Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Genealogie

Familienfoto

Ganz oben rechts, in der nordwestlichen Ecke des jüdischen Friedhofes von Kobersdorf, finden wir eine Formation von Grabsteinen, die gleich auf den ersten Blick ins Auge fällt. Etwas abgehoben, abgesetzt…

Ganz oben rechts, in der nordwestlichen Ecke des jüdischen Friedhofes von Kobersdorf, finden wir eine Formation von Grabsteinen, die gleich auf den ersten Blick ins Auge fällt.
Etwas abgehoben, abgesetzt von den anderen Grabsteinen, befindet sich dort eine Gruppe von sehr schönen und mächtigen Grabsteinen, die zudem fast alle auffällig lange Grabinschriften haben.

von links: 1. Reihe: Josefa Alt, Johanna Alt, David Alt, Lazar Alt, 2. Reihe: Mose Alt, 3. Reihe: Ester Alt, Sigmund Alt

von links: 1. Reihe: Josefa Alt, Johanna Alt, David Alt, Lazar Alt, 2. Reihe: Mose Alt, 3. Reihe: Ester Alt, Sigmund Alt



Wissen wir, wem die Grabsteine gehören, mutet es an, als wäre diese Anreihung der Grabsteine in drei Reihen die Versammlung einer Großfamilie, die sich zum Gruppenfamilienfoto aufgestellt hat. Und die gleichzeitig über 160 Jahre jüdische Geschichte von Kobersdorf erzählt. Eine Geschichte, die aber noch viel weiter reicht: von der berühmten und von Rabbiner David Alt Eibnitz (geb. ca. 1775) geleiteten Jeschiva bis zum Gemischtwarengeschäft von Moses Alt, bis Auschwitz und bis ins Exil in Kanada und Israel.

Die Familie Alt

In der Mitte der drei Reihen ‒ und allein in seiner Reihe ‒ der hervorstechende Grabstein des Mose Alt, der 1924 starb und im Sterbebuch als Kaufmann, im Hochzeitsbuch (noch) als Talmudist eingetragen ist. Der Grabstein von Mose Alt symbolisiert sozusagen auch mit seinem Standort in der 2. Reihe den Übergang von den Gelehrten- und Rabbinergenerationen seiner Eltern und Großeltern (1. Reihe) hin zu der mehr bürgerlichen und zunehmend assimilierteren Generation seiner Kinder- und Kindeskinder (3. Reihe).

Denn in der ersten Reihe unserer Formation, also in der Reihe vor Mose Alt, liegen sein Vater, Rabbiner Lázár (Abraham Elieser Se’ev / Wolf) Alt und seine Mutter Josefa / Pepi / Paulina (Feierl bzw. Peierl) Alt, geb. Neumann sowie sein Großvater, der große Rabbiner David Alt Eibnitz und seine Großmutter Johanna / Hani (Chana) Alt Eibnitz, geb. Kunitz.

In der dritten Reihe, also in der Reihe hinter Mose Alt, sind zwei seiner früh verstorbenen Kinder begraben: Esther Alt, starb 1928 mit 26 Jahren an Lungenentzündung, ihr Bruder Sigmund Alt starb 1936 mit 46 Jahren.
Deren Geschwister Max und Adele Alt hatten ihr Geschäft in der Schlossgasse, eine Filiale befand sich in der Hauptstraße von Kobersdorf. Ein weiterer Bruder, Gustav (Gedalja) Alt, geboren 1898 in Kobersdorf, floh 1939 nach Frankreich und kam 1940 in das Sammellager Drancy. 1942 wurde er nach Auschwitz deportiert und ermordet ( Schoa-Opfer).


Grabstein David Alt Eibnitz

Grabstein David Alt Eibnitz.

Der Großvater von Moses Alt, Rabbiner David Alt Eibnitz, war 43 Jahre lang, von 1807 bis zu seinem Tod im Jahr 1850 Rabbiner in Kobersdorf und damit der längst dienende Rabbiner der Gemeinde. Seine rabbinische Ausbildung genoss er immerhin bei einem der Größten aller Zeiten, bei Chatam Sofer, der von 1798 bis 1806 Rabbiner in Mattersdorf war.
Es heißt, dass dieser dem Rabbiner David Alt geraten hätte, immer einen jüdischen Kalender bei der Hand zu haben, in dem die Minhagim (Bräuche) angeführt werden. Und zwar deshalb, damit es nicht passieren kann, dass ein Gemeindemitglied mit simplem Gemüt den Rabbiner auf einen nicht so wichtigen Minhag aufmerksam macht, an den sich er (der Rabbiner) nicht gehalten hätte. Der Kalender hilft dem Rabbiner solche misslichen Situationen zu vermeiden.
Auch die wunderschöne und gelehrte Grabinschrift zeugt von der großen Bedeutung Rabbiner David Alts und der Wertschätzung, die die Gemeinde ihm entgegenbrachte.

