Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Währing

Pollak Magdalena, geb. Biach / Broda – 08. Juni 1828

Magdalena (Lipet) Pollak, geb. Broda/Brody/Biach, 26. Siwan 588 (= Sonntag, 08. Juni 1828) Die Grabinschrift Inschrift Magdalena Pollak: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט [2] die bedeutende…

Magdalena (Lipet) Pollak, geb. Broda/Brody/Biach, 26. Siwan 588 (= Sonntag, 08. Juni 1828)



Die Grabinschrift

Inschrift Magdalena Pollak: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] die bedeutende und bescheidene Frau, Frau האשה החשובה והצנועה מרת
[3] Lipet, Tochter d(es) e(hrbaren) H(errn), H(errn) Jochanan Biach, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden), ליפת בת כ’ה’ר’ר’ יוחנן ביאח ז“ל
[4] Ehefrau d(es) e(hrbaren) H(errn), H(errn) Nachum Pollak אשת כ’ה’ר’ר’ נחום פאללאק
[5] a(us der) h(eiligen jüdischen Gemeinde) N(ikol)s(burg). מקק נש
[6] Sie verstarb am Sonntag, 26. Siwan 5588 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נפטרה ביום א כו סיון תקפח לפק
[7] I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה


Biografische Notizen

Magdalena (Lipet) Pollak, geb. Biach / Broda / Brody aus Nikolsburg, geb. ca. 1776, gest. 26. Siwan 588 = 08. Juni 1828 mit 52 Jahren in Wien Stadt Nr. 454, Pressgasse, an Gehirnschlag, begraben am jüdischen Friedhof Währing, allgemeiner Platz

Sterbeeintrag Magdalena Pollak, geb. Broda, 08. Juni 1828, Wien

Sterbeeintrag Magdalena Pollak, geb. Broda, 08. Juni 1828, Wien



Vater: Jochanan Biach (weiland)

Ehemann: Joachim (Nachum) Pollak

Kinder und Familie, siehe besonders die Einträge auf geni.com.


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


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Wengraf Katharina, geb. Pollak – 19. Jänner 1874

Katharina (Gütl) Wengraf, geb. Pollak, 01. Schvat 634 (= Montag, 19. Jänner 1874) Die Grabinschrift Inschrift Katharina Wengraf: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט [2] die bescheidene…

Katharina (Gütl) Wengraf, geb. Pollak, 01. Schvat 634 (= Montag, 19. Jänner 1874)



Die Grabinschrift

Inschrift Katharina Wengraf: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] die bescheidene und verehrte Frau, d(ie tapfere), האשה הצנועה והנכבדת אשת
[3] F(rau), die Krone ihres Ehemanns, eine g(ottes)fürchtige Frau, חיל עטרת בעלה אשה יראת ה
[4] sie sei gepriesen, F(rau) Gütl, Tochter d(es ehrbaren) H(errn) היא תתהלל מ גיטל בת כה
[5] Ahron Pollak, אהרן פאללאק
[6] Ehefrau אשת
[7] d(es ehrbaren) H(errn) Koppl Wengraf, a(uf ihm sei der) F(rieden). כה קאפל ווענגראף עה
[8] I(hre Seele) g(ing hinweg) a(m) N(eumond)t(ag) Schvat des Jahres 634 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ינ ברח שבט שנת תרלד לפק
[9] Der Name ihrer Mutter war Elle Pollak, a(uf ihr sei der) F(rieden). ושם אמה עללע פאללאק עה
[10] I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה


Biografische Notizen

Katharina (Gütl) Wengraf, geb. Pollak, ca. 1811, Witwe aus Nikolsburg, Mähren, gest. 01. Schvat 634 = Montag, 19. Jänner 1874 mit 63 Jahren an einem organischen Herzfehler in Wien Landstraße, begraben am 21. Jänner 1874 am jüdischen Friedhof Währing, am alten Platz, Reihe 3

Eintrag Sterbebuch Katharina Wengraf, 19. Jänner 1874, Wien

Eintrag Sterbebuch Katharina Wengraf, 19. Jänner 1874, Wien


Vater: Ahron Pollak, möglicherweise noch am Leben, weil der Segenswunsch, den wir bei Ehemann und Mutter finden, hier fehlt (Zeile 5 hebräische Inschrift)
Mutter: Elle (Pollak) (weiland)

Ehemann: Koppel Wengraf (weiland)


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


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Birnbaum Mendel Emanuel – 31. Mai 1875

Emanuel (Menachem, Mendel) Birnbaum, 26. Ijjar 635 (= Montag, 31. Mai 1875) Die Grabinschrift Inschrift Emanuel Birnbaum: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) b(egraben) פ“נ [2] MORENU Menachem, Sohn…

