Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Kobersdorf

Edel, Frau des Mordechai – 09. August 1832

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Edel, Frau des Mordechai, 13. Av 592 (= Donnerstag, 09. August 1832) Die Grabinschrift Inschrift Edel, Frau des Mordechai: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] S(ie starb)…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Edel, Frau des Mordechai, 13. Av 592 (= Donnerstag, 09. August 1832)

Grabstein Edel, Frau Mordechai, 13. Av 592 = Donnerstag, 09. August 1832

Grabstein Edel, Frau Mordechai, 13. Av 592 = Donnerstag, 09. August 1832



Die Grabinschrift

Inschrift Edel, Frau des Mordechai: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] S(ie starb) u(nd) w(urde begraben) am Tag 5 (= Donnerstag, 13. Av 592 נונ יום ה יג אב תקצב
[2] n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). לפק
[3] Wo ist jetzt unsere Mutter, sagt(en) ihre Kinder. איה עתה אמנו אמר’ בניה
[4] Geheule und Klage stimmten sie über sie an. יללה וקינה קוננו עליה
[5] Tränen sind geflossen, bis jene, die sie kannten, sagten: דמעות ירדו עד אמרו ראיה
[6] Den Lohn ihrer Werke wird sie haben. לה יהיה שכר מעלליה
[7] Eine holde und teure Ehefrau, F(rau) Edel, E(hefrau) d(es ehrbaren Herrn) אשת חן ויקר מ אידל אכ
[8] Mordechai. I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). מרדכי תנצבה


Anmerkungen

Zeile 4: Wörtlich eigentlich: „Geheule und Klagen klagten sie über sie“. Vgl. Ezechiel 27,32 וְנָשְׂא֨וּ אֵלַ֤יִךְ בְּנִיהֶם֙ קִינָ֔ה וְקוֹנְנ֖וּ עָלָ֑יִךְ „und erheben über dich in ihrem Weh Klage und klagen über dich“.


Biografische Notizen

Edel, Frau des Mordechai, gest. 13. Av 592 = Donnerstag, 09. August 1832. Leider kein Eintrag im Sterbebuch (die Einträge in den Sterbebüchern beginnen in Kobersdorf 1835).


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Max Mordechai Elieser – 05. Jänner 1913

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Mordechai Elieser Max, 26. Tewet 673 (= Sonntag, 05. Jänner 1913) Die Grabinschrift Inschrift Mordechai Max: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט [2]…

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Mordechai Elieser Max, 26. Tewet 673 (= Sonntag, 05. Jänner 1913)

Grabstein Mordechai Elieser Max, 26. Tevet 673 = Sonntag, 05. Jänner 1913

Grabstein Mordechai Elieser Max, 26. Tevet 673 = Sonntag, 05. Jänner 1913



Die Grabinschrift

Inschrift Mordechai Max: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] ehrfürchtend und vollkommen, betagt und alt an Jahren. ירא ושלם זקן ושבע ימים
[3] Er beschäftigte sich in Handel und Wandel in Treue, עסק במשא ובמתן באמונה
[4] der CHAVER החבר
[5] Mordechai Elieser, מרדכי אליעזר
[6] S(ohn) d(es ehrbaren) H(errn), H(errn) Salomon Jehuda בן כהרר שלמה יהודה
[7] Max. מאקס
[8] Er verstarb mit gutem Namen mit 82 Jahren נפטר בשם טוב בן פב שנים
[9] am 26. Tevet 673, כ“ו טבת תרעג
[10] und wurde begraben am 28. daselbst. ונקבר ביום כח בו
[11] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה
[12] D(er Name) s(einer Mutter) war Gütel Lea. ושם אמו גיטל לאה


Anmerkungen

Zeile 2: Genesis 35,29; Ijob 42,17 ושבע ימים „betagt und satt an Jahren“; ähnlich 1 Chronik 23,1 (wörtlich: „satt an Tagen“).

Zeile 3: Vgl. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a „In der Stunde, wenn man einen Menschen zum Gericht bringt, fragt man ihn: ‚Hast du deinen Handel in Redlichkeit betrieben‘?…“ בשעה שמכניסין אדם לדין אומרים לו נשאת ונתת באמונה…. Es „… ist dies die erste Frage, die an den Menschen im Jenseits gerichtet wird.“
(Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540(?)-1670, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, Seite 128)

Zeile 4: Der CHAVER ist ein verliehener Ehrentitel. Zum Beispiel betrug die Taxe für die Verleihung 1803 in Eisenstadt 9 fl. für einen Höchstbesteuerten, für einen der mittleren Kategorie 4 fl. 30 kr., für einen der niedrigen Kategorie nur 2 fl. Der Graduierte wurde am Schabbat nach der Verleihung zur Tora aufgerufen. Verliehen wurde der CHAVER-Grad von der Gemeinde, der Rabbiner musste jedoch seine Zustimmung geben.