Die Nachfolge von Rabbiner David Alt Eibnitz trat Rabbiner Abraham Shag Zwebner an.
Zwebner wurde am 17. April 1801 (04. Ijjar 561) in Hlohovec (deutsch: Freistadl) in der Slowakei geboren, studierte ebenfalls bei Rabbiner Chatam Sofer (1762-1839) in Pressburg, wo er auch die Smicha erhielt, also die formelle Einsetzung als Rabbiner. 1851 kam er als Rabbiner nach Kobersdorf. In seine Amtszeit fiel auch der Neubau der Synagoge von Kobersdorf im Jahr 1860. Mehr über Rabbiner Abraham Zwebner in unserem Blogartikel „Die ehemalige Synagoge in Kobersdorf„.
Seine Ehefrau Leni (Rebekka Lea), geb. Spitz, starb schon 1863 und ist am jüdischen Friedhof Kobersdorf begraben und zwar ebenfalls in der Alt-Reihe, unmittelbar neben Josefa / Pepi / Paulina (Feierl bzw. Peierl) Alt, geb. Neumann (siehe das Bild ganz oben im Header), der Ehefrau des Nachfolgers und Sohnes von Rabbiner David Alt Eibniz, Lázár (Abraham Elieser Se’ev / Wolf) Alt.

Lazar Alt

Lázar Alt, der als Rabbiner eine ebenso große Bedeutung wie sein Vater erlangte, war bis zu seinem Tod am 07. April 1898 Rabbiner von Kobersdorf. Im Jahr 1895 hatte er die schreckliche Hochwasserkatastrophe miterlebt und konnte sein Leben nur durch die Flucht auf einen Sparherd (Küchenhexe) retten.

Die zeitgenössische ungarische Presse berichtet nach seinem Tod von

einer bis dahin selten wahrgenommenen Trauer, die die gesamte Gemeinde überschattete…

Die hinterlassenen Werke (Manuskripte) des Verstorbenen wurden auf seinen Sarg gelegt. Sie waren alles, was ihm geblieben war: Er hatte ein asketisches Leben geführt und von seinem bescheidenen Gehalt mehr an die Armen verteilt als für sich selbst behalten.

Egyenloseg, April 17, 1898


Vielen herzlichen Dank vor allem an Frau Naomi Atlani, Kanada, eine unmittelbare Nachfahrin der Familie Alt, für die Zurverfügungstellung von vielen Bildern und Familiendokumenten.


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Der Schulklopfer

Der Grabstein mit dem Hammer Obwohl ein eher unscheinbarer Grabstein, kann er kaum übersehen werden. Nahe dem Friedhofseingang des jüdischen Friedhofes Kobersdorf befindet sich der Grabstein des Michael (Leser) Bauer,…

Der Grabstein mit dem Hammer

Obwohl ein eher unscheinbarer Grabstein, kann er kaum übersehen werden. Nahe dem Friedhofseingang des jüdischen Friedhofes Kobersdorf befindet sich der Grabstein des Michael (Leser) Bauer, der am 04. März 1898 verstorben ist. Er war der Schulklopfer der jüdischen Gemeinde und er wurde mit seinem Hammer begraben. Auch auf dem Grabstein findet sich das Symbol des Hammers, in diesem Fall also wohl ein sogenanntes Berufssymbol. Berufssymbole kommen immer wieder vor und weisen, wie der Name sagt, auf den Beruf der oder des Verstorbenen hin. Der Hammer als Berufssymbol für den Schulklopfer ist mir aber noch nie auf einem jüdischen Grabstein begegnet außer eben hier in Kobersdorf auf dem Grabstein von Michael Bauer.

Grabstein Michael (Leser) Bauer, 12. Adar 658 = Sonntag, 06. März 1898

Grabstein Michael (Leser) Bauer, 12. Adar 658 = Sonntag, 06. März 1898


Sogar in der Literatur fand dieser bemerkenswerte Grabstein seinen Niederschlag:

In dieser Gemeinde ist ‒ an und für sich vielleicht gar nicht so bedeutend, aber doch ein charakteristisches Zeichen für den allgemeinen Niedergang ‒ mit dem letzten Schulklopfer, einem armen Halbnarren, vor etlichen Jahren auch der Hammer, der zum Schulklopfen diente, begraben worden…

Leopold Moses, Spaziergänge. Studien und Skizzen zur Geschichte der Juden in Österreich, hrsg. v. Patricia Steines, Wien 1994, S. 196-200.


