla 29a sind unter “kleinem Heiligtum” alle Synagogen, Lehrhäuser, schlicht alle heiligen Plätze zu verstehen, die sozusagen einen “kleinen Tempel” repräsentieren können.

Zeile 16: Frei übersetzt. Siehe v.a. Richter 20,16 כל זה קלע באבן אל השערה ולא יחטא “jeder konnte mit einem Stein ein Haar treffen, ohne das Ziel zu verfehlen”.

Zeile 17: Zu denken wäre etwa an Psalm 65,5: אשרי תבחשר ותקרב ישכן צצריך… “Wohl dem, den zu dir lässt und in deinen Vorhöfen wohnen lässt”.

Psalm 61,5 אגורה באהלך עולמים אחסה בסתר כנפיך סלה “Lass mich wohnen in deinem Zelt ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. Sela”.

Zeile 5-17: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen sowie den hebräischen Vor- und Nachnamen seines Vaters: “Baruch, Sohn d(es ehrenwerten Herrn), u(nseres) M(eisters) Mose Brück”.
Interessant, dass in Zeile 3 der Nachname des Vaters “Brückner” lautet, im Akrostychon dagegen nur “Brück”.


Biografische Notizen

Baruch Brück(ner), geb. ca. 1795, gest. laut hebräischer Inschrift am 30. Nisan 606 = 1. Neumondtag Ijjar = Sonntag, 26. April 1846 mit 51 Jahren an Nervenfieber in Kobersdorf. Im Sterbebuch ist der 27. April als Sterbedatum angegeben! Begraben am 28. April 1846 am jüdischen Friedhof Kobersdorf.

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Baruch Brück, 27. April 1846

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Baruch Brück, 27. April 1846



Vater (weiland): Moses Brückner

2. Ehefrau: Maria / Mina Hersch aus Eisenstadt, geh. 21. September 1836 in Kobersdorf. Baruch Brückner ist im Hochzeitsbuch als “Witwer” eingetragen, wir kennen aber seine 1. Ehefrau leider nicht.

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Baruch Brück und Maria Hersch, 21. September 1835

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Baruch Brück und Maria Hersch, 21. September 1835



Sohn (aus 2. Ehe): Moyses Brück, geb. 06. Juli 1841 in Kobersdorf

Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Moyses Brück, 06. Juli 1841

Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Moyses Brück, 06. Juli 1841




Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf


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Grünwald Heinrich – 12. November 1923

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Heinrich (Zvi, genannt Hirsch) Grünwald, 05. Kislew 684 (= Montag, 12. November 1923, abends) Die Grabinschrift Inschrift Heinrich Grünwald: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt)…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Heinrich (Zvi, genannt Hirsch) Grünwald, 05. Kislew 684 (= Montag, 12. November 1923, abends)

Grabstein Heinrich (Zvi, genannt Hirsch) Grünwald, 05. Kislew 684 = Montag, 12. November 1923

Grabstein Heinrich (Zvi, genannt Hirsch) Grünwald, 05. Kislew 684 = Montag, 12. November 1923



Die Grabinschrift

Inschrift Heinrich Grünwald: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ”נ
[2] d(er ehrbare) H(err), H(err) Zvi, כהר’ צבי
[3] der genannt wurde Hirsch, המכונה הירש
[4] Sohn der Süssl Grünwald, a(uf ihr) s(ei der Frieden). בן זיסל גרונוואלד ע”ה
[5] Wohltätigkeit verrichtete er an den Armen, מדקה עשה עם עניים
[6] um seine Familie zu ernähren machte er Nächte zu Tagen. ביתו לפרנס שם לילות כימים
[7] Er verstand es seine Frau und seine Familie mit Frohsinn in Ehren zu halten. זאת היתה כבודה בת מלך פנימה
[8] Er verstarb am 5. Kislew 684. נפטר ה כסלו תרפד
[9] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). ת’נ’צ’ב’ה’


Anmerkungen

Zeile 6: Offenbar Gravurfehler: es müsste wohl ביתו “sein Haus” im Sinne von “seine Familie” heißen. Meistens findet man die Formulierung mit את (nota accusativi).

Zeile 7: Wörtlich etwa “in Annnehmlichkeit, Lieblichkeit”, wohl wegen des Reimes im Hebräischen gewählt.


Biografische Notizen

Heinrich (Zvi, genannt Hirsch) Grünwald, geb. ca. 1858 (kein Eintrag im Geburtsbuch Kobersdorf), Hausierer / Privater, geh. 05. Oktober 1893 in Kobersdorf Adelheid Gerstl, Tochter des Leopold Gerstl und der Juli Tachauer, gest. 05. Kislew 684 = Montag, 12. November 1923, abends mit 65 Jahren an einem Schlaganfall in Kobersdorf, Schlossgasse 10, begraben am 13. November 1923 am jüdischen Friedhof Kobersdorf



Vater: Lázár (Elieser) Grünwald, gest. 10. Jänner 1900 in Kobersdorf
Mutter: Rosalia (Süssl) Bauer, gest. 24. Mai 1902 in Kobersdorf
Beide Eltern sind ganz in der Nähe begraben.

Schwester:

Kati Grünwald, geb. ca. 1854 (kein Eintrag im Geburtsbuch Kobersdorf), geh. 25. Dezember 1878 in Kobersdorf Max Haker, Handelsmann aus und wh. in Kobersdorf, Sohn der Antonia Haker (Witwe)

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Kati Grünwald und Max Haker, 25. Dezember 1878

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Kati Grünwald und Max Haker, 25. Dezember 1878



Brüder:

Salomon Grünwald, geb. ca. 1850 (kein Eintrag im Geburtsbuch Kobersdorf), geh. 25. Jänner 1881 in Kobersdorf Fani Hess, Tochter des Max Hess, Handelsmann aus Eisenstadt

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Salomon Grünwald und Fani Hess, 25. Jänner 1881

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Salomon Grünwald und Fani Hess, 25. Jänner 1881



Leopold Grünwald, geb. ca. 1856 (kein Eintrag im Geburtsbuch Kobersdorf), Hausierer, geh. 19. Oktober 1881 in Kobersdorf, Pepi Neumann, Tochter des Isak Neumann und der Sali (Neumann) aus Kobersdorf

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Leopold Grünwald und Pepi Neumann, 19. Oktober 1881

Eintrag Hochzeitsbuch Kobersdorf, Leopold Grünwald und Pepi Neumann, 19. Oktober 1881



Samuel Grünwald, geb. 15. Februar 1861, Hausierer, geh. 24. Oktober 1894 in Kobersdorf Resi Hacker, Tochter des Josef Hacker, Handelsmann aus Kobersdorf, und der Pepi Wohl

Wilhelm Grünwald, geb. 14. Jänner 1863 in Kobersdorf

Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Wilhelm Grünwald, 14. Jänner 1863

Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Wilhelm Grünwald, 14. Jänner 1863


Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf


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