Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Währing

Kalinowsky Zudekowitsch Boris – 26. September 1868

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Boris (Dov Berish) Zudekowitsch Kalinowsky, 10. Tischre 629 (= Schabbat, 26. September 1868) Die Grabinschrift Inschrift Boris Kalinowsky: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt) b(egraben)…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Boris (Dov Berish) Zudekowitsch Kalinowsky, 10. Tischre 629 (= Schabbat, 26. September 1868)



Die Grabinschrift

Inschrift Boris Kalinowsky: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] ein gottesfürchtiger Mann, teuer, bedeutend und geehrt, ein bekannter Vermögender. איש ירא אלקים יקר חשוב ונכבד גביר מפורסם
[3] Er handelte redlich, übte Gerechtigkeit und Wahrheit. Er liebte seine Ehefrau, נשא ונתן באמונה, פעל צדקה ואמת. אהב את רעיתו,
[4] erwirkte Gutes für die Bedürftigen, reichlich gab er den Armen all seine Tage. גמל טוב לאביונים, פזר נתן לעניים כל ימיו.
[6] Der MORENU Dov Berisch, Sohn des Chajim Zadik מהו דוב נעריש בר חיים צדיק
[7] Kalinowsky. קאַלינאווסקי.
[8] Er schied hin und ward versammelt zu seinem Volk im Alter von 46 Jahren גוע ונאסף אל עמיו בן ארבעים וששה שנה לימיו
[9] in der Stadt Baden am heiligen Schabbat, Jom Kippur בעיר באדען בשבת קודש יום כיפור
[8] und wurde zu Grabe gebracht in der Stadt Wien am 12. Tischre 629 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). והובל לקבורה לעיר וויען יב תשרי שנת תרכט לפ“ק
[9] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה
[10] Hier ruhet
[11] Herr Boris Kalinowsky
[12] Kaufmann aus Odessa
[13] geb. zu Winnitza in Russland
[14] gest. in Baden bei Wien am 26. Sept. 1868 im 47. Lebensjahr
[15] tief betrauert von der Gattin und den Kindern
[16] Friede seiner Asche!


Anmerkungen

Zeile 3: Vgl. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a „In der Stunde, wenn man einen Menschen zum Gericht bringt, fragt man ihn: ‚Hast du deinen Handel in Redlichkeit betrieben‘?…“ בשעה שמכניסין אדם לדין אומרים לו נשאת ונתת באמונה…. Es „… ist dies die erste Frage, die an den Menschen im Jenseits gerichtet wird.“
(Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540(?)-1670, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, Seite 128)

Zeile 4b: Psalm 112,9 פזר נתן לאביונים.

Zeile 6: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 8: Genesis 49,33 …ויגוע ויאסף אל עמיו:.


Biografische Notizen

Boris (Dov Berish) Zudekowitsch Kalinowsky, geb. ca. 1822, Kaufmann aus Winnitza in Russland, verheiratet, gest. 10. Tischre (Jom Kippur) 629 = Schabbat, 26. September 1868 um 05 Uhr morgens mit 46 Jahren an Lungentuberkulose in Baden/Wien, „Allengasse“ (wohl Allandgasse?), begraben 12. Tischre 629 = 28. September 1868 um 10 Uhr Vormittag am jüdischen Friedhof Währing, neuer Platz, 3. Reihe.

Eintrag Sterbebuch Währing, Boris (Dov Berisch) Kalinowsky, 10. Tischre 629 = 26. September 1868

Eintrag Sterbebuch Währing, Boris (Dov Berisch) Kalinowsky, 10. Tischre 629 = 26. September 1868



Vater: Chajim Zadik


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Beer Markus Hirsch – 14. Juli 1857

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Markus Hirsch (Meschullam vulgo Kaufman) Beer, 22. Tammus 617 (= Dienstag, 14. Juli 1857) Die Grabinschrift Inschrift Markus Beer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Stehet still…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Markus Hirsch (Meschullam vulgo Kaufman) Beer, 22. Tammus 617 (= Dienstag, 14. Juli 1857)