Über das Schulklopfen in den ehemaligen jüdischen Gemeinden des heutigen Burgenlandes[1]

Ein alter Brauch in den westungarischen jüdischen Gemeinden und daher auch in den Sieben-Gemeinden war das „Schulklopfen“ שוהל־קאָפּפן. Der Gemeindediener ging in der Judengasse von Haus zu Haus, um die Bewohner an den Gottesdienst in der Synagoge zu erinnern.

Mit „Schul“ ist die Synagoge gemeint, die im Mittelalter lateinisch „schola“ (deutsch: Schule) genannt wurde. Zurück geht dieser Ausdruck auf den babylonischen Talmud, Traktat Schabbat 11a, wo die Synagoge als Schulraum bezeichnet wird: הַחַזָּן רוֹאֶה הֵיכָן תִּינוֹקוֹת קוֹרְאִין „der Aufseher darf den Schulkindern beim Lesen zusehen“. Der Ausdruck „Judenschule“ (lateinisch „schola judaeorum“) wird wahrscheinlich das erste Mal im Fridericianum, der Judenordnung von Herzog Friedrich II. erwähnt. Am Judenplatz 9 (damals „Schulhof“) in Wien war eines der beiden wichtigen Gebäude der Judenstadt die Judenschule, die schon 1204 als „Schola Judeorum“ urkundlich erwähnt wird.[2]
Jiddisch ist „schul“ bzw. in einigen Dialekten „schil“ in Verwendung.

Dieses „Schulklopfen“ fungierte, so erzählte Professor Meir Ayali, als innergemeindliches Signalsystem: Drei Schläge riefen die Gemeindemitglieder, morgens wie abends, zum Gebet; außerdem informierte das „Schulklopfen“ über Todesfälle in der Gemeinde: War ein Toter zu beklagen, dann wurden nicht die üblichen drei, sondern nur zwei Schläge ausgeführt.

Eines Morgens, als wir das Schlagen des Holzhammers auf das Tor des Hauses hörten, das zum Morgengebet rief, wurden wir darauf aufmerksam, dass anstelle von drei Schlägen ‒ KNOCK, KNOCK, KNOCK ‒ nur zwei gegeben wurden.

Wie es scheint, ist Herr Machlup diese Nacht gestorben.

Meir Ayali in seinen Meine Kindheit in der Judengasse in Eisenstadt. Er wurde 1913 als Meir Eugen Hirschler in Eisenstadt geboren (und zwar in den Räumen des heutigen jüdischen Museums) und starb 2001 in Israel.

Das Schulklopfen forderte aber nicht nur zum Synagogengottesdienst auf, sondern hatte auch bei anderen Gelegenheiten eine bestimmte Funktion im Gemeindeleben: Sobald „in Schul“ geklopft wurde, musste im Zimmer einer Wöchnerin ein Licht angezündet sein, das erst am nächsten Morgen gelöscht werden durfte.

Und am „Schulklopfen“ orientierte man sich auch, wenn die Geburt so erfolgt war, dass bezüglich des Beschneidungstages Zweifel entstanden. Diesen Fall gab es öfter (siehe etwa auch den Geburtstag des berühmten Rabbiners Akiba Eger). Da die Beschneidung immer exakt am 8. Tag nach der Geburt erfolgen muss, gab es bei Geburten in den Abendstunden immer wieder Zweifel über den genauen Zeitpunkt der Geburt, also ob diese noch am alten oder schon am neuen jüdischen Tag erfolgt ist. Dementsprechend war dann ‒ nach bürgerlichem Datum gerechnet ‒ die Beschneidung eben am 8. oder eben am (scheinbar) 9. Tag nach der Geburt.

Auch aus Mattersdorf, dem späteren Mattersburg, haben wir einen Bericht über den Schulklopfer:

Schalom Österreicher (1771-1839) erbte 77 Gulden Schulden von seinem Halbbruder Mose Löb Neufeld (ca. 1769-1809). Die 77 Gulden waren jedoch eine enorme und nicht zu bewältigende Belastung für den Hausierer mit einer Frau und mindestens sechs Kindern. Daher schlug Schalom, um seine Schulden abzubauen, der Chevra Kadischa vor, dass er bereit sei als Schames (Synagogendiener) zu fungieren, ein Amt, das auch die Pflichten des Schulklopfers umfasste.

So weckte Schalom die Juden von Mattersdorf jeden Morgen, indem er dreimal mit einem Holzhammer an jede Tür klopfte, um die Menschen in der Synagoge zum Gebet zu rufen. Wenn jemand in der Nacht gestorben war, klopfte er zweimal statt dreimal. Auch Hochzeiten und Beerdigungen kündigte der Schulklopfer Schalom Österreicher an. Als seine Schulden drei Jahre später abbezahlt waren, verlangte Schalom, dass die Chevra Kadischa diese Tatsache auch in ihrem Protokollbuch entsprechend bestätigten.
Schalom starb mit 67 Jahren am 6. Juli 1839 in Wien, laut Sterbeurkunde drei Tage vor seinem 68. Geburtstag. Begraben wurde Schalom Österreicher in Mattersdorf.