Emanuel (Menachem, Mendel) Birnbaum, 26. Ijjar 635 (= Montag, 31. Mai 1875)



Die Grabinschrift

Inschrift Emanuel Birnbaum: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) b(egraben) פ“נ
[2] MORENU Menachem, Sohn des Nachum. Ein Mann, der dem Hungernden מוה מנחם בן נחום גבר לרעב
[3] von seinem Brot gab. Er übte Liebeswerke für sein Volk, er sorgte פרש מלחמו גמל חסד לעמו הציב
[4] für ein sicheres Zuhause seiner Familie, sein Herz war gegenüber Gott treu. גבול משפחתו לבו היה נאמן לה’
[5] Er starb ohne seine Tage ausgefüllt zu haben. S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ומת ולא נתמלאו ימיו תנצבה
[6] Er verstarb am Montag, dem 26. des Monats Ijjar נפטר ביום ב’ כ’ו’ לחדש אייר
[7] 635 n(ach der kleinen Zeitrechnung). תרלה לפק:
[8] Hier ruhet
[9] Herr
[10] Menachem
[11] Birnbaum
[12] gest am 31. Mai 1875
[13] im 45. Lebensjahre.
[14] Tief betrauert von seiner
[15] Gattin und seinem Sohne.
[16] F(riede). S(einer). A(sche).


Anmerkung

Zeile 2: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 3/4: Wörtlich: „Er setzte eine Grenze für seine Familie“. Das ist ein wörtliches Zitat von David Kimchi in seinem Kommentar zu Genesis 10,19 „יצב גבולות עמים למספר בני ישראל“ כלומר הציב גבולות משפחות הכנעני שיהיו נחלקים למספר בני ישראל…. Unter Hinweis auf Deuteronmium 6,11 und 32,8 geht es in seinem Kommentar zur Stelle um die Grenzsetzung des Landes für die Kanaaniter, denen die 12 Stämme Israels in genau diesem Land folgen sollten. In der Grabinschrift ist wohl gemeint, dass Emanuel Mendel Birnbaum ein sicheres Zuhause garantierte.


Biografische Notizen

Emanuel (Menachem, Mendel) Birnbaum, geb. ca. 1830, aus Ropczyce in Galizien (heute Polen), verheiratet, gest. 26. Ijjar 635 = Montag, 31. Mai 1875 um 5 Uhr Nachmittag mit 45 Jahren (Grabinschrift) bzw. 46 Jahren (Sterbebuch) an Schlagfluss in Wien Leopoldstadt, Herminengasse 8, begraben am jüdischen Friedhof Währing am 02. Juni um 4 Uhr Nachmittag am „Alten Platz, 12. Reihe.

Eintrag Sterbebuch Emanuel Mendel Birnbaum, 31. Mai 1875

Eintrag Sterbebuch Emanuel Mendel Birnbaum, 31. Mai 1875



Vater: Nachum Birnbaum

Ehefrau: Maria Seelenfreund (im Sterbebuch als „Biernbaum“ eingetragen), Tochter von Rabbi Schlomo Samuel Seelenfreund, Av Bet Din in Roznovice (Polen), und der Malka Lea Amalie Löw, geb. 24. Dezember 1836, Kaufmannswitwe aus „Kaschau in Ungarn“ (Košice in der Ostslowakei), nach Wien zuständig, gest. 16. März 1896 in Wien II, Wallensteinstraße 40, an Lungenentzündung, begraben am 18. März am Zentralfriedhof Tor 1.

Eintrag Sterbebuch Birnbaum Marie, 16. März 1896, Wien

Eintrag Sterbebuch Birnbaum Marie, 16. März 1896, Wien



Sohn: Dr. jur. Nathan (Nachum) Birnbaum, Publizist und Aktivist, geb. 16. Mai 1864 in Wien (Vater lt. Geburtsbuch aus Tarnów in Galizien, heute Polen! 54 km westlich von Ropcyce), wh. bei der Geburt: Wien, Lilienblumgasse Nr. 12, geh. 03. August 1890 Rosa Korngut aus Krakau, Tochter des Saeke (oder Salke) Korngut und der Scheindel Chana, geb. Gehorsam, wh. zur Zeit der Hochzeit: Wien 2, Schiffamtsgasse 4. Wohnort der Eltern von Nathan Birnbaum zur Zeit der Hochzeit: Wien 2, Große Schiffgasse Nr. 25. Nathan war bei der Hochzeit 26 Jahre, Rosa 21 Jahre alt.
Dr. Nathan Birnbaum starb am 2. April 1937 in Scheveningen (NL).
Interessant, dass beide Ehepartner sowohl Hebräisch als auch Deutsch unterschreiben: Nathan unterschreibt mit Nachum Birnbaum (Nachum ist auch der Name seines Großvaters, s.o.) auf Hebräisch.