Die Grabinschrift

Inschrift Markus Beer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Stehet still und sehet die Hilfe Gottes
[2] התיצבו וראו את ישועת יהוה
[3] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[4] ein lauter wandelnder Mann, איש הולך תמים
[5] d(er) H(err), H(err) Meschullam, der genannt wurde Kaufman, הרר משולם המכונה קויפמאן
[6] Sohn d(es Herrn), H(errn) Zvi Beer. בן הרר צבי בעער
[7] Er wurde geboren in Saargemünd am Montag, 15. Adar I 546 נולד בסארגמונד יום ב טו אדר ראשון תקמו
[7] und ging in seine Welt i(n) g(utem) R(uf) am Dienstag, 22. Tammus והולך לעולמו בשט יום ג כב תמוז
[8] 617 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). תריז לפק
[9] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה
[10] M. H. BEER
[11] geboren zu Saargemünd den 13. Februar 1786,
[12] gestorben zu Wien den 14. Juli 1857.


Anmerkungen

Zeilen 1-2: Zitat aus Exodus 14,13, zuerst die deutsche Übersetzung (Zeile 1), dann das hebräische Original (Zeile 2).

Zeile 4: Psalm 15,2.


Biografische Notizen

Markus Hirsch (Meschullam vulgo Kaufman) Beer, geb. Montag, 15. Adar I 546 = 13. Februar 1786 in Saargemünd (Region Grand Est, bis 2015 Lothringen, Frankreich; im Sterbebuch irrtümlich „hier, also in Wien, geboren“ eingetragen!), Privater, verheiratet, gest. 22. Tammus 617 = Dienstag, 14. Juli 1857 um 13 Uhr mit 72 Jahren an Entkräftung am Alsergrund Nr. 126 [… Institut], begraben 16. Juli 1857 um 10 Uhr Vormittag am jüdischen Friedhof Währing, alter Platz bei „Kern“.

Eintrag Sterbebuch Währing, Markus H. Beer, 22. Tammus 617 = 14. Juli 1857

Eintrag Sterbebuch Währing, Markus H. Beer, 22. Tammus 617 = 14. Juli 1857



Vater: Zvi Beer


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


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Janowitz Heinrich – 26. Juli 1866

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Ein glücklicher Zufall gestern war, dass ich bei einem Blick auf das Bild jenes Grabsteins, der am 26. Februar 2019 als Titelbild für die Facebookseite des…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Ein glücklicher Zufall gestern war, dass ich bei einem Blick auf das Bild jenes Grabsteins, der am 26. Februar 2019 als Titelbild für die Facebookseite des Vereines „Rettet den jüdischen Friedhof Währing“ verwendet wurde, „von den Einwohnern Eisenstadts“ lese und mir daraufhin die Inschrift näher angesehen habe.

Der Grabstein von Heinrich Janowitz ist daher sozusagen der Initiativ-Grabstein für das Anfang Juni 2019 gestartete Projekt zum jüdischen Friedhof Währing. Der Blogartikel ging schon am 27. Februar 2019 online, wurde aber Anfang Juni überarbeitet und ergänzt.

Ein erstes wunderschönes Beispiel über die engen Beziehungen zwischen Eisenstadt und Wien:

Heinrich (Zvi Hirsch) Janowitz, 14. Av 626 (= Donnerstag, 26. Juli 1866)