Hammer des Schulklopfers in Mattersdorf/Mattersburg, heute in Israel

Hammer des Schulklopfers in Mattersdorf/Mattersburg, heute in Israel



Aus Mattersburg stammt auch dieser Hammer, der über fünf Generationen für das Schulklopfen in der jüdischen Gemeinde verwendet wurde. Angeblich musste in den Jahren vor 1938 einmal der Stiel des Hammers erneuert werden, der Kopf blieb jedoch der alte. 1938 konnte ein Gemeindemitglied den Hammer auf der Flucht vor den Nazis retten. Heute befindet er sich in Tel Aviv.[3]

Am Schabbat und grundsätzlich auch an den Feiertagen trat das „Schulrufen“ an die Stelle des „Schulklopfens“, d.h. der Synagogendiener klopfte nicht mehr an jedes Haus, sondern ließ vor der Synagoge den Ruf „In Schul!“ hören. Auch in den letzten Jahren vor 1938 rief der Gemeindediener nur mehr vor der Synagoge „In Schul“.



[1] Es sei angemerkt, dass das Schulklopfen in anderen jüdischen Gemeinden und vor allem auch in anderen Zeiten etwas anders praktiziert wurde. So wurde etwa im nahen Wiener Neustadt seit dem Mittelalter viermal geklopft. Der 1460 in Wiener Neustadt verstorbene Gelehrte und Talmudist Israel Isserlein legte den Rhythmus KNOCK ‒ Pause ‒ KNOCK KNOCK ‒ Pause ‒ KNOCK fest, weil das erste hebräische Wort אבא des biblischen Verses Exodus 20,24 אָב֥וֹא אֵלֶ֖יךָ וּבֵרַכְתִּֽיךָ „ich werde zu dir kommen und dich segnen“ die Zahlenwerte 1, 2 und 1 hat.
Siehe dazu auch den Eintrag „Schulklopfer“ in der Wikipedia.
Weiters siehe auch den Eintrag „Schulklopfer“ in der JewishEncyclopedia. [Zurück zum Text (1)]

[2] Siehe Eintrag Judenplatz“ im Wien Geschichte Wiki. [Zurück zum Text (2)]

[3] Vielen herzlichen Dank an Carole Vogel für die Zurverfügungstellung der Geschichte aus Mattersdorf sowie aller Daten rund um Schalom Österreicher und seine Familie. Auf die genauen Familienverhältnisse und warum Schalom die Schulden erbte, wurde aber oben nicht explizit eingegangen. [Zurück zum Text (3)]


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Als 200 jüdische Familien in Kobersdorf obdachlos wurden…

Die letzten Jahre des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts waren für Kobersdorf, insbesondere auch für die jüdische Gemeinde des Ortes, Jahre heftigster Katastrophen. Auf die Ende 1894 wütende Diphterie folgte…

Die letzten Jahre des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts waren für Kobersdorf, insbesondere auch für die jüdische Gemeinde des Ortes, Jahre heftigster Katastrophen.
Auf die Ende 1894 wütende Diphterie folgte im Frühsommer 1895 die nächste Katastrophe: Anhaltende Regengüsse und ein diesem folgendes Hochwasser ungeheuren Ausmaßes zerstörten am Donnerstag, 6. Juni nicht nur das gesamte jüdische Viertel, sondern forderten allein in Kobersdorf 19 Todesopfer, darunter 4 jüdische. Diese wurden am jüdischen Friedhof in Kobersdorf begraben:

Moritz (Meir) Maier, seine Ehefrau Rosalia (Sara Chaja) Maier, geb. Riegler und deren Tochter Josephine (Perl) Maier im einzigen und daher auffälligen Dreifachgrab sowie der vierjährige Sigmund (Simon) Riegler einige Meter vor ihnen.


Der letzte Satz in der hebräischen Grabinschrift von Moritz (Meir) Maier (oben am Dreifachgrabstein der rechte) „Erst nach 4 Monaten fand er seine Ruhe“ gab mir lange Zeit Rätsel auf (ich habe den Grabstein das erste Mal am 28. Oktober 2014 fotografiert, in den folgenden Jahren immer und immer wieder).
Bis ich vor wenigen Wochen im Sterbebuch Kobersdorf den Eintrag fand, dass Moritz Maier erst am 16. Oktober 1895, vier Monate nach seinem Tod am 6. Juni, gefunden und identifiziert wurde.

