Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Kunst und Kultur

Weltkriegslyrik

Ein spätes Fundstück zum Gedenkjahr 1914/2014 Der Sieger im Kriege Zwei Israeliten aus neutralen Landen In einem Kurorte sich zusammenfanden, Sie sprachen über Krieg, Nationen und Mächte, Über Anleihe, Munition…

Ein spätes Fundstück zum Gedenkjahr 1914/2014

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/3520630

Der Sieger im Kriege

Zwei Israeliten aus neutralen Landen
In einem Kurorte sich zusammenfanden,
Sie sprachen über Krieg, Nationen und Mächte,
Über Anleihe, Munition und Kriegsrechte.
Zum Schlusse gemächlich frug der Eine,
Was der And’re vom Erfolge meine?
Wer denn endlich gewinnt den Krieg,
Triumphierend davonträgt den Sieg?
Ganz verschieden dachten darüber beide
Um endlich mit sichtlicher Freude,
Vereint den Entschluß zu fassen,
Die Entscheidung dem Rabbi zu überlassen.
Der Rabbi hört und spricht: “Fürwahr!
Die Sache liegt wie die Sonne klar!
Gar nicht nötig war Euer Zweifel und Not:
Den Krieg gewinnt – gewiß nur Gott!”
Ganz verdutzt sahen sie den Weisen an;
Was denn diese Antwort bedeuten kann?
“Das will ich Euch gerne beweisen und zeigen:
Kennt ihr die Namen der Zentralmächte-Reigen?
Sie heißen: Germania, Oesterreich und Türkei;
Stellet die Anfangsbuchstaben dieser drei
Zusammen in ein Wort, und seh’t dann,
Daß nur Gott den Krieg gewinn kann.”

Josef Gottlieb, Wien

Beachte das Erscheinungsdatum des Gedichtes: 1915!


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‘Best-Blog’-Blogstöckchen

“Best Blog” Kultur- und Social-Media-Bloggerin Tanja Praske hat uns ein Blogstöckchen weitergereicht, und zwar genauer ein “Best- Blog”-Stöckchen, was uns sehr stolz macht – vielen Dank, Tanja! “Blogstöckchen” meint: BloggerInnen…

“Best Blog”

Kultur- und Social-Media-Bloggerin Tanja Praske hat uns ein Blogstöckchen weitergereicht, und zwar genauer ein “Best- Blog”-Stöckchen, was uns sehr stolz macht – vielen Dank, Tanja! “Blogstöckchen” meint: BloggerInnen befragen andere BloggerInnen, die wiederum andere BloggerInnen befragen usf. – Blogs werden auf diese Weise miteinander vernetzt, BloggerInnen (und auch BloggerInnen und LeserInnen) lernen einander besser kennen.

Wir bitten um Entschuldigung dafür, dass wir so ungebührlich lange gebraucht haben, hier aber nun endlich unsere Antworten auf Tanjas Fragen:


1) Wer bist du? Und was reizt dich an deinem Job?

In erster Linie bloggen Christopher und Johannes. Ersterer noch ziemlich jung und seit einigen Jahren zweitberuflich Kurator in unserem Museum, Letzterer Museumsleiter und fast schon älter als manches unserer Museumsobjekte … ;-)

Besonders reizvoll finden wir, dass dieser eine Job ausgesprochen viele Jobprofile in sich vereint. Dabei spannt sich der Bogen vom Ausstellungskurator und -guide über den Autor, Referenten und Buchhändler bis hin zum Wissenschaftler, Verwalter, Archivar und Social-Media-Manager. Die Liste ließe sich problemlos fortsetzen … Selbstverständlich gilt das nicht nur für uns, sondern für alle MitarbeiterInnen unseres Hauses und auch für jene in ähnlich strukturierten Museen mit überschaubarem Personalstand.

2) Wie lange plantet ihr die aktuelle Ausstellung/Projekt? Was war die größte Herausforderung dabei und wie wurde diese gelöst?

Die aktuelle Dauerausstellung hatte eine Planungszeit von etwa 2 Jahren; bei (kleineren) Projekten beträgt die Planungszeit in der Regel mehrere Monate bis zu einem Jahr – so zuletzt beim Projekt “Ver(BE)gangen” anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums unseres Museums.