Die hebräische Grabinschrift

Inschrift HeinrichJanowitz: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] d(er teure) M(ann), der Herausragende, sehr erhaben, ה’ה המרומם מאוד נעלה
[3] d(er) e(hrbare) H(err) Zvi Hirsch הרר צבי הרש
[4] S(ohn des) wundervollen Rabbinischen, MORENU Jakob Janowitz ב’הרבני המופלא מו’ה יאקב יאנאוויטץ
[5] von den Einwohnern d(er heiligen jüdischen) G(emeinde) Eisenstadt. מתושבי קק אייזענשטאדט
[6] S(eine Seele) g(ing hinweg) am 14. Menachem Av י’נ די מנחם אב
[7] des Jahres שנת
[8] als über ihn das „Herausgerissenwerden“ (= 5626) kam. עלה עליו ה כורת
[9] Dies (ist) זאת
[10] ein Denkstein auf der Grabstätte eines teuren Mannes, zart und lieblich. מצבת קבורת איש יקר רך ונעים
[11] Die Tage seiner Lebensjahre waren wenige und schlechte. ימי חיי שנותיו היו מעט ורעים
[12] Anfangs wa(r) sein Los glänzend und lichtvoll, ראשית גורלו הי’ צהיר ונהור
[13] aber an des Jünglings Ende war es bitter und verflucht. אבל אחריתו מנון מר ונאור
[14] Vom Rest seines Lebens wurde er abgeschnitten noch in seiner Blüte, מיתרי חיותו נתקו עודנו באבו
[15] In seinem Tod wurden all seine Sorgen und Schmerzen genommen. במותו לקח הכל צערו וכאבו
[16] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Die hebräische Inschrift ist heute nicht mehr zur Gänze lesbar, stellenweise ist sie auch sehr schlecht zu lesen. Die Ergänzungen konnten aufgrund einer Anfang des 20. Jahrhunderts angefertigten und vom Archivar der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Dr. Pinkas Heinrich, ca. 1905 korrigierten und ergänzten handschriftlichen Unterlagen gemacht werden.

Zeile 2: Psalm 47,10 מאד נעלה.

Zeile 8: Umstellung der Buchstaben der Jahreszahl, statt תרכו steht כורת, um das „aus dem Leben Herausgerissenwerden“ zu assoziieren.

Zeile 11: Genesis 47,9 מעט ורעים היו ימי שני חיי „Wenig und schlecht waren die Tage meines Lebens“.

Zeile 13: Bei dem in der Grabinschrift verwendeten Wort ונאור würde man zunächst „und glänzend“ übersetzen, was natürlich im Kontext keinen Sinn macht. Wahrscheinlich ist an Genesis 12,3 zu denken: ואברכה מברכיך ומקלליך אאור „Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen“. Danke an Claudia Chaya Bathya Markovits Krempke für den Hinweis!

Zeile 14: Ijob 8,12 עדנו באבו לא יקטף „In Blüte noch nicht geschnitten“.

Zeile 15: Wörtlich wohl: „wurde die Gesamtheit seiner Sorge und seines Schmerzes genommen“.


Biografische Notizen

Heinrich (Zvi Hirsch) Janowitz, geb. 18. März 1838, Kleinhändler aus Eisenstadt, gest. 14. Av 626 = 26. Juli 1866, begraben am jüdischen Friedhof Währing in Wien.

Geburtseintrag Heinrich Janowitz, 18. März 1838 in Eisenstadt

Geburtseintrag Heinrich Janowitz, 18. März 1838 in Eisenstadt


Sterbeeintrag Heinrich Janowitz, 26. Juli 1866 in Wien

Sterbeeintrag Heinrich Janowitz, 26. Juli 1866 in Wien


Vater: Jakob (ben Mendel) Janowitz, gest. 21. Juni 1872, begraben am älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Mutter: Johanna (Anna, Hanna, Lea Chana) Janowitz, gest. 05. September 1902, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Schwestern:

Katharina Janovetz (sic!), geb. 16. Oktober 1841 in Eisenstadt (Mutter: Hani, Beruf Vater: Kleinhändler), geh. 25. Juli 1861 Heinrich Austerlitz, Handelsmann, Sohn des Wilhelm Austerlitz und der Theresia (Austerlitz); wh.: Eisenstadt 25. Heinrich war bei der Hochzeit 26 Jahre, Katharina 19 (lt. Matriken; genaugenommen 20) Jahre alt. Gestorben 1921, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt.

Matriken Geburt Katharina Janovetz

Matriken Geburt Katharina Janovetz

Matriken Hochzeit Katharina Janowitz und Heinrich Austerlitz

Matriken Hochzeit Katharina Janowitz und Heinrich Austerlitz


Mini (Minna) Janovitz, geb. 22. März 1843 in Eisenstadt (Mutter: Anna, Beruf Vater: Händler), geh. 19. Juni 1864 Jakob Frischmann, ledig, Beruf: Handelsmann, Sohn des Salomon Frischmann und der Regine (Frischmann), geb. in Deutschkreutz, wh.: Ödenburg (Sopron) 57. Jakob war bei der Hochzeit 28 Jahre, Minna 19 (lt. Matriken; genaugenommen 21)Jahre alt; wh.: Eisenstadt 23

Matriken Geburt Mini Janovitz

Matriken Geburt Mini Janovitz

Matriken Hochzeit Minna Janowitz und Jakob Frischmann

Matriken Hochzeit Minna Janowitz und Jakob Frischmann


Regine Janovitz, geb. 23. November 1848 (Mutter: Anna, Beruf Vater: Handelsmann)

Matriken Geburt Regine Janovitz

Matriken Geburt Regine Janovitz


Brüder:

Adolf/ph Janovitz, geb. 08. August 1839 (Mutter: Anna, Beruf Vater: Weinhändler), Kaufmannslehrling, gest. mit 23 Jahren an Gedärmentzündung am 19. Juni 1862 in Budapest

Matriken Geburt Adolf Janovitz

Matriken Geburt Adolf Janovitz

Matriken Tod Adolph Janowitz

Matriken Tod Adolph Janowitz


Igna(t)z / Eduard Janov(w)itz („Adolf“ durchgestrichen!), geb. 03. November 1844 (Mutter: Anna, Beruf Vater: Handelsmann), gest. als „Eduard recte Ignaz Janowitz“ mit 24 Jahren am 26. September 1867 in Wien, ledig, Kadett, Arrestant aus Eisenstadt, begraben Friedhof Währing, Allg. Platz 12. Reihe

Matriken Geburt Ignatz Janovitz

Matriken Geburt Ignatz Janovitz

Matriken Tod Eduard recte Ignaz Janowitz

Matriken Tod Eduard recte Ignaz Janowitz


Alexander Janovitz („Simon“ durchgestrichen!), geb. 21. Jänner 1846 (Mutter: Hana, Beruf Vater: Handelsmann)

Matriken Geburt Alexander Janovitz

Matriken Geburt Alexander Janovitz


David Janovitz („Eduard“ durchgestrichen!, s.o. Sohn Ignatz!), geb. 27. März 1847 (Mutter: Anna, Beruf Vater: Händler)

Matriken David Janovitz

Matriken Geburt David Janovitz


Moritz Janovitz, geb. 22. September 1850 (Mutter: Anna, Beruf Vater: Händler)

Matriken Moritz Janovitz

Matriken Geburt Moritz Janovitz


Max Janovitz, geb. 29. Jänner 1852 (Mutter: Hanni Pollak), Geburts- und Wohnort: Eisenstadt Judengasse 30

Matriken Max Janovitz

Matriken Geburt Max Janovitz


Wilhelm (Wolf) Janovitz, geb. 22. Mai 1853 (Mutter: Anna Pollak), Geburts- und Wohnort: Eisenstadt 30
Alexander/Siegmund (Süßkind) Janovitz, geb. 22. Mai 1853, gest. 04. Juni 1854 als Siegmund Janovitz an „zurückgetretenen Masern“, 1 Jahr alt, Geburtsort: Eisenstadt, Wohnort: Eisenstadt 30 (s.u. Anmerkung zum Namen!)