Die zeitgenössische Presse zur Katastrophe:

Oedenburg, 7. Juni: Der in einer von hohen Bergen umschlossenen Mulde gelegene Luftkurort Kobersdorf wurde gestern von einer schweren Katastrophe heimgesucht. In Folge andauernder Regengüsse stürzten Nachmittags plötzlich von den umliegenden Bergen ungeheure Wassermassen mit solcher Heftigkeit zu Thal, dass die Bewohner des Ortes sich nicht mehr zu retten vermochten: Die Fluthen drangen mit elementarer Gewalt in die Häuser, Alles vernichtend, was ihnen in den Weg kam. Die massive Brücke konnte den anstürmenden Wassermassen nicht Stand halten. Der größte Theil des Ortes steht unter Wasser. Da der Postverkehr abgeschnitten ist und eine telegraphische Verbindung nicht besteht, ist man ohne genaue Berichte über die Tragweite der Katastrophe. Die Zahl der Vermißten wird gegenwärtig mit 12 angegeben. Der Postkutscher der gestern von Lakenbach nach Kobersdorf abging, ist bisher nicht zurückgekehrt…

Das Vaterland, 8. Juni 1895, 6


Am 8. Juni meldete die Neue Freie Presse, dass in Kobersdorf schon 21 Leichen gefunden wurden. Orkanartige Stürme und Überschwemmungen werden mittlerweile auch aus Südfrankreich, Algerien und Italien gemeldet.
Ebenfalls für den 8. Juni meldet das Neue Wiener Journal vom 9. Juni 1895, dass in Kobersdorf fortwährend Häuser einstürzen.
Die eiserne Cassa im Sparcassagebäude wurde umgeworfen. 1000 fl. Baargeld wurde weggeschwemmt. Derzeit, so die Zeitung, gibt es in Kobersdorf und den umliegenden Orten 42 Tote, es wird aber mit mehr als 70 Katastrophenopfern gerechnet. Aus Ödenburg sind heute die ersten Brotlieferungen gestartet.


Vom 8. Juni stammen auch mehrere konkrete Pressemeldungen über die Katastrophe in der jüdischen Gemeinde von Kobersdorf:

Freitag Nachmittags ist das Haus und das darin befindliche Geschäft des Leopold Hacker (Schlossgasse 9, heute Nr. 19) zusammengefallen. Sehr großen Schaden erlitten die Kaufleute Gerstl, Leopold und Philipp Hacker, Böhm und Zollschan.
Das Wassser ging so hoch, daß es in dem Gewölbe des Krämers Zollschan (Schlossgasse 31, heute Nr. 5) bis an die Decke reichte. Das ganze Warenlager ist ruiniert, Zollschan an den Bettelstab gebracht.
Der Tempel ist innen total vernichtet, blos die vier Wände stehen. Der weitbekannte Rabbi Lazar Alt flüchtete auf einen Sparherd und rettete dadurch sein Leben.
Der Brauhauspächter in Kobersdorf Mayer Hacker hat sich ganz besondere Verdienste um die Verunglückten erworben; der Genannte bewirthete dieselben, welche zu ihm geflüchtet waren und leistete ihnen nach jeder Richtung Beistand.
Der größte Verlust von Menschen, Thieren und Gütern ist in der Judengasse konstatiert worden. 200 jüdische Familien sind von allem entblößt und obdachlos…

Ödenburger Zeitung, 8. Juni 1895, zitiert nach Hausensteiner Erwin J., Die ehemalige jüdische Gemeinde Kobersdorf. Ein Buch der Erinnerung, o.O, o.J., 75


Die Neue Freie Presse bestätigt am 10. Juni 1895:

…Das Elend ist dort ein furchtbares. In Peterfa (Oberpetersdorf) stehen kaum einige Häuser mehr, die Kobersdorfer Judengassse ist bereits vernichtet, ungefähr 200 Juden sind obdachlos. Die Zahl der Todten beträgt 33. Samstag und Sonntag war ihr Begräbnis. Die zweijährige Stephanie Kubesch aus Wien weilte bei ihrer Großmutter zur Luftcur in Kobersdorf und fand dort den Wellentod. Zwei Kobersdorfer fehlen noch.

Neue Freie Presse, 10. Juni 1895, 7


In der Gemeindechronik Kobersdorf lesen wir, dass (in Kobersdorf) 19 Menschenleben zu beklagen waren und an die 30 Häuser zerstört wurden. Und dass noch heute jährlich am 6. Juni in den christlichen Kirchen Gottesdienste im Gedenken an den „Wassertag“ und an die schreckliche Katastrophe abgehalten werden.