Die größte Herausforderung – sowohl bei Ausstellungen als auch bei Projekten – ist es, für jüdische und nicht-jüdische BesucherInnen sowie insbesondere auch für Schülerinnen und Schüler gleichermaßen Interessantes zu bieten.


3) Was ist das oder eines der kleinsten Objekte eurer Sammlung?

Wahrscheinlich dieses originelle Sesselchen (Blei, Westungarn, um 1800) – ein Öllämpchen, das zusammen mit 7 weiteren Stühlen als Chanukkaleuchter dient. Ein solcher findet während des 8-tägigen Chanukkafestes Verwendung, wobei an jedem Tag ein weiteres Licht entzündet wird.

Sesselchen als Teil eines Chanukkaleuchters, Blei, Westungarn, um 1800

Das Sesselchen ist 5cm hoch, 1,8cm breit und 1,8cm tief.


4) Gibt es eine kuriose Geschichte/Erlebnis um ein Objekt/Ausstellung? Erzähle sie uns. Es kann auch einfach ein kurioses Objekt aus der Sammlung sein.

Ein Kuriosum aus unserer Sammlung: Hier hat es doch tatsächlich einen katholischen Bischof in eine Pesach-Haggada verschlagen. Und zwar – provokanterweise – als Inbegriff des Götzendienstes … Die Hintergründe erläutern wir im Blog-Artikel “Der Bischof“.

Detail aus Pesach-Haggada, 1740, Hamburg


5) Hast du ein Lieblingsstück? Warum?

Unser liebstes “Ausstellungsstück” ist zugleich unser größtes, nämlich unsere hauseigene Synagoge – einfach ein Schmuckstück. Und innerhalb der Synagoge wiederum sind es speziell die 755 Jahrzeittafeln – präsentiert an der Ostwand des Raums in Form einer 7 Meter hohen Installation –, die uns immer wieder aufs Neue beeindrucken.

Installation 'Jahrzeittafeln' - Ausschnitt

6) Welches Objekt habt ihr zuletzt warum restauriert bzw. restaurieren lassen und nach welchen Kriterien?

Wiederum ein Groß-“Objekt”, nämlich unser Museum selbst – oder genauer: Teile des Palais, in dem das Museum untergebracht ist. Dieses “Palais im Schtetl” war das Haus des Hoffaktors und ungarischen Landesrabbiners Samson Wertheimer (gest. 1724) und gilt, nach Schloss Esterházy, als der zweitgrößte und -bedeutendste Profanbau Eisenstadts. Ab 2005 wurde in mehrjähriger Arbeit die Außenfassade des Hauses renoviert – und erstrahlt nun in neuem (altem) Glanz.

Wertheimerhaus, renoviert


7) Welchen Stellenwert besitzt das Blog für das Haus?

Die “Koschere Melange”, die wir seit Sommer 2009 servieren, ist für uns eine zentrale Säule der Kommunikation mit allen, die an unserem Museum, am österreichischen Judentum und am Judentum überhaupt interessiert sind; sie ist, gemeinsam mit Twitter und Facebook, unser stabilstes und nachhaltigstes Online-Tool. Was uns dabei wichtig ist: Alle unsere Online-Aktivitäten, insbesondere auch das Blog, sind für uns nicht vorrangig Reklamewerkzeuge, sondern eigenständige Content-Lieferanten.


8) Hast du einen Artikelfavoriten im Blog? Wenn ja, warum?

Das war schnell entschieden – es ist der Artikel “Mittelalterliche jüdische Gemeinde in Mattersdorf?“. Das Besondere daran: Eine Frage, der maximal regionalgeschichtliche Bedeutung zukommt, sowie eine wenig spektakulär wirkende Tafel mit hebräischer Aufschrift (die naturgemäß in einem deutschsprachigen Blog nur eine überschaubare Leserschaft findet) waren Auslöser für eine angeregte und fruchtbare Diskussion mit nicht weniger als 40 Kommentaren von Leserinnen und Lesern aus aller Welt! Für uns ein beeindruckendes Beispiel dafür, was ein Blog für die museale Arbeit leisten kann.