Matriken Zwillingsgeburt Wilhelm und Alexander Janovitz

Matriken Zwillingsgeburt Wilhelm und Alexander Janovitz

Matriken Tod Siegmund Janovitz

Matriken Tod Siegmund Janovitz


Kleiner Exkurs zum Sohn mit dem Namen Alexander bzw. Siegmund Janovitz:
Bei Alexander Janovitz (und seinem Zwillingsbruder Wilhelm) verfügen wir über einen Geburtsmatrikeneintrag (s.o.). Für Siegmund Janowitz existiert nur ein Eintrag in den Sterbematriken (s.u.), immerhin mit Altersangabe, dass er nämlich 1 Jahr alt war, als er starb.
Aufgrund des Fehlens der Eltern in den Sterbematriken sowie des Fehlens eines Geburtseintrages kann Siegmund nur aufgrund der angegebenen Sterbeadresse (Eisenstadt 30) als möglicher Sohn von Jakob und Johanna Janowitz vermutet werden.
Wenn er allerdings mit 1 Jahr verstarb (und wir diese Angabe als richtig werten), muss er gleichzeitig mit den Zwillingen Alexander und Wilhelm geboren sein. Aber weder Drillinge noch die Geburt Siegmunds finden sich in den Geburtsmatriken.
Sollte einer der Zwillinge seinen bürgerlichen Namen gewechselt haben, kommen sowohl Alexander als auch Wilhelm in Frage, beim Tod als Siegmund eingetragen worden zu sein.
Des Rätsels Lösung ist aber m.E. der in allen 3 Fällen (Geburt Alexander und Wilhelm sowie Tod Siegmund) in den Matriken angegebene hebräische Name, also der Synagogalname. Wilhelm Wolf, Alexander Süßkind und, das ist die Überraschung, Siegmund Süßkind. Siegmund scheint also aller Wahrscheinlichkeit nach der als Alexander geborene Zwilling zu sein.

Wirklich wundern sollten wir uns vielleicht nicht über Alexander/Siegmund, weil offensichtlich mehrmals Schwierigkeiten mit den bürgerlichen Namen beim Eintrag in die Geburtsbücher auftraten (s.o. David – Eduard, Ignatz – Adolf, Alexander – Simon, und schließlich heißt nicht David, sondern Ignatz bei seinem Tod Eduard!)

Josef/ph (Avigdor) Janovitz, Hausierer, geb. 03. Oktober 1854 (Mutter: Anna Pollak), Geburts- und Wohnort: Eisenstadt Judengasse 30; geh. 24. Februar 1889 Ilka Pfeifer, geb: Szentgyörgy (St. Georgen) bei Bratislava, wh.: Wien, ledig, Tochter des Jakob Pfeifer und der Resi Stieglitz. Jakob war bei der Hochzeit 34 Jahre, Ilka 28 Jahre alt. Rabbiner war Salomo Kutna.

Matriken Geburt Joseph Janovitz

Matriken Geburt Joseph Janovitz

Matriken Hochzeit Josef Janovitz und Ilka Pfeifer

Matriken Hochzeit Josef Janovitz und Ilka Pfeifer


Emanuel Janovitz, geb. 19. November 1836 (Mutter: Hana, Beruf Vater: Weinhändler)

Matriken Geburt Emanuel Janovitz

Matriken Geburt Emanuel Janovitz


1. Ehe Emanuel Janowitz: geh. in Baden 11. April 1861 Cäcilia Spitzkopf, wh.: Leipnik 47, Tochter des Leopold Spitzkopf und der Rosa (Spitzkopf). Emanuel war bei der Hochzeit 24 (genaugenommen 25) Jahre, Cäcilia 20 Jahre alt, beide ledig.

Matriken Hochzeit Emanuel Janowitz und Cäcilia Spitzkopf

Matriken Hochzeit Emanuel Janowitz und Cäcilia Spitzkopf


Scheidung Emanuel Janowitz:
Im Totenprotokoll (Sterbematriken) (!) von Eisenstadt findet sich im Jahr 1869 als Zusatz zu den Sterbeeinträgen die Überschrift „Ehescheidungen“. Dort findet sich mit Datum 18. Oktober 1869 der Eintrag:
„Emanuel Janowitz, geschieden von Cäcilia Spitzkopf“ und als Anmerkung: „Ihre Ehe fand statt am 11. 4. 1861 in Baden“.
Schon etwas überraschend, dass sich der Scheidungseintrag in den Sterbematriken und nicht in den Trauungsmatriken befindet.

Matriken Scheidung Emanuel Janowitz und Cäcilia Spitzkopf

Matriken Scheidung Emanuel Janowitz und Cäcilia Spitzkopf


2. Ehe Emanuel Janowitz: geh. in Eisenstadt 06. April 1876 Hermina Kreutler, geb. in Kolin, wh.: Wien, Glockengasse 29. Zur ihrer Herkunft und Familie siehe Kommentar von Wolf-Erich Eckstein.

Matriken Hochzeit Emanuel Janowitz und Hermina Kreutler

Matriken Hochzeit Emanuel Janowitz und Hermina Kreutler


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


1 Kommentar zu Janowitz Heinrich – 26. Juli 1866

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