In diesem Sinne dürfen die Aufarbeitung der Grabinschriften sowie dieser Beitrag den vier jüdischen Todesopfern der Katastrophe endlich ihre Namen zurückgeben und als Gedenkbeiträge verstanden werden.


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Ein tragischer Fall

Am 3. Dezember 1928, um 5.30 Uhr am Morgen, verstarb Frau Josefine Sara Weiss mit 28 Jahren in Eisenstadt und ist auf dem jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt begraben. Sie…

Am 3. Dezember 1928, um 5.30 Uhr am Morgen, verstarb Frau Josefine Sara Weiss mit 28 Jahren in Eisenstadt und ist auf dem jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt begraben. Sie war mit dem Schuhhändler Hugo Jehuda Weiss verheiratet und hinterließ einen Sohn, Hartwig, der nur wenige Monate zuvor, am 23. März 1928, geboren wurde. Als Todesursache wird im Sterbebuch „Fehlgeburt“ angegeben.
Tragisch und vielleicht nicht ganz richtig. Die wahre Geschichte rund um die Todesursache von Frau Weiss ist wahrscheinlich noch viel tragischer. Vielleicht erklärt diese Geschichte auch die Auffälligkeit, dass auf einem so großen und schönen Grabstein wie dem der Josefine Weiß nur wenige Zeilen Standardtext ohne expliziten Lobteil zu finden sind…

Proteste gegen einen Freispruch
Wiener Neustadt, 24. August (1929)

Vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz des Landesgerichtsrates Dr. Rießlein hatten sich der Arzt Dr. Paiker und seine ehemalige Assistentin Marie March wegen des Verbrechens nach §144 in geheimer Verhandlung zu verantworten. Als aus dem öffentlich verkündeten Urteil der Freispruch der beiden Angeklagten hervorging, bemächtigte sich einer Schar von Zuhörern, Kennern des tragischen Falles, der der Anklage zugrunde lag, große Unruhe, die in lauten Ausrufen und Protesten ihren Ausdruck fand.

Aus der Urteilsbegründung ging folgender Tatbestand hervor: Josefine Weiß war seit dem Jahre 1927 mit dem Schuhhändler Hugo Weiß in Eisenstadt verheiratet. Beide waren orthodoxe Juden. Im März 1928 gebar die Frau ein Kind, im November des gleichen Jahres fühlte sie sich wieder Mutter. Am 26. November reiste die Frau nach Wiener Neustadt, um, wie sie ihrem Gatten sagte, ihre Schwester zu besuchen. Als die gesund abgereiste Frau nach vier Tagen über Betreiben des Gatten heimkam, machte sie den Eindruck einer Schwerkranken und legte sich tatsächlich sofort zu Bett. Auf Drängen des Gatten berichtete sie endlich, dass sie in Wiener Neustadt bei Frau March gewesen sei, durch deren Vermittlung der angeklagte Arzt an ihr einen Eingriff vornahm. Die Kranke bat den Mann um stillschweigen, als sich aber ihr Zustand dauernd verschlechterte, musste endlich doch Stadtphysikus Dr. Pap berufen werden, der eine schwere Bauchfelleiterung feststellt, an der Frau Weiß am 3. Dezember unter qualvollem Leiden starb.

Die Verstorbene hatte nach ihrer Heimkehr dem Gatten und einer Nachbarin die Vorgänge während des Eingriffes, den Dr. Paiker in Gegenwart der Assistentin vorgenommen hatte, geschildert. Die Tote hatte ihren Mann und die Frau um strengstes Stillschweigen auch deshalb gebeten, da im Sinn ihres orthodoxen Glaubens die Abtreibung auf das strengste verboten ist.

Zur Verhandlung in Wiener Neustadt waren Hugo Weiß und eine große Anzahl orthodoxer Juden erschienen. Als der Vorsitzende den Freispruch der Angeklagten verkündete und bekanntgab, dass Hugo Weiß mit seinen Schadenersatzansprüchen von 30.000 Schilling abgewiesen worden sei, nahmen die Zuhörer gegen den Gerichtshof und den Verteidiger der Angeklagten Dr. Reichardt, so heftig und lärmend Stellung, dass die Justizwache zur Räumung des Saales und des Korridors schreiten musste.

Der Freispruch wurde damit begründet, dass die Sachverständigengutachten den verpönten Eingriff nicht einwandfrei erwiesen haben. Die Aussagen des Gatten und der Schwester der Verstorbenen und des Primarius von Eisenstadt, Dr. Pap, reichten nach dem Gutachten des Senats für einen Schuldspruch nicht aus.

Arbeiterzeitung, 25. August 1929, Seite 13

Der Ehemann, Hugo Jehuda Weiss, heiratete am 10. Juni 1930 ein zweites Mal: Rosa Farkas, geb. am 02. Mai 1900 in Káld (Ungarn).