Biografische Notizen

Mordechai Elieser Max, geb. ca. 1831, gest. 26. Tewet 673 = Sonntag, 05. Jänner 1913. Leider nicht im Sterbebuch Kobersdorf gefunden, obwohl im Sterbebuch zwischen 1910 und 1918 sieben Menschen mit dem Namen „Max“ eingetragen sind. Das Sterbejahr ist nicht 100% sicher, da der letzte Buchstabe in der Jahreszahl nicht sicher lesbar ist: תרעג, es könnte auch 1916 oder 1917 sein.

Vater: Salomon Jehuda Max
Mutter: Gütel Lea (Max)


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Riegler Israel – 19. Jänner 1928

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Israel Riegler, 26. Tewet 688 (= Donnerstag, 19. Jänner 1928) Die Grabinschrift Inschrift Israel Riegler: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט [2] [Krone]…

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Israel Riegler, 26. Tewet 688 (= Donnerstag, 19. Jänner 1928)

Grabstein Israel Riegler, 26. Tevet 688 = Donnerstag, 19. Jänner 1928

Grabstein Israel Riegler, 26. Tevet 688 = Donnerstag, 19. Jänner 1928



Die Grabinschrift

Inschrift Israel Riegler: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] [Krone] [כתר]
[3] der teure und angesehene Mann, האיש היקר והחשוב
[4] d(er ehrbare) H(err) Israel Riegler, a(uf ihm sei der) F(riede). כה ישראל ריעגלער ע“ה
[5] Er verstarb i(n gutem) R(uf) am 26. Tevet 688 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נפטר בש“ט ביום כו טבת תרפח לפ“ק
[6] Israel, Sohn eines Gerechten, lauter und geradlinig wandelnd. ישראל בן איש צדיק תמים הלך מישרים
[7] Er freute sich, (seinen Dienst) mit großer Liebe für den Schöpfer der Welten zu verrichten. שש לעבוד באהבה רבה לבורא עולמים
[8] Jung an Jahren litt er an großen und schweren Leiden. רך בשנים סבל יסורים רבים וגדולים
[9] Seine Frau und seine Kinder ernährte er von seiner Hände Arbeit in Redlichkeit. אשתו ובניו פרנס במלאכת ידיו באמונה
[10] Zur Ruhestatt ging er hin und seine Seele möge eingebunden sein im Bündel des Lebens. למנוחה הלך ונפשו במרור החיםם תה’ צרורה
[11] D(er Name) s(einer Mutter) war Sara Chaja. ש“א שרה חוה
[12] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 2: Das Symbol der Krone drückt aus, dass Rosalia (Sarl) Gerstl mit gutem Namen, also in gutem Ruf verstorben ist. S. Pirke Avot (Sprüche der Väter) 4,13 שְׁלשָׁה כְתָרִים הֵם, כֶּתֶר תּוֹרָה וְכֶתֶר כְּהֻנָּה וְכֶתֶר מַלְכוּת, וְכֶתֶר שֵׁם טוֹב עוֹלֶה עַל גַּבֵּיהֶן: „Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrifft sie alle“.

Zeile 6: Psalm 15,2 הוֹלֵ֣ךְ תָּ֭מִים „Lauter wandelnd“.

Zeile 8: רך בשנים: s. dazu Kommentar des Raschi sowie Targum zu Genesis 41,43 „… man rief vor ihm (Josef) aus: ‚Abrech‘ …“ …וויקראו לפניו אברך …. Die Buchstaben des Wortes אברך werden als Notarikon gesehen und in die Eigenschaften Josefs aufgelöst: אב בחכמה und רך „ein Vater der Weisheit“ und „jung/zart“ an Jahren“); s. auch GenesisRabba 90,3 mit gleicher Deutung.

Zeile 6-10: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Israel).


Biografische Notizen

Israel Riegler, gest. 26. Tewet 688 = Donnerstag, 19. Jänner 1928. Leider nicht im Sterbebuch Kobersdorf gefunden.
Jung verstorben, hinterließ Ehefrau und Kinder.


