Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Veranstaltungen

Religion vor Ort – Nachlese

Museum “on tour” – das erste Mal für ein Museum wie unseres, das ein wenig abseits der Großstadt liegt, in einem Bundesland, in dem es so gut wie keine Juden…

Museum “on tour” – das erste Mal für ein Museum wie unseres, das ein wenig abseits der Großstadt liegt, in einem Bundesland, in dem es so gut wie keine Juden mehr gibt, in einer Stadt, die keine muslimische Infrastruktur hat.

Am Donnerstag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” der 2. Teil “Religion vor Ort” statt, die Exkursion nach Wien, zu Orten gelebter Religiosität, in den Stadttempel, die Ruprechtskirche und die Moschee des Islamischen Zentrums.

Da wir als jüdisches Museum die religiöse “Blütenlese” naturgemäß von der jüdischen Tradition und von jüdischem Boden ausgehend betrachten wollen, lag es nahe, auch als erste Station in Wien den Stadttempel zu wählen, die Synagoge in der Seitenstettengasse.

Der “Chef” persönlich, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, führte uns durch “seine” Synagoge, wobei er besonders auch auf die zur Bauzeit (1825/26) geltende Vorschrift, nichtkatholische Gotteshäuser verborgen zu bauen, einging. Nach der Führung ließ er genügend Raum für Fragen der über 40 ExkursionsteilnehmerInnen aus Eisenstadt, Niederösterreich und Wien (Umgebung). Wenn das Programm an diesem Nachmittag – ganz bewusst – nicht so dicht gedrängt gewesen wäre, hätten wohl alle noch lange in der Synagoge verweilen wollen, manche der Fragen wären abendfüllend gewesen ;). Am Schluss wies der Oberrabbiner noch auf die in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegene Ruprechtskirche hin, der die Synagoge auch “verdankt”, in der sogenannten Reichskristallnacht nicht in Brand gesetzt worden zu sein – um die Kirche nicht zu gefährden …

Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg

Sr. Mag.a Ruth Pucher MSC führt uns in der Ruprechtskirche

In der ältesten Kirche Wiens erwartete uns Sr. Mag.a Ruth Pucher MSC, die nicht nur auf anschauliche Weise (mit farbigen Bauklötzchen!) die Bauchgeschichte der Kirche skizzierte und uns im beeindruckenden Innenraum der kleinen Kirche führte, sondern auch grundsätzliche theologische Themenstellungen der christlichen Religion – aus katholischer Perspektive – ansprach. Sr. Pucher wies ebenfalls auf die nachbarliche Synagoge hin und darauf, dass sich die Kirchengemeinde ihrer Nähe zur Synagoge auf der einen Seite und der Nähe zum ehemaligen Hauptquartier der Gestapo auf der anderen Seite sehr bewusst ist und daran in einer jährlichen Gedenkfeier immer wieder erinnert. Aber auch drei der modernen Glasfenster von St. Ruprecht rufen eindrucksvoll zur Besinnung auf die jüdischen Wurzeln des Christentums auf.

Mit dem Bus ging es anschließend aus dem Stadtzentrum Wiens hinaus zum Islamischen Zentrum, wo uns Mag. Aiman Morad ebenfalls sehr freundlich empfing. Nach der Führung durch die beeindruckende große Moschee hatten wir die Möglichkeit zum Gespräch mit Herrn Morad in der schönen Bibliothek des Zentrums. Dabei gab er uns eine kurze Einführung in den Islam und beantwortete dann offen und geduldig alle Fragen. Die Themen reichten von der Rolle der biblischen Propheten im Islam, dem muslimischen Verständnis des Eingottglaubens und den fünf Säulen des Islam bis hin zu tagesaktuellen und sehr praktischen Problemen und Fragestellungen. Ein nicht eingeplanter kleiner Höhepunkt für uns alle war sicher der gegen Schluss auf einmal zu hörende und mit einer ausgesprochen schönen Stimme ausgeführte Ruf zum Gebet …

Wir haben in nicht einmal 4 Stunden (exklusive Hin- und Rückfahrt Eisenstadt) unmittelbar hintereinander 3 Gotteshäuser der drei monotheistischen Religionen erlebt, die Eindrücke waren viele und tief.

Ganz herzlichen Dank noch einmal von hier aus an alle Referenten/Referentinnen für die freundliche Aufnahme und danke an alle TeilnehmerInnen, die unser Angebot angenommen und den intensiven Nachmittag so geduldig mitgemacht und mitgestaltet haben.

Vor der Heimfahrt nach Eisenstadt baten wir zwei TeilnehmerInnen noch um ein kurzes Interview (Stegreif):

Wir bitten um Entschuldigung für die anfangs schlechte Tonqualität des Videos. Nach vielen Tagen Dauerregen hatten wir den ganzen Nachmittag Glück mit dem Wetter, just beim Interview setzte dann aber leider doch starker Wind und Regen ein.