Hugo Jehuda Weiss konnte 1938 emigrieren. Er starb am 13. April 1984 mit 82 Jahren in Haifa und ist dort am jüdischen Friedhof begraben. Angegeben sind auch seine Eltern: Ascher und Chana (= Ernst Weiss und Johanna Ungar).

Vielen Dank an Herrn Karl Pilat (dessen Schwiegermutters Mutter die Schwester von Hugo Weiss ist) sowohl für die Bestätigung des Todesdatums von Hugo Weiss als auch für die beiden Dokumente der „Steuerunbedenklichkeit“ von Herrn Weiss im Jahr 1938:


Weiterführende Links zum Thema:


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Tief betrauert von seiner Gattin und seinem Sohne…

Bitte beachten Sie vor allem den Kommentar von David Birnbaum unten / Please see below the comment of David Birnbaum! Es passiert nur hin und wieder, dass ich auf einem…

Bitte beachten Sie vor allem den Kommentar von David Birnbaum unten / Please see below the comment of David Birnbaum!

Es passiert nur hin und wieder, dass ich auf einem jüdischen Friedhof mit fast 10.000 Grabsteinen beim ersten Fotografieren einen Grabstein mit hebräischer Inschrift fotografiere (mein Fokus lag ausschließlich auf halbwegs lesbaren hebräischen Inschriften), den man als „lucky shot“ bezeichnen darf…

So der Grabstein von Emanuel Mendel (Menachem) Birnbaum, der am 31. Mai 1875 verstarb und am jüdischen Friedhof Währing begraben ist.

Die hebräische Inschrift hat einen deutschen Zusatz, in dem wir unter anderem lesen:

Tief betrauert
von seiner Gattin und seinem Sohne

Eine sehr simple biografisch verwertbare Angabe: dass Menachems Ehefrau bei seinem Ableben noch am Leben war und dass er nur einen Sohn hatte, keine weiteren Kinder.

Selbstverständlich wollten wir wissen, wer die Ehefrau und wer der Sohn war, vor allem weil über Menachem / Emanuel Mendel Birnbaum so gut wie nichts bekannt ist. Wir begannen zu suchen und wurden, zumindest beim Sohn, schnell fündig:

Denn der in der Grabinschrift des Vaters nicht namentlich erwähnte Sohn ist niemand Geringerer als der Publizist und Aktivst

Dr. jur. Nathan (Nachum) Birnbaum, geb. am 16. Mai 1864 in Wien (Mutter: Marie Seelenfreund, Tochter des Rabbi Schlomo Samuel Seelenfreund, aus „Kaschau in Ungarn“ (Košice in der Ostslowakei), zuständig nach Wien, geb. 24. Dezember 1836, gest. 16. März 1896 in Wien).

Mit 26 Jahren heiratet Nathan Birnbaum am 03. August 1890 in der sefardischen Gemeinde Wien die 21-jährige Rosa Korngut aus Krakau.

Interessant ist, dass beide Ehepartner sowohl Deutsch als auch Hebräisch unterschreiben. Nathan unterschreibt mit נחום בירנבוים „Nachum Birnbaum“ auf Hebräisch (Nachum ist auch der Name seines Großvaters).

Dr. Nathan Birnbaum starb am 2. April 1937 in Scheveningen (NL).

Nathan Birnbaum, der vor allem unter dem Pseudonym Mathias Acher wirkte, war

eine der geistreichsten und schillerndsten modernen jüdischen Persönlichkeiten, dessen Spur fast völlig aus dem jüdischen Bewußtsein verloren ging…

spektrum.de

Nathan Birnbaum, einer der Vereinsgründer der Kadima (das hebräische Wort „kadima“ bedeutet „vorwärts“, „nach Osten“), veröffentlichte 1893 seine Programmschrift „Die nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Lande, als Mittel zur Lösung der Judenfrage. Ein Appell an die Guten und Edlen aller Nationen“ (zum Download). Obwohl die Schrift einige Parallelen zu Herzls „Judenstaat“ aufweist, ist Birnbaum, der als Vertreter des kulturellen Zionismus gilt, im Gegensatz zu Herzl auf Palästina als nationales Zentrum festgelegt.

Nathan Birnbaum, der sowohl die Begriffe „Zionismus“ als auch „Ostjudentum“ geprägt hatte, war für kurze Zeit Wegbegleiter Theodor Herzls und erster Generalsekretär der Zionistischen Organisation. Er wandte sich allerdings sehr bald vom Zionismus ab und engagierte sich vor allem für das Ostjudentum, die chassidische Kultur und die jiddische Sprache. 1908 initiierte er die erste bedeutende Weltkonferenz für die jiddische Sprache in Czernovitz, bei der er sich vor allem für die Anerkennung des Jiddischen als Einheits- und Weltsprache des Judentums einsetzte. 1919 gehörte Nathan Birnbaum zu den Neugründern der Agudat Israel, der ultra-religiösen Bewegung der Orthodoxie, und wurde ihr erster Generalsekretär.