Mutter: Sara Eva (Riegler)


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Gerstl Rosalia – 26. März 1894

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 (= Sonntag, 25. Februar 1894) laut Grabinschrift, laut Sterbebuch: 26. März 1894 Die Grabinschrift Inschrift Rosalia Gerstl: Zeilengerechte Transkription…

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Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 (= Sonntag, 25. Februar 1894) laut Grabinschrift, laut Sterbebuch: 26. März 1894

Grabstein Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 = Sonntag, 25. Februar 1894, Sterbebuch: 26. Februar 1894

Grabstein Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 = Sonntag, 25. Februar 1894, Sterbebuch: 26. Februar 1894



Die Grabinschrift

Inschrift Rosalia Gerstl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) die tugendhafte, angesehene und bescheidene Frau, Frau פט אשה כשירה חשובה וצנועה מרת
[2] [Krone] [כתר]
[3] Sarl, סארל
[4] Ehefrau d(es ehrbaren) H(errn), H(errn) Michl Gerstl, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). אשת הרר מאכל גערשטל ז“ל
[5] I(hre Seele) g(ing hinweg) am 19. Adar II 654 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נ“י ביום יט אדר שני תרנד לפ“ק
[6] Unser Fleisch erstarrt angesichts des Todes unserer teuren Mutter. סמר בשרינו על מות אמנו היקרה
[7] Eine tüchtige Frau war sie ihrem Ehemann, ein Diadem (und) eine Krone ihren Kindern. אשת חיל לבעלה נזר עטרה לבניה
[8] Weicher als Öl waren ihre Worte und groß war die Güte ihres Herzens. רכו דבריה משמן וגדול טובת לבה
[9] Sie eilte mit großer Freude die Gebote G(ottes) zu erfüllen. למצות השם רצתה בשמחה רבה
[10] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). [תנצבה]


Anmerkungen

Zeile 2: Das Symbol der Krone drückt aus, dass Rosalia (Sarl) Gerstl mit gutem Namen, also in gutem Ruf verstorben ist. S. Pirke Avot (Sprüche der Väter) 4,13 שְׁלשָׁה כְתָרִים הֵם, כֶּתֶר תּוֹרָה וְכֶתֶר כְּהֻנָּה וְכֶתֶר מַלְכוּת, וְכֶתֶר שֵׁם טוֹב עוֹלֶה עַל גַּבֵּיהֶן: „Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrifft sie alle“.

Zeile 4: Ungewöhnliche Schreibung für מיכאל?

Zeile 7: S. Sprüche 12,4; 31,10 אֵֽשֶׁת־חַ֭יִל עֲטֶ֣רֶת בַּעְלָ֑הּ „Eine tüchtige Frau, die Krone ihres Ehemannes“. Weiters s. Kinot für den Tisch’a be-Av (Trauerlieder am 9. Av, dem Trauer- und Fasttag im Gedenken an die Tempelzerstörung) זֹאת בְּזָכְרִי אֶזְעַק בְּמָרָה. חֶמְדַּת יִשְׂרָאֵל כְּלֵי הַקֹּדֶשׁ נֵזֶר וַעֲטָרָה: „In Erinnerung daran werde ich in Bitterkeit schreien: Die Habsucht Israels, die Gefäße des Heiligtums, das Diadem und die Krone“.

Zeile 8: Psalm 55,22 רַכּ֖וּ דְבָרָ֥יו מִשֶּׁ֗מֶן וְהֵ֣מָּה פְתִחֽוֹת „Weicher sind seine Worte als Öl“.

Zeile 6-9: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen der Verstorbenen (Sarl).


Biografische Notizen

Rosalia (Sarl) Gerstl, geb. ca. 1814 in Lackenbach, verwitwet, gest. laut hebräischer Grabinschrift am 19. Adar II 654 = Sonntag, 25. Februar 1894 mit 80 Jahren an Altersschwäche in Neudorf. Laut Sterbebuch war das Sterbedatum Montag, 26. März 1894 um 18 Uhr, das war in dieser Jahreszeit wahrscheinlich schon der 21. Adar II (Datumsdifferenz 1 bürgerlichen Tag). Begraben wurde Rosalia (Sarl) Gerstl am 28. März 1894.

