Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Währing

Wertheimer Marianna, geb. Oppenheim – 25. September 1836

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Marianna (Mirjam) Wertheimer, geb. Oppenheim, 14. Tischre 597 (= Sonntag, 25. September 1836) Die Grabinschrift Inschrift Marianna Wertheimer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen)…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Marianna (Mirjam) Wertheimer, geb. Oppenheim, 14. Tischre 597 (= Sonntag, 25. September 1836)



Die Grabinschrift

Inschrift Marianna Wertheimer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] die angesehene und bescheidene Frau, d(ie tüchtige) F(rau), Frau Mirjam, האשה החשובה והצנועה א’ח מרת מרים
[3] Tochter des Vorstehers, des Toragelehrten, MORENU, H(errn) Schneur Oppenheim, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden), בת האלוף התורני מו“הרר שניאור אפענהיים ז“ל
[4] Ehefrau des erhabenen Einflussreichen, d(es ehrenwerten) H(errn), H(errn) Salomon, der genannt wurde Salman אשת הקצין המרומם כהר“ר שלמה המכונה זלמן
[5] Wertheim, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden), aus der Stadt Wien. Sie verstarb am 1. Sukkottag ווערטהיים ז’ל מעיר וויען נפטרת יום א’ דסוכות
[6] 597 n(ach der kleinen Zeitrechnung). תקצז ל
[7] I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[8] Hier ruhet
[9] die Hülle der seligen Frau
[10] MARIANNA WERTHEIMER
[11] geborene Oppenheim, Gattin des seligen
[12] Herrn Salamon Joseph Wertheimer,
[13] geb. zu Königsberg in Preussen
[14] im Jahre 1767
[15] gestorben den 25. September 1836
[16] War der Abend schwer und trübe,
[17] Sei dir friedensvoll die Nacht,
[18] Bis in treuer Vaterliebe
[19] Dir ein neuer Morgen lacht.
[20] Der liebevollen und sorgsamen Mutter
[21] ihre dankbaren Kinder.


Anmerkungen

Zeile 2: Babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 59b אשה חשובה u.a. und Schabbat 53b צנועה אשה.

Zeile 3: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Marianna (Mirjam) Wertheimer, geb. Oppenheim 1767 in Königsberg in Preußen, Witwe, gest. 1. Sukkottag = 14. Tischre 597 (= Sonntag, 25. September 1836) um 23 Uhr mit 68 Jahren an Entkräftung in Wien Stadt Nr. 403, begraben 26. oder 27. September 1836 (s. Eintrag Sterbebuch) am jüdischen Friedhof Währing, Leichenzeichen, lt. Gräberbuch alte Nr: 389, neu: Gruppe 2, Nr. 108.
Zum Alter: In der Grabinschrift geboren 1767, damit wäre Marianna Wertheimer mit 69 Jahren gestorben (so auch im Gräberbuch), im Sterbebuch 68 Jahre.

Vater: Süßkind Schneur Oppenheim, geb. ca. 1732 in Hamburg, gest. 09. September 1809 in Königsberg in Preußen

Ehemann: Salomon Joseph, genannt Salman Wertheimer, geb. ca. 1757, aus Mannheim, tolerierter Handelsmann in Wien, Kaufmann, gest. 27. Mai 1834 mit 77 Jahren an allgemeiner Lähmung in Wien Stadt Nr. 403, begraben am jüdischen Friedhof Währing

Der Urgroßvater von Salomon Joseph Wertheimer ist niemand Geringerer als der „Hof- und Kriegsoberfaktor“ und Landesrabbiner von Ungarn, Samson Wertheimer, gest. 06. August 1724, begraben am jüdischen Friedhof Seegasse in Wien.

Eintrag Sterbebuch Wien, Salomon Joseph Wertheimer, 25. Mai 1834

Eintrag Sterbebuch Wien, Salomon Joseph Wertheimer, 25. Mai 1834


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


Keine Kommentare zu Wertheimer Marianna, geb. Oppenheim – 25. September 1836

Mannheimer Elisabeth (Lisette), geb. Damier – 24. November 1858

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Elisabeth / Lisette (Lea) Mannheimer, geb. Damier, 17. Kislew 619 (= Mittwoch, 24. November 1858) Vorderseite: Die deutsche Grabinschrift Inschrift Elisabeth Mannheimer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Elisabeth / Lisette (Lea) Mannheimer, geb. Damier, 17. Kislew 619 (= Mittwoch, 24. November 1858)



Vorderseite: Die deutsche Grabinschrift

Inschrift Elisabeth Mannheimer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Frau
[2] Lisette Mannheimer
[3] gestorben in ihrem 60. Lebensjahre
[4] am 24. November 1858
[5] Wärmer schlug kein Herz das die Gräber bedecken als dies hier.
[6] Treuer hat keines für Kind, keines für den Gatten gesorgt.
[7] Eine Mutter war sie nicht denen nur, die sie geboren.
[8] Mitten im eigenen Leid dachte der Fremden sie stets.
[9] Rege blieb ihr der Geist im langen schmerzlichen Siechthum.
[10] Leicht ward ihr der Tod, mag es die Erde ihr sein.

Rückseite: Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Elisabeth Mannheimer H: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] die teure Frau, האשה הכבודה
[3] Frau מרת
[4] Lea, Ehefrau des MORENU, H(errn) Isak Mannheimer. לאה אשת מה“רר יצחק מאנהיימר
[5] Eine verständige Frau, von guter Einsicht und Erkenntnis. אשה משכלת. טובת אם ודעת.
[6] Krone ihres Hauses, eine fröhliche Mutter den Kindern. עטרת ביתה. אם הבנים שמחה.
[7] Sie ging in ihre Welt am Mittwoch, 17. Kislew והלכה לעולמה יום ד’ י’ז כסלו
[8] des Jahres der Zukunft und der Hoffnung. שנת א’ח’ר’י’ת’ ותקוה
[9] I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Hebräische Inschrift, Zeile 4: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Hebräische Inschrift, Zeile 6: Psalm 113,9 אם הבנים שמחה.

Hebräische Inschrift, Zeile 8: Jeremia 29,11 אחרית ותקוה.


Biografische Notizen

Elisabeth / Lisette (Lea) Mannheimer, geb. Damier ca. 1799 (s. Gräberbuch) in Hamburg, gest. 17. Kislew 619 = Mittwoch, 24. November 1858 in Wien, Seitenstettengasse 494 an Lungenlähmung, begraben am jüdischen Friedhof Währing 26. November, 15 Uhr, alter Platz neben Porges, Nr. 305, neu: Gruppe 5, Nr. 1

Vater: Hirsch Israel Damier, Kaufmann
Mutter: Fanny Wolf

Ehemann: Isak Noa Mannheimer, erster Prediger am israelitischen Stadttempel in Wien, geb. 17. Oktober 1793 in Kopenhagen, gest. 18. März 1865 in Wien, begraben 20. März 1865 am jüdischen Friedhof Währing neben seiner Ehefrau, 30. Dezember 1941 exhumiert und auf dem Zentralfriedhof Wien 6/0/8 wiederbestattet

Sieben Kinder, s.v.a. Georg Gaugusch, Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens, 1800-1938, Band II, L-R, Wien 2016, 2109ff


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


Keine Kommentare zu Mannheimer Elisabeth (Lisette), geb. Damier – 24. November 1858

Benveniste Mose – 12. Oktober 1849

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Mose Benveniste, 27. Tischre 610 (= Nacht zu Schabbat, 12. Oktober 1849) Die hebräische Grabinschrift Inschrift Mose Benveniste: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt) b(egraben)…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Mose Benveniste, 27. Tischre 610 (= Nacht zu Schabbat, 12. Oktober 1849)



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Mose Benveniste: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] der Kluge und Hervorragende, Mose Benveniste. E(r) s(tarb) in der Nacht הנו“ם משה בנויניסטי נ“ע ליל
[3] zum h(eiligen) Sch(abbat), 27. Tischre und wurde begraben am Sonntag ש“ק כ’ז תשרי ונקבר ביום א
[4] des Jahres 5610 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). שנת התרי לפק
[5] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 2: Abkürzung aufgelöst in: הנבון ומעולה.

Zeile 4: Fehler, es muss natürlich לפג „nach der großen Zeitrechnung“ sein, da der Tausender ה (= 5000) auch geschrieben ist.


Biografische Notizen

Mose Benveniste, geb. ca. 1798 in Wien, türkischer Handelsmann/Kaufmann, verheiratet, gest. 27. Tischre 610 = Nacht zu Schabbat, 12. Oktober 1849 mit 51 Jahren an Entkräftung in Wien, Jägerzeile 60, begraben Sonntag, 14. Oktober 1849 um 14 Uhr am jüdischen Friedhof Währing, türkischer Platz, lt. Gräberbuch Nr. 2096, neu: Gruppe 5, Nr. 575


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


Keine Kommentare zu Benveniste Mose – 12. Oktober 1849

Königsberg Aloysia, geb. Hor(o)witz – 16. Juli 1793

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Aloysia (Libe) Königsberg, geb. Hor(o)witz, 08. Av 593 (= Dienstag, 16. Juli 1793) Die Grabinschrift Inschrift Aloysia Königsberg: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Der Geist wohnt…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Aloysia (Libe) Königsberg, geb. Hor(o)witz, 08. Av 593 (= Dienstag, 16. Juli 1793)



Die Grabinschrift

Inschrift Aloysia Königsberg: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Der Geist wohnt bei Gott, הרוח שב אל אלהים
[2] die Asche ist hier geborgen. והעפר פה נטמן
[3] Die ehrenvolle Frau, F(rau) Libe K(önigs)b(erg), Tochter האשה כבודה מ“ לנבע ק“ב בת
[4] des MORENU, H(errn) Jesa(ja) Segal, d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden), Horwitz מוהר“ר ישעי’ סגל זצ“ל הורוויץ
[5] aus Breslau. I(hre Seele) g(ing hinweg) am 5. Av im Jahre מברעסלוי י“נ ביום ה אב בשנת
[6] 5553 n(ach der) g(roßen) Z(eitrechnung). I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). התקנג לפג תנצבה
[7] L. KÖNIGS BERG
[8] GEBOHRNE HORWITZ
[9] SIE STARB ZU FRÜHE
[10] FÜR TOCHTER
[11] UND FREUNDE


Anmerkungen

Zeile 3: Wörtlich: „Die Frau der Ehre“, sollte sonst האשה הכבודה sein.

Zeile 4: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 5: Sehr wahrscheinlich kommt nicht die Familie Hor(o)witz aus Breslau, sonden der Ehemann (s.u. Biografische Notizen).


Biografische Notizen

Aloysia (Libe) Königsberg, geb. Hor(o)witz ca. 1748 wahrscheinlich in Tarnopol (s. Anmerkung im Gräberbuch, dass ihre Schwester Maria Debora, gest. 17. Juli 1859 aus Tarnopol kommt), gest. 08. Av 593 (= Dienstag Abend, 16. Juli 1793) in Wien, Spenglergasse Nr. 580.
Dr. Pinkas Heinrich schreibt in seinen Anmerkungen (s.o. Scan) als Sterbedatum den 17. Juli an, weil er den 08. Av von der hebräischen Grabinschrift umrechnet. Aloysia Königsberg muss, wenn der im Sterbebuch und in der Wiener Zeitung eingetragene 16. Juli stimmt, in den späteren Abendstunden des Dienstags gestorben sein, also schon am 08. Av. Begraben am jüdischen Friedhof in Währing, alte Nummer 904, neu: Gruppe 4, Nr. 384.

Ehemann (weiland?): Georg Königsberg, sehr wahrscheinlich aus Breslau, k.k. Hofagent


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


Keine Kommentare zu Königsberg Aloysia, geb. Hor(o)witz – 16. Juli 1793

Baruch Regina, geb. Mailänder – 13. März 1821

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Regina (Reikel) Baruch, geb. Mailänder, 09. Adar II (= Dienstag, 13. März 1821) Die hebräische Grabinschrift Inschrift Regina Baruch: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist)…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Regina (Reikel) Baruch, geb. Mailänder, 09. Adar II (= Dienstag, 13. März 1821)



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Regina Baruch: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen). פ“ט
[2] Über diese (Frau) weine ich, mein Auge, על אלה אני בוכה עיני
[3] mein Auge floss vor Wasser über das Hinscheiden עיני ירדה מים על פטורת
[4] meiner bescheidenen und frommen Mutter und Lehrerin, d(er Frau) Reikel, א“מ הצנועה והחסוד’ מ’ ריקל
[5] Ehefrau m(eines Herrn), m(eines Vaters und meines) verehrten und erhabenen L(ehreres), אשת אא“מ הנכבד והמרומם
[6] des Toragelehrten, MORENU Baruch Arj(e), die verstarb התורני מו“ה ארי’ שנפטר
[7] am Dienstag, 9. Adar II des Jahres 581 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). יום ג’ ט’ אדר שני שנת תקפא לפק
[8] I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 2/3: Vgl. Klagelieder 1,16 עיני עיני ירדה מים „mein Auge, mein Auge, trieft vor Wasser“ bzw. Psalm 147,18 יזלו מים „flossen Wasser“.

Zeile 4: Dr. Pinkas Heinrich bessert korrekt aus und löst auch die Abkürzung auf: אמי מורתי.

Schabbat 53b צנועה אשה.

Zeile 6: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Dr. Pinkas Heinrich glaubt, was er asuführlich anmerkt, dass der Nachname „Löwy“ ist, „obwohl unter B(arach) eingetragen. Heinrich argumentiert mit dem in der Inschrift genannten Namen „Arje“ = Löb = Löwy.
Heinrich irrt aber offenbar, weil im Gräberbuch, ebenfalls ausführlicher kommentiert, darauf hingewiesen wird, dass die Verstorbene bzw. ihr Ehemann zur Familie der Baruch Königswarter gehören, die keine Leviten waren (daher Löwy als Nachname ausscheidet). Siehe die Einträge im Sterbebuch sowohl von Ehemann Löbl Baruch als auch von den Söhnen Anton und Samuel, bei denen die Herkunft mit „Königswarth in Böhmen“ angegeben wird.
Die Grabinschrift für seine Mutter wurde vom 13jährigen (Heinrich schreibt 15jährig) Sohn Anton „allgemein“ verfasst, wie Heinrich anmerkt.

Regina (Reikel) Baruch, geb. Mailänder ca. 1878, aus Oberschönbach in Bayern (nicht in Böhmen wie im Sterbebucheintrag!), gest. 09. Adar II = Dienstag, 13. März 1821 mit 43 Jahren an Lungenschwindsucht in Wien, Leopoldstadt 130, begraben am jüdischen Friedhof Währing, alte Nummer: 1083, neu: Gruppe 4, Nr. 476

Ehemann: Saul Baruch Löb Baruch, geb. ca. 1768 in Köngswarth in Böhmen, Öhlrechnungsführer der Chewra Kadischa, gest. 12. Febraur 1843, begraben am jüdischen Friedhof Währing

Eintrag Sterbebuch Wien, Löwy Baruch, 12. Februar 1843

Eintrag Sterbebuch Wien, Löwy Baruch, 12. Februar 1843



Söhne (starben binnen einer Woche):

Samuel Baruch, geb. ca. 1790 in Königswarth in Böhmen, gest. 05. August 1847 in Wien, begraben am jüdischen Friedhof Währing

Anton (Natal) Baruch, geb. ca. 1808 in Königswarth in Böhmen, gest. 26. Juli 1847 in Wien, begraben am jüdischen Friedhof Währing


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


Keine Kommentare zu Baruch Regina, geb. Mailänder – 13. März 1821

Kadisch Theresia, geb. Teltsch(er) – 20. September 1808

Personenregister jüdischer Friedhof Währing Theresia (Resl) Kadisch, geb. Teltsch(er), 28. Elul 568 (= Dienstag, 20. September 1808) Die hebräische Grabinschrift Inschrift Theresia Kadisch: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist)…

Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Theresia (Resl) Kadisch, geb. Teltsch(er), 28. Elul 568 (= Dienstag, 20. September 1808)



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Theresia Kadisch: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen). פ“ט
[2] Ehrenvoll war sie auf rechtem Wege. רבודה בדרך סלולה
[3] Teurer als das Gold des Landes Chawila. יקרה בזהב חוילה
[4] Frei von Makel war sie gerühmt. זכה מדופי היא הוללה
[5] Ihr unschuldiges und reines Herz war im Innersten krank. לב נקי וטהור פנימה חלה
[6] D(ie ehrbare) F(rau) Resl Tochter d(es ehrbaren) H(errn) Falk ה’ה האשה ריזל בת כ“ה פֿאלק
[7] Teltsch a(us der) h(eiligen jüdischen) G(emeinde) Meseritsch, Ehefrau טעלטש מק“ק מעזריטש אשת
[8] d(es ehrbaren) H(errn) Lipman Kadisch aus Austerlitz כ“ה ליפמאן קדש מאויסטערליץ
[9] Sie verstarb am Dienstag und wurde begraben am Mittwoch, נפטרה ביום ג’ ונקברה ביום ד’
[10] V(orabend von) R(osch) H(aschana) 568 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ערה תקסח לפ“ק
[11] I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 2: S. Ezechiel 23,41 וישבת על מטה כבודה ושלחן עוך לפניה „Du hast dich gesetzt auf ein herrliches Lager und davor war ein Tisch hergerichtet“. Die Masoreten korrigieren כבודה auf רבודה „bereitet“ („ein Lager bereiten“). In der Grabinschrift wird רבודה wegen des Akrostychons genommen, muss aber wohl im Sinn von כבודה übersetzt werden.

Zeile 3: S. Genesis 2,11 שֵׁם הָאֶחָד פִּישׁוֹן הוּא הַסֹּבֵב אֵת כָּל-אֶרֶץ הַחֲוִילָה אֲשֶׁר-שָׁם הַזָּהָב „Der Name des ersten (Flusses) ist Pischon; er fließt um das ganze Land Hawila und dort findet man Gold.“

In der Grabinschrift בזהב, sollte eher מזהב sein. So haben es die usprünglichen Angestellten der Israelitischen Kultusgemeinde auch transkribiert, Dr. Pinkas Heinrich korrigiert aber natürlich korrekt (s. o. die Scans).

Zeile 5: Wörtl.: „Ein unschuldiges und reines Herz…“

Zeile 2 bis 5: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen der Verstorbenen (Resl).


Biografische Notizen

Theresia (Resl) Kadisch, geb. Teltsch(er) ca. 1739 oder 1748, verheiratet, gest. mit 60 Jahren (in der Wiener Zeitung mit 69 Jahren, s.u.) 28. Elul 568 = Dienstag, 20. September 1808 an Schleimschlag in Wien Stadt, begraben Mittwoch, 21. September 1808 am jüdischen Friedhof Währing, 606, Gruppe 4, Nr. 103 (lt. Gräberverzeichnis).

Zum Sterbetag:
In der hebräischen Grabinschrift ist Dienstag (der 28. Elul = 20. ) angegeben und als Begräbnistag Mittwoch (der 29. Elul), Vorabend von Rosch Haschana.
Im Gräberverzeichnis ist auch der 20. September angegeben.
Im Sterbebuch und im Verzeichnis der Verstorbenen in der Wiener Zeitung ist der 19. September angegeben, was nur dann stimmen kann, wenn Theresia Kadisch in den späten Abendstunden verstorben ist und es somit bereits der 28. Elul war, der im Gräberbuch sozusagen rückgerechnet wurde auf den 20. September (und daher Dienstag, obwohl noch Montag war).

Vater: Falk Teltsch aus Meseritsch (Böhmen (!), also wahrscheinlich České Meziříčí)

Ehemann: Lazar (Lipman) Kadisch, Brandtweiner, gest. 13. 10. 1811 um 12 Uhr Mittag mit 72 Jahren an Lungenbrand, begraben am selben Tag am jüdischen Friedhof Währing

Eintrag Sterbebuch Wien, Lazar (Lipman) Kadisch, 13. Oktober 1811

Eintrag Sterbebuch Wien, Lazar (Lipman) Kadisch, 13. Oktober 1811


Personenregister jüdischer Friedhof Währing


Keine Kommentare zu Kadisch Theresia, geb. Teltsch(er) – 20. September 1808

Finde:

Generic selectors
Nur exakte Ergebnisse
Suche im Titel
Suche im Inhalt
rl_gallery
Filter nach Kategorien
Abbazia / Opatija
Cheder
Ebenfurth
Fiume / Rijeka
Friedhof Eisenstadt (älterer)
Friedhof Eisenstadt (jüngerer)
Friedhof Kobersdorf
Friedhof Mattersburg
Friedhof Triest
Friedhof Währing
Genealogie
Karmacs
Kunst und Kultur
Leben und Glaube
Mitbringsel / Souvenirs
Podcasts
Salischtschyky / Zalishchyky
Veranstaltungen
nach oben