9) Was bedeutet dir Kultur?

Brotberuf und Leidenschaft.


10) Wenn du kulturell “fremdgehst” (außerhäusliche Aktivitäten), was machst du?

Auch hier waren wir uns rasch einig: Wir besuchen jüdische Museen (Christopher) und jüdische Friedhöfe (Johannes) in aller Welt. Und außerhalb unserer “Branche”: Zweitwohnsitz Kino, mit Filmen von klassisch bis aktuell (Christopher), und das Erlernen nicht-semitischer Sprachen (Johannes – aktuelles Steckenpferd: Chinesisch).


11) Du hast drei Wünsche frei, welche sind das?

Im beruflichen Bereich? Weniger Opportunismus in der Subventions- und Förderpolitik, weniger Schwellenangst – und über den dritten Wunsch diskutieren wir noch immer … ;-)

Wir reichen das “Best-Blog”-Stöckchen weiter – und zwar mit folgenden Fragen:

  1. Wer bloggt und warum bloggst du / bloggen Sie / bloggt ihr?
  2. Was macht eigentlich ein (sehr) gutes Blogpost aus?
  3. Wie lange arbeitest du durchschnittlich (!) an einem Blogpost?
  4. Wie wichtig sind dir Kommentare bzw. erwartest du bei jedem Blogpost welche?
  5. Hast du einen Artikelfavoriten? Wenn ja, warum?
  6. Pflegst du eine Blogroll? Warum (nicht)?
  7. Hast du ein (Blog-)Vorbild?
  8. Wenn du dir eine/n prominente/n Gastautor/in für dein Blog aussuchen dürftest – wer
    wäre es?
  9. Wie wichtig ist dir das Design des Blogs bzw. nach welchen Kriterien wurde das Design ausgewählt?
  10. Kennst du einige/viele deiner Kommentatoren/Kommentatorinnen auch persönlich?
  11. Gibt es dein Blog im Jahr 2025 noch – und wenn ja, in welcher Form? Und wenn nein, warum nicht?

Und das sind die BloggerInnen, die wir herzlich dazu einladen möchten, unser Stöckchen aufzunehmen:

  • Chajm Guski, mit dem uns eine langjährige Onlinefreundschaft verbindet und der mit “Chajms Sicht” das wohl wichtigste deutsch-jüdische Blog betreibt.
  • Jüdisches Museum Berlin – das größte jüdische Museum Europas ist auch im Social-Media-Bereich ausgesprochen aktiv, u.a. mit seinem Blog “Blogerim. Aus dem Alltag des Jüdischen Museums Berlin”.
  • dROMa-Blog – bloggt über “Kultur, Geschichte und Gegenwart der Roma und Sinti im Burgenland, in Österreich und in ganz Europa”. Hochaktiv!
  • Monika Bargmann aka library mistress, quasi ein “Urgestein” im Social-Media-Bereich, die wir auch persönlich lange und gut kennen, mit ihrem Blog “über Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Bibliotheken, Archive, Bücher und Datenbanken, Grünzeug, Lesen und Schreiben”.

Wie die Sache funktioniert, das erklärt nochmals Tanja Praske:

  1. Beantwortet meine elf Impulsfragen. Ihr dürft sie euch passend biegen.
  2. Baut das Best Blog Award-Bildchen ein und verlinkt es mit demjenigen der es euch verliehen hat bzw. verlinkt auf den Artikel des Werfers.
  3. Verfasst elf neue Fragen, spielt damit und reicht das Best Blog Blogstöckchen an zehn Blogger eurer Wahl weiter, es können auch weniger sein.

Wir freuen uns auf eure Antworten!


6 Kommentare zu ‘Best-Blog’-Blogstöckchen

Pesach 5774

Wohl kaum ein Bildmotiv in einer Pesach-Haggada mag regional mehr bzw. origineller verortet sein als Störche in einer Haggada aus dem böhmisch-mährisch-ungarischen Raum, der übrigens die Heimat eines Großteils der…

Wohl kaum ein Bildmotiv in einer Pesach-Haggada mag regional mehr bzw. origineller verortet sein als Störche in einer Haggada aus dem böhmisch-mährisch-ungarischen Raum, der übrigens die Heimat eines Großteils der Schreiber und Illuminatoren des 18. Jahrhunderts war. Vielleicht stammt die Haggada ja sogar aus der Gegend um den Neusiedler See.