Nathan Birnbaum, der vor allem unter dem Pseudonym Mathias Acher wirkte war

eine der geistreichsten und schillerndsten modernen jüdischen Persönlichkeiten, dessen Spur fast völlig aus dem jüdischen Bewußtsein verloren ging…

spektrum.de


Das Ehepaar Dr. Nathan Birnbaum und Rosa Korngut hatte 3 Söhne:

Dr. Salomon Ascher Birnbaum, geb. 24. Dezember 1891 in Wien,
Sprachwissenschaftler für hebräische und jiddische Sprache, gest. 28. Dezember 1889 in New York

Menachem Birnbaum, geb. 13. März 1893 in Wien, jüdischer Buchkünstler, Porträtzeichner und Buchillustrator, ermordet 1945 in Auschwitz (Schoa-Opfer)

Uriel Birnbaum, geb. 13. November 1894 in Wien, Maler und Schriftsteller, gest. 09. Dezember 1956 in Amersfoort (NL). Zu seinen Werken zählt u.a. der sogenannte Moses-Zyklus, dessen Originalbilder leider verschollen sind. Im Auditorium unseres Museums sind aber alle 50 Bilder des Zyklus reproduziert ausgestellt.


Siehe vor allem unseren Blogartikel „Tief betrauert von seiner Gattin und seinem Sohne…„.

Personenregister jüdischer Friedhof Währing


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Birnbaum Ignaz – 13. Jänner 1868

Ignaz (Itzik) Birnbaum, 19. Tevet 628 (= Dienstag Abend, 13. Jänner 1868) Die Grabinschrift Inschrift Ignaz Birnbaum: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) b(egraben) פ“נ [2] Der Gebieter, הגביר…

Ignaz (Itzik) Birnbaum, 19. Tevet 628 (= Dienstag Abend, 13. Jänner 1868)



Die Grabinschrift

Inschrift Ignaz Birnbaum: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) b(egraben) פ“נ
[2] Der Gebieter, הגביר
[3] der geehrte und teure, eine Leuchte, der toragelehrte (der CHAVER) הנכבד והיקר מאור החבר
[4] H(err) Itzik Löb, Sohn d(es) e(hrbaren) H(errn) David ר איצק ליב בן כהר דוד
[5] Birnbaum. בירנבוים
[6] Er starb am 19. Nisan des Jahres 628 n(ach der kleinen Zeitrechnung). נפטר יט ניסן שנת תרכח ל
[7] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה
[8] Hier ruhet
[9] Herr
[10] Ignaz Birnbaum
[11] gest. 13. Jänner 1868
[12] im 28. Lebensjahre.
[13] dessen Kind
[14] Anna
[15] gest. 8. Mai 1868
[16] 8 Monate alt.
[17] Tief betrauert von seiner
[18] Gattin und seinen Kindern


Anmerkung

Zeile 6: Schreibfehler in der hebräischen Grabinschrift. Der 19. Nisan 628 war der 11. April 1868 (darauf weist auch Dr. Pinkas Heinrich hin). Es muss יט טבת 19. Tevet heißen. Auch das hebräische Sterbedatum im Sterbebuch zeigt den 19. Tevet (s.u.)

Biografische Notizen

Ignaz (Itzik) Birnbaum, Liqueurfabrikant aus Ungarisch-Brod in Mähren, verheiratet mit Rosina Birnbaum, gest. 19. Tevet 628 = Dienstag, 13. Jänner 1868 um „8 Uhr Abend“ in Wien, Neulerchenfeldergasse Nr. 66, mit 28 Jahren an Typhus, begraben am jüdischen Friedhof Währing am 15. Jänner um „4 Uhr Nachmittag alten Platz links, vide (nahe) Birnbaum“.

Eintrag Sterbebuch Ignaz Birnbaum, 13. Jänner 1868

Eintrag Sterbebuch Ignaz Birnbaum, 13. Jänner 1868



Vater: David Birnbaum

Ehefrau: Rosina (Birnbaum)

Tochter: Anna Birnbaum („Der Rosina Birnbaum, Liqueurfabrikantin, ihr Kind Anna aus Neulerchenfeld“), gest. 16./17. Ijjar 628 = Freitag, 08. Mai 8 Uhr Abend, mit 8 Jahren an Auszehrung, Adresse wie Vater, s.o., begraben am jüdischen Friedhof Währing am 10. Mai 1868 um 9 Uhr Vormittag

Eintrag Sterbebuch Anna Birnbaum, 08. Mai 1868, Wien

Eintrag Sterbebuch Anna Birnbaum, 08. Mai 1868, Wien


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