Hillel Zeitlin und Nathan Birnbaum, YIVO

Hillel Zeitlin und Nathan Birnbaum, Copyright: https://yivoencyclopedia.org/article.aspx/Birnbaum_Nathan



Das Bild zeigt Dr. Nathan Birnbaum (rechts) und Hillel Zeitlin. Zeitlin, 1871/72 in Korma, Gouvernement Mogiljow, Russisches Kaiserreich, geboren, war hebräischer und jiddischer Schriftsteller. Im Alter von 71 Jahren wurde er 1942 sowie seine beinahe gesamte Familie (nur Sohn Aaron überlebte) im Warschauer Ghetto ermordet (Schoa-Opfer), in den Händen den Zohar, eingehüllt in Tallit und mit angelegten Gebetsriemen.

Das Ehepaar Dr. Nathan Birnbaum und Rosa Korngut hatte 3 Söhne:

Dr. Salomon Ascher Birnbaum, geb. 24. Dezember 1891 in Wien,
Sprachwissenschaftler für hebräische und jiddische Sprache, gest. 28. Dezember 1989 und ist in Toronto begraben.

Menachem Birnbaum, geb. 13. März 1893 in Wien, jüdischer Buchkünstler, Porträtzeichner und Buchillustrator, wie seine Ehefrau Ernestine / Tina (Esther), geb. Helfmann und seine beiden Kinder Rafael Zvi und Chana ermordet 1945 in Auschwitz (Schoa-Opfer)

Uriel Birnbaum, geb. 13. November 1894 in Wien, Maler und Schriftsteller, gest. 09. Dezember 1956 in Amersfoort (NL). Zu den Glanzpunkten seines Werkes zählt der sogenannte Moses-Zyklus, dessen Originalbilder leider verschollen sind. Im Auditorium unseres Museums sind aber alle 50 Bilder des Zyklus reproduziert ausgestellt:


Quellen:

Dethloff Klaus, Theodor Herzl oder Der Moses des Fin de siècle, Wien 1986, 60.

Birnbaum Nathan, yivoencylopedia

Juden als Erfinder und Entdecker (hagalil.com)

Metzler Lexikon jüdischer Philosophen: Nathan Birnbaum

Siehe auch die teils umfangreichen Literaturverweise auf den zitierten Websites!

5 Kommentare zu Tief betrauert von seiner Gattin und seinem Sohne…

Ernest Simon

Our deepest and sincere congratulations to Mr. Ernest Simon, a former resident of Eisenstadt, who was awarded the British Empire Medal (BEM) for services to Holocaust Education and Remembrance! Es…

Our deepest and sincere congratulations to Mr. Ernest Simon, a former resident of Eisenstadt, who was awarded the British Empire Medal (BEM) for services to Holocaust Education and Remembrance!

Es kommt nicht alle Tage vor, dass einem ehemaligen Eisenstädter eine solch große Ehre zuteil wird. Wir gratulieren aus ganzem Herzen zu dieser großen Auszeichnung!

Ernest Simon ist der Enkel von Max (Mordechai) Simon und Klara (Kröndel) Simon, geb. Steiner, die beide am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt begraben sind.



Ernst / Ernest Simon wurde am 26. Mai 1930 in Eisenstadt geboren.
Der Vater von Ernest Simon ist Ludwig Simon, kaufmännischer Angestellter, geb. 11. Juni 1901 in Kroatisch-Minihof, wohnhaft in Unterberg Eisenstadt. Die Mutter, Lina Farkas, wurde am 12. September 1903 geboren. Das Ehepaar erwarb die britische Staatsbürgerschaft. Vater Ludwig Simon starb 1955, Lina Simon 2002 (mit 99 Jahren) in Großbritannien.

Ernest Simon war 2014 am Europäischen Tag des Judentums in Eisenstadt und ich durfte mit ihm durch das ehemalige jüdische Viertel von Eisenstadt führen.

Hier noch ein Interview mit Ernest Simon in 2 Teilen vom 28. Mai 2010:

Video, Österreichische Mediathek, Teil 1, 28. Mai 2010

Video, Österreichische Mediathek, Teil 1, 28. Mai 2010

Interview, Teil 1

Video, Österreichische Mediathek, Teil 2, 28. Mai 2010

Video, Österreichische Mediathek, Teil 2, 28. Mai 2010

Interview, Teil 2

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