Abraham und die 3 Engel in Mamre, Pesach Haggada 1737


Störche sind aus unserer Region, dem Burgenland, nicht wegzudenken, jedes Kind kennt hierzulande das alljährlich wiederkehrende schöne Schauspiel: Im Frühjahr kehren die Störche aus dem Süden zurück ins Burgenland, um hier auf den Schornsteinen ihre Nester zu bauen, Nachwuchs zu bekommen, über die Sommermonate aufzuziehen und im Herbst wieder gen Süden loszuziehen.

Etwa 30-40 Tage nachdem die Eier gelegt sind, schlüpfen die Jungen. Heuer kam übrigens der erste Storch vor wenigen Tagen, am 26. März, ins Burgenland, die Auswahl dieses Bildes für diese unsere heurigen Pesachwünsche erfolgte also keinesfalls zufällig ;-)

Freilich scheinen die schönen Vögel nicht erst in neuerer Zeit zu einer Art Wahrzeichen unserer Region geworden zu sein. Schon 1737, dem Entstehungsjahr unserer Pesach-Haggada, finden wir sie – quasi burgenländisches Lokalkolorit – auf dem Schornstein von Abrahams Haus. Das der Illustration zugrunde liegende biblische Motiv kennen wir schon: Abraham und die 3 Engel in Mamre, eine Illustration zu einer Hymne in der Pesach-Haggada, die im Anschluss an die häusliche Pesach-/Sederfeier am 2. Pesachabend gelesen wird.

Ein interessantes Detail finden wir auch auf der Titelseite der Pesach-Haggada:

Titelseite Pesach Haggada 1737


Zwischen Mose und Aaron lesen wir:

Pesach Haggada, mit schönen Illustrationen, alles handgeschrieben auf Pergament mit den Druckbuchstaben von Amsterdam, im Jahre 497 nach der kleinen Zeitrechnung (= 1737)

Ende des 16. Jahrhunderts ließen sich viele Marranen, also unter Zwang zum Christentum bekehrte iberische Juden, die sich Anfang des 17. Jahrhunderts wieder offen zum Judentum bekannten, in Amsterdam nieder. Ihr großes Interesse an hebräischer Literatur führte dazu, dass 1626 Menasse ben Israel in Amsterdam eine hebräische Druckerei gründete, in der nicht nur sehr viele hebräische und lateinische Bücher gedruckt wurden, sondern in der auch neue Schrifttypen geschnitten wurden. Die hervorragende Qualität dieser „Amsterdamer Buchstaben“ ließ später viele ausländische Schreiber – nicht ganz wahrheitsgemäß – auf ihren Titelseiten den Vermerk anbringen “Mit den Buchstaben von Amsterdam”.

Nun steht aber hier nicht – wie meistens – “Amsterdam” mit hebräischen Buchstaben (אמשטרדם), sondern “Amstelredam” (! אמשטלרדם), also der Name des Fischerorts, der an einem im 13. Jahrhundert errichteten Damm mit Schleuse im Fluss Amstel entstanden war.
Wissen wir das nicht, würden wir vielleicht “Amstlerdam” lesen…


Erev Pesach ist immer am 14. Nisan, das ist heuer Montag, der 14. April.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und koscheres Pesachfest 5774!

חג פסח כשר ושמח!

Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!


1 Kommentar zu Pesach 5774

‘Als im Burgenland noch das Schofarhorn ertönte’

Kürzlich ist ein neues Buch zur jüdischen Regionalgeschichte erschienen, nämlich eine groß angelegte Monographie über das jüdische Mattersburg: “Als im Burgenland noch das Schofarhorn ertönte. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde…

Kürzlich ist ein neues Buch zur jüdischen Regionalgeschichte erschienen, nämlich eine groß angelegte Monographie über das jüdische Mattersburg: “Als im Burgenland noch das Schofarhorn ertönte. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Mattersburg und Umgebung”, verfasst von Gertraud Tometich, erschienen bei Edition Marlit.