Elisabeth Penzias, Wien, und Mag. Bernhard Dobrowsky, Eisenstadt


Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”: Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang, am 29. August:

Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt – mit Besuch des Martinsdoms und der evangelischen Auferstehungskirche sowie einem Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof und Synagoge.
Was: Stadtrundgang mit Besichtigungen
Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt
Führung & Eintritte frei, Anmeldung erbeten, aber nicht notwendig
In Bälde hier mehr Informationen!


Mehr Informationen finden Sie auf der Überblicksseite der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott“.

Anmeldungen:


2 Kommentare zu Religion vor Ort – Nachlese

Religion vor Ort

Eine Exkursion in den Wiener Stadttempel, die Ruprechtskirche und die Moschee des Islamischen Zentrums Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich…

Eine Exkursion in den Wiener Stadttempel, die Ruprechtskirche und die Moschee des Islamischen Zentrums

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zum zweiten Teil der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”:

Religion vor Ort: Zu Gast im Wiener Stadttempel, in der Ruprechtskirche und im Islamischen Zentrum

Wann: Donnerstag, 03. Juni 2010
Wo: Wien
Es besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Bus-Anreise aus Eisenstadt – Abfahrt vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 12.45 Uhr.
Treffpunkt in Wien ist der Eingang zum Stadttempel (Seitenstettengasse 4, 1010 Wien), 13.50 Uhr.

3 Religionen, 3 Orte religiöser Praxis: Synagoge, Kirche und Moschee sind Orte gelebter jüdischer, christlicher und muslimischer Religiosität. Der zweite Teil der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” begibt sich auf die Spur von Eigenheiten und Ähnlichkeiten dieser religiösen Räume und lädt ein zu einer Begegnung mit Religion vor Ort:

Besucht werden der Wiener Stadttempel und seine ungleiche Nachbarin, die (wohl) älteste Kirche Wiens St. Ruprecht sowie die Moschee des Islamischen Zentrums in Wien-Floridsdorf.

Durch den Stadttempel führt Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, durch die Ruprechtskirche Mag.a Ruth Pucher MC (Kunsthistorikerin, Kirchenführerin und Gemeindemitglied von St. Ruprecht), durch die Moschee des Islamischen Zentrums Mag. Aiman Morad.


  • Wiener 'Stadttempel' in der Seitenstettengasse
  • Wiener 'Ruprechtskirche, Wien
  • Moschee des Islamischen Zentrums, Wien


Bitte beachten Sie:
Die maximale TeilnehmerInnen-Zahl (in Rücksicht auf die Sicherheitsbestimmungen im Stadttempel) von maximal 40 Personen ist fast erreicht. Nach jetzigem Stand ist nur mehr 1 Platz frei ist kein Platz mehr frei! (Update, 15h) Wir ersuchen Sie deshalb, sich möglichst schnell anzumelden.
Allerdings “wackeln” einige wenige Plätze, daher gibt es eine Warteliste. Wenn Sie Interesse haben an der Exkursion teilzunehmen, ersuchen wir um Anmeldung und verständigen Sie umgehendst bei Freiwerden eines Platzes (in der Reihenfolge der Anmeldungen).

Eine Anmeldung ist möglich:

Bitte beachten Sie weiters:
Der Unkostenbeitrag für Busfahrt (Eisenstadt – Wien – Eisenstadt) und Eintritte/Führungen beträgt Euro 9, für Eintritte/Führungen (exklusive Busfahrt) Euro 5.

Bitte Ausweis mitnehmen!

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” finden Sie in unserem Übersichtsartikel.

1 Kommentar zu Religion vor Ort

WER glaubt WAS – Nachlese

Am Sonntag fand bei uns im Museum die Eröffnungs-Matinee “WER glaubt WAS” unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” statt. Obwohl wir bei der Terminwahl jüdische, christliche und islamische…

Am Sonntag fand bei uns im Museum die Eröffnungs-Matinee “WER glaubt WAS” unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” statt. Obwohl wir bei der Terminwahl jüdische, christliche und islamische Feiertage sowie viele Veranstaltungen in unserer Region bedacht hatten, den Wiener City-Marathon und die damit verbundenen Verkehrshindernisse haben wir übersehen. Trotzdem konnten sowohl die Referenten als auch die BesucherInnen aus Wien rechtzeitig eintreffen und die Matinee fast pünktlich beginnen. Etwa 60 Interessierte waren nach Eisenstadt gekommen, unser Birnbaum-Auditorium war voll besetzt.

Die Referenten schafften tatsächlich das schier Unmögliche, oder – wie es Rabbiner Hofmeister ausdrückte, die Quadratur des Kreises -, nämlich ihre eigene Religion in knapp 20 Minuten vorzustellen, das Selbstverständnis ihrer Religion zu erläutern und auf das Verhältnis zu den jeweils beiden anderen Religionen einzugehen. Das Publikum wiederum nützte die Präsenz der geballten Kompetenz in Person unserer Referenten zu angeregten Diskussionen. Bloß die Schlussrunde geriet ein bisschen zu kurz, aber wir werten es als gutes Zeichen, wenn nach 90 Minuten das Interesse ungebrochen ist ;)

Auch hier nochmals ein herzliches Dankeschön den Referenten und allen BesucherInnen