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Rosalia Gerstl, 26. März 1894

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Rosalia Gerstl, 26. März 1894


Ehemann: Michael Gerstl (weiland)


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Neumann Markus – 07. Jänner 1871

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Markus Neumann, 14. Tevet 631 (= Schabbat/Samstag, 07. Jänner 1871) Die Grabinschrift Inschrift Markus Neumann: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt) b(egraben) der Rabbinische, der…

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Markus Neumann, 14. Tevet 631 (= Schabbat/Samstag, 07. Jänner 1871)

Grabstein Markus (Mordechai) Neumann, 14. Tevet 631 = Schabbat, 07. Jänner 1871

Grabstein Markus (Mordechai) Neumann, 14. Tevet 631 = Schabbat, 07. Jänner 1871



Die Grabinschrift

Inschrift Markus Neumann: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) der Rabbinische, der in der Tora und in der Gottesfurcht Ausgezeichnete, פנ הרבני המופלג בתורה וגיראה
[2] ein gerechter Mann, lauter, s(ein ehrenvoller), p(rachtvoller) N(ame), איש צדיק תמים כ“ש“ת“
[3] MORENU מו“ה
[4] Mordechai, מרדכי
[5] S(ohn des) H(errn) Bezalel Neumann. בה בצלאל ניימאן
[6] E(r) v(erstarb) a(m) h(eiligen) Scha(bbat), 14. Tevet 631 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ני בשקו יד טבת תרלא לפק
[7] Mordechai ging vor den König der Ewigkeiten. מרדכי יצא לפני מלך עולמים
[8] Einer der Angesehenen des Landes, der in den Zelten weilt. בנכבדי ארץ ויושבי אוהלים
[9] Über die Lehre Gottes sann er Tag und Nacht. בתורת אל הגה לילות וימים
[10] Gerechtigkeit liebte er stets und wahrte Treue. צדק אהב תמיד ושמר אמונים
[11] Die Tora lernte er um ihrer selbst willen und mit anderen. למד תורה לשמה ועם אחרים
[12] In den 50ern schon kehrte er zu den Schlafenden zurück, אך בשנות חמשים שב לישנים
[13] um Ehefrau und Söhne seufzend zurückzulassen. לאנחות על עזב אשה ובנים
[14] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 3: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 7: S. Ester 8,15 וּמָרְדֳּכַ֞י יָצָ֣א ׀ מִלִּפְנֵ֣י הַמֶּ֗לֶךְ „Mordechai ging vor dem König“.

Zeile 8: Vgl. Genesis 25,27 וְיַעֲקֹב֙ אִ֣ישׁ תָּ֔ם יֹשֵׁ֖ב אֹהָלִֽים׃ „Jakob war ein ruhiger Mann und blieb bei den Zelten“.

Zeile 8: S. Genesis 25,27: וְיַעֲקֹב֙ אִ֣ישׁ תָּ֔ם יֹשֵׁ֖ב אֹהָלִֽים׃ „Jakob war sanft und blieb im Zelt“. S. dazu bes. auch Bereschit Rabba 63,10 וְיַעֲקֹב אִישׁ תָּם ישֵׁב אֹהָלִים, שְׁנֵי אֹהָלִים, בֵּית מִדְרָשׁוֹ שֶׁל שֵׁם וּבֵית מִדְרָשׁוֹ שֶׁל עֵבֶר. „Jakob war ein einfacher Mann, der im Zelt wohnt. Es sind zwei Zelte: das Lehrhaus des Sem und das Lehrhaus des Ever“.
An anderer Stelle wird auf Jesaja 33,20 verweisen חֲזֵ֣ה צִיּ֔וֹן קִרְיַ֖ת מוֹעֲדֵ֑נוּ עֵינֶ֩יךָ֩ תִרְאֶ֨ינָה יְרוּשָׁלַ֜͏ִם נָוֶ֣ה שַׁאֲנָ֗ן אֹ֤הֶל בַּל־יִצְעָן֙ בַּל־יִסַּ֤ע יְתֵדֹתָיו֙ לָנֶ֔צַח וְכׇל־חֲבָלָ֖יו בַּל־יִנָּתֵֽקוּ׃ „Schau auf Zion, die Stätte unserer Feste! Deine Augen werden Jerusalem sehen, die sorgenfreie Aue, das Zelt, das man nicht abbricht, dessen Pflöcke man niemals mehr verrückt, dessen Stricke nicht zerrissen werden.“ Damit soll gezeigt werden, dass die Tora von zwei verschiedenen Zelten spricht, einmal das Zelt für die Hirten, und das andere Zelt mit der Funktion zu helfen, dass Menschen näher zu Gott kommen.

Zeile 9: wörtlich: „Nächte und Tage“.

Zeile 10: Vgl. Psalm 33,5 u.a. אֹ֭הֵב צְדָקָ֣ה „Er liebt Recht“.

Jesaja 26,2 שֹׁמֵ֥ר אֱמֻנִֽים׃ „der Treue bewahrt“.

