Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Triest

Tedeschi Adele – 08. November 1873

Die hebräische Grabinschrift Inschrift Tedeschi Adele: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] D(as ist) d(ie) G(rabstele für) מצק [2] Adele Aschkenasi. אדלי אשכנזי [3] Sie verstarb an der Cholera נפטרת במגפה…

Grabstein Adele Tedeschi, 08. November 1873

Grabstein Adele Tedeschi, 08. November 1873



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Tedeschi Adele: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] D(as ist) d(ie) G(rabstele für) מצק
[2] Adele Aschkenasi. אדלי אשכנזי
[3] Sie verstarb an der Cholera נפטרת במגפה
[4] am Schabbat בשבת
[5] „Fürchte dich nicht, denn Gott hat gehört אל תיראי כי שמע אלהים
[6] die Stimme des Knaben“ אל קול הנער
[7] 18. Marcheschwan חי מרחשון
[8] 5634. התרלד


Anmerkungen

Zeile 2: Das hebräische Wort „Aschkenasi“ („Deutsch / Deutscher“) wird im Italienischen zu „Tedeschi“.

Zeile 3: Wörtlich: „Sie verstarb an der Plage/Epidemie“. Wir wissen von den Sterbematriken Triest, dass sie an der Cholera verstarb.

Zeile 4/5-6: Am Schabbat, dem 18. Marcheschwan 5634, wurde die Parascha (wöchentlicher Toraabschnitt) „וירא – „wajera“ = „Es erschien (der Herr dem Abraham bei den Eichen von Mamre)“ gelesen. Die Parascha umfasst die Bibelverse Gen 18,1-22,24. Die hebräische Grabinschrift (Zeile 5 und 6) zitiert einen Teil aus Genesis 21,17b, also aus der für diesen Schabbat gültigen Parascha.

Sozusagen ein „Lehrstück“ einer – auf den ersten Blick unscheinbaren – hebräischen Grabinschrift, aus der wir, auch ohne Matriken, erfahren, dass Adele Tedeschi an einer Seuche/Epidemie verstarb und, – davon ist im Sterbebuch natürlich keine Rede, einen Sohn hatte, der die Epidemie offensichtlich überlebte (siehe dazu unseren Blogartikel „…und als die Zeit für die junge Taube herannahte…„).
Denn die Botschaft des zitierten biblischen Verses ist klar. Zum besseren Verständis sei hier ausnahmsweise der Kontext des Verses zitiert (Genesis 21,14-18):

14) Früh am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab es Hagar, legte es ihr auf die Schulter, übergab ihr das Kind und entließ sie. Sie zog fort und irrte in der Wüste von Beerscheba umher. 15) Als das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen Strauch, 16) ging weg und setzte sich in der Nähe hin, etwa einen Bogenschuss weit entfernt; denn sie sagte: Ich kann nicht mit ansehen, wie das Kind stirbt. Sie saß in der Nähe und erhob ihre Stimme und weinte. 17) Gott hörte den Knaben schreien; da rief der Engel Gottes vom Himmel her Hagar zu und sprach: Was hast du, Hagar? Fürchte dich nicht, denn Gott hat die Stimme des Knaben gehört, dort, wo er liegt. 18) Steh auf, nimm den Knaben hoch und halt ihn fest an deiner Hand; denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.


Biografische Notizen

Adele Tedeschi (Aschkenasi), gest. 18. Cheschwan 634 = 08. November 1873 mit 25 Jahren an der Cholera.

Ehemann: Moise Tedeschi, Händler


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Portaleoni Leone – 06. Jänner 1882

Die hebräische Grabinschrift Inschrift Portaleoni Leone: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Dies (sei die Ruhestätte) זאת [2] für Jehuda Portaleoni. ליהודה פורטאליאוני [3] Die G(ottes)furcht war auf seinem Herzen eingraviert….

Grabstein Leone (Jehuda) Portaleoni, 06. Jänner 1882

Grabstein Leone (Jehuda) Portaleoni, 06. Jänner 1882



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Portaleoni Leone: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Dies (sei die Ruhestätte) זאת
[2] für Jehuda Portaleoni. ליהודה פורטאליאוני
[3] Die G(ottes)furcht war auf seinem Herzen eingraviert. יראת ה חקוקה על לבו
[4] Er genoss das Leben ראה חיים
[5] und ging ins Land der Lebenden וילך בארצות היים
[6] am 6. Schvat d(es Jahres) 5642. ביום ו שבט ש התרמב
[7] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 4: Kohelet 9,9.

Zeile 5: Psalm 116,9 בארצות החיים.


Biografische Notizen

Leone (Jehuda) Portaleoni, Makler, gest. 06. Schvat 642 = 26. Jänner 1882 mit 65 Jahren an einem Herzfehler.