Wir halten die Aufarbeitung jüdischer Regional- und Lokalgeschichte – für ein jüdisches Museum wenig überraschend – für ein grundsätzlich sinnvolles, wichtiges und förderungswertes Unternehmen, vorausgesetzt natürlich, dass die inhaltliche Qualität derselben stimmt. Die besagte Mattersburg-Monographie lässt uns vor diesem Hintergrund nun leider einigermaßen ratlos und verwundert zurück …

Wir ersparen uns hier ein Lamento über die nicht wenigen Mängel in Sachen Orthographie und Interpunktion, die sich – buchstäblich – vom Vorwort bis zur letzten Seite des Buches ziehen, über die dürftige technische Qualität mancher Bilder (v.a. S. 128), über die teils eigenartig archaische Ausdrucksweise (beispielsweise firmiert das Grab des Chatam Sofer in Bratislava unter dem Titel “Judendenkmäler”: S. 58) und Ähnliches mehr. Über all das mag man letztlich hinwegsehen können, so ärgerlich es mitunter für den Leser sein mag.

Nicht hinwegsehen kann man dagegen darüber, dass Teile des Buches – man muss es leider sagen – sachlich problematisch, missverständlich oder auch schlicht inhaltlich fehlerhaft sind.

An einigen – besonders augenfälligen – Beispielen:

In einer Zeitleiste, u.a. zu den rechtlichen Entwicklungen in Ungarn, ist davon die Rede, dass das Judentum 1895 “als Staatsreligion [!] anerkannt” worden sei (S. 14). Ernsthaft – das Judentum als “Staatsreligion“? Was tatsächlich gemeint ist, ist offenbar der Umstand, dass die jüdische Religion 1895 den Status “volle[r] gesetzliche[r] Anerkennung” erlangte – sodass nun allererst “das Ziel der vollständigen Emanzipation als erreicht betrachtet werden [konnte]” (W. Bihl: Das Judentum Ungarns 1780-1914. In: Studia Judaica Austriaca. Bd. III. Studien zum ungarischen Judentum. Eisenstadt 1976. S. 17-31, hier 22).

Zwei Fotos auf S. 122 zeigen Textilien mit hebräischer Aufschrift – beide stehen allerdings auf dem Kopf! (Zudem ist die Bildbeschriftung, “Thora-Decken”, zumindest ungewöhnlich und auch uneindeutig – in einem Fall handelt es sich jedenfalls um einen Tora-Vorhang).

An anderer Stelle wird das Laubhüttenfest wie folgt erläutert:

Das rituelle Laubhüttenfest (Sukka) [!] ist ein Dankesfest und wird im Herbst begangen. Es erinnert an den 40-tägigen [!] Aufenthalt der Juden in der Wüste …

(S. 115)

Nun heißt das Fest aber nicht “Sukka”, sondern “Sukkot” (die Pluralform zu “Sukka”, “Hütte”); und das Volk Israel benötigte für seinen Wüstenzug bekanntlich nicht 40 Tage, sondern 40 Jahre (siehe z.B. Josua 5,6)!

Es sind basale Sachverhalte, die hier offenkundig schlicht nicht korrekt dargestellt werden.

Die Reihe ließe sich problemlos fortsetzen. In Summe muss hier, bei aller Sympathie für das grundsätzliche Anliegen eines solchen Buches, die Frage erlaubt sein, ob der Sache angesichts solcher eklatanter Defizite tatsächlich noch gedient ist. Diese Bedenken verschärfen sich noch, wenn man sich die Rezeptionswege vergegenwärtigt, die für Bücher mit solcher und ähnlicher Thematik typisch sind: ihre Verwendung gerade durch LehrerInnen und Studierende, ihre Heranziehung für schulische Projekte, Maturaarbeiten usf.

Die gute Absicht aller Beteiligten in Ehren – sie allein ist leider nicht genug …

6 Kommentare zu ‘Als im Burgenland noch das Schofarhorn ertönte’

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