Zeile 11 Pirke Avot (Sprüche der Väter) wörtliches Zitat, hier mit Kontext: רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר כָּל הָעוֹסֵק בַּתּוֹרָה לִשְׁמָהּ, זוֹכֶה לִדְבָרִים הַרְבֵּה. וְלֹא עוֹד אֶלָּא שֶׁכָּל הָעוֹלָם כֻּלּוֹ כְדַי הוּא לוֹ „R. Meir sagte: Wer sich mit der Tora um ihrer selbst willen befasst, dem sind viele Dinge beschieden; und noch mehr, er ist würdig, dass die ganze Welt nur seinetwegen bestehe.“
Siehe auch bes. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a.

Zeile 12: Vgl. Jesaja 26,19 יִֽחְי֣וּ מֵתֶ֔יךָ נְבֵלָתִ֖י יְקוּמ֑וּן הָקִ֨יצוּ וְרַנְּנ֜וּ שֹׁכְנֵ֣י עָפָ֗ר „Deine Toten werden leben, meine Leichen stehen auf. Wacht auf und jubelt, ihr Bewohnter des Staubes“.

Zeile 7 und 8-13: Akrostychon: Das erste Wort in Zeile 7 ist der hebräische Vorname des Verstorbenen (Mordechai), die ersten zwei Buchstaben von Zeile 8 und die ersten Buchstaben von Zeile 9-13 ergeben die Abstammung (Sohn des Bezalel).


Biografische Notizen

Markus (Mordechai) Neumann, geb. ca. 1819 in Kobersdorf, Krämer, verheiratet, gest. 14. Tevet 631 = Schabbat/Samstag, 07. Jänner 1871 mit 52 Jahren an einem Lungenleiden

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Markus Neumann, 07. Jänner 1871

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Markus Neumann, 07. Jänner 1871



Vater: Bezalel Neumann, gest. 23. November 1881, begraben ebenfalls auf dem jüdischen Friedhof Kobersdorf

Ehefrau: Judith Zolschan, Tochter des Jakob Zolschan, geh. 14. Juni 1845 in Kobersdorf

Eintrag Hochzeitsbuch Kobesdorf, Markus Neumann und Judith Zolschan, 14. Juni 1845

Eintrag Hochzeitsbuch Kobesdorf, Markus Neumann und Judith Zolschan, 14. Juni 1845



Sohn: David Neumann, gest. 04. Februar 1881, begraben auf dem jüdischen Friedhof Kobersdorf neben seinem Vater


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Neumann David – 04. Februar 1881

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf David Neumann, 05. Adar 641 (= Freitag, 04. Februar 1881) Die Grabinschrift Inschrift David Neumann: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt) b(egraben) der angesehene junge,…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

David Neumann, 05. Adar 641 (= Freitag, 04. Februar 1881)

Grabstein David Neumann, 05. Adar I 641 = Freitag, 04. Februar 1881

Grabstein David Neumann, 05. Adar I 641 = Freitag, 04. Februar 1881



Die Grabinschrift

Inschrift David Neumann: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) der angesehene junge, unverheiratete Ma(nn), d(er) e(hrbare) H(err), H(err) פנ הבח החשוב כהרר
[2] David, דוד
[3] Sohn u(nseres) L(ehrers), u(nseres Meisters, Herrn) Mordechai Neumann. בן מרו“ מרדכי נייאמאן
[4] Er verstarb am 5. Adar I נפ ביום ה אדר ראשון
[5] 641 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). שנת תרמא לפ“ק
[6] Den Weg des Glaubens wählte er alle seine Tage דרך אמונה בחר כל ימיו
[7] und beachtete die Gebote gemäß seiner Vorschriften. ושמר המצות כתיקוניו
[8] Die Worte der Wahrheit waren seine wertvollsten Güter. דברי אמת היו כבודתיו
[9] [S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens).] [תנצבה]


Anmerkungen

Zeile 1: חשוב (in der Volkssprache חשוב בחורל „chaschuv bachurl“) ist das Epitheton kat’exochen für einen gelehrten Jüngling“ (Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, I 221, Anm. z. Z. 2).

Zeile 3: „MORENU“ nicht ganz sicher, weil ungewöhnliche hebräische Abkürzung.
MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 6-8: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (David).

Zeile 9: Unsicher, ob die Schlusseulogie fehlt oder nur im Erdreich verschwunden ist.


Biografische Notizen

David Neumann, geb. ca. 1857 in Sz.? Marton?, gest. 05. Adar 641 = Freitag, 04. Februar 1881 mit 24 Jahren an Lungenlähmung

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, David Neumann, 04. April 1881

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, David Neumann, 04. April 1881



Vater: Mordechai Neumann


Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf


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