In den Sterbematriken von Triest ist Leone Portaleoni am 06. Jänner 1882 eingetragen. Das wäre allerdings der 15. Tevet 642. Entweder das Datum in den Sterbematriken oder das hebräische Datum in der Grabinschrift ist falsch. Dass es sich bei Leone Portaleoni nicht um „unseren“ Jehuda Porteleoni handelt, möchte ich eher ausschließen. Oben wurde dem Datum des Sterbebuches der Vorzug gegeben.


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Grego Giuseppe Mayer – 25. Jänner 1883

Biografische Notizen Giuseppe Mayer Grego, Landstreicher, geb. ca. 1835, wh. Triest, Monte 7, gest. 25. Jänner 1883 mit 48 Jahren an einem Karzinom Vater: Uri Mayer Grego Mutter?: Rosa Grego,…

Grabstein Giuseppe Mayer Grego, 25. Jänner 1883

Grabstein Giuseppe Mayer Grego, 25. Jänner 1883



Biografische Notizen

Giuseppe Mayer Grego, Landstreicher, geb. ca. 1835, wh. Triest, Monte 7, gest. 25. Jänner 1883 mit 48 Jahren an einem Karzinom

Vater: Uri Mayer Grego
Mutter?: Rosa Grego, gest. 13. November 1852


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Guglielmi Albina / Guglielmi Salomone Giulio – 23. März 1945 / 04. Mai 1945

Biografische Notizen Albina Guglielmi, geb. Pincherle, 19. Jänner 1877 in Görz, gest. 23. März 1945 Ehemann: Salomone Giulio Guglielmi, geb. 23. Dezember 1862, gest. 04. Mai 1945 Personenregister jüdischer Friedhof…


Grabstein Albina Guglielmi, geb. Pincherle / Salomone Giulio Guglielmi, 23. März 1945 / 04. Mai 1945

Grabstein Albina Guglielmi, geb. Pincherle / Salomone Giulio Guglielmi, 23. März 1945 / 04. Mai 1945


Biografische Notizen

Albina Guglielmi, geb. Pincherle, 19. Jänner 1877 in Görz, gest. 23. März 1945

Ehemann: Salomone Giulio Guglielmi, geb. 23. Dezember 1862, gest. 04. Mai 1945


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Haffner Maurizio – 04. August 1930

Biografische Notizen Maurizio Haffner, geb. 11. April 1874, gest. 04. August 1930 um 5 Uhr morgens durch Selbstmord mit Karbolsäure Vater: Giacomo Haffner Mutter: Emilia Forli Personenregister jüdischer Friedhof Triest


Grabstein Maurizio Haffner, 04. August 1930

Grabstein Maurizio Haffner, 04. August 1930


Biografische Notizen

Maurizio Haffner, geb. 11. April 1874, gest. 04. August 1930 um 5 Uhr morgens durch Selbstmord mit Karbolsäure

Vater: Giacomo Haffner
Mutter: Emilia Forli


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Romanin Clara – 27. November 1874

Die hebräische Grabinschrift Inschrift Romanin Clara: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier) r(uht) פש [2] […] Elischeva Romani[ni]. [הב] אלישבע רומאני[ני] [3] Sie ging hinaus aus dem Tal der Tränen….


Grabstein Carla (Elischeva) Romanin, 27. November 1874

Grabstein Carla (Elischeva) Romanin, 27. November 1874


Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Romanin Clara: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier) r(uht) פש
[2] […] Elischeva Romani[ni]. [הב] אלישבע רומאני[ני]
[3] Sie ging hinaus aus dem Tal der Tränen. יצאה מגי הבכי
[4] Sie kam zur Ruhe באה אל נח
[5] a(m Vortag) d(es heiligen) Sch(abbat) der Parascha Noach d(es Jahres) 634. עש“ק נח ש לרדת
[6] I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Leider viele Fragen zu einer an sich kurzen hebräischen Inschrift:

Zeile 2: Offensichtlich eine Abkürzung, die ich aber nicht interpretieren kann. הבתולה „die unverheiratete Frau“ passt nicht, wenn die Zuordnung stimmt (s.u.), da Clara Romanin verwitwet war.

Den Nachnamen lese ich entweder als „Romanit“ oder „Romanini“.

Zeile 3: Das deutlich größer geschriebene ג kann ich nicht interpretieren.

Zeile 5: Die Schabbat mit der Parascha „Noach“ war 1874 am 17. Oktober. Demnach müsste es sich beim Sterbedatum um den 16. Oktober gehandelt haben. Zu diesem Datum gibt es aber in den Sterbematriken von Triest keinen Eintrag.

Die Buchstaben der Jahreszahl sind so umgestellt, damit sie das Wort „hinabziehen“ ergeben.

Biografische Notizen

Clara (Elischeva) Romanin, gest. 27. November 1874 mit 75 Jahren an Herzstillstand?

Ehemann (weiland): Moisè Romanin

Nota bene: Grundsätzlich muss die Zuordnung zu Clara Romanin mit Fragezeichen versehen werden, da das Sterbedatum der hebräischen Grabinschrift zum Datum in den Sterbematriken von Triest um mehr als 1 Monat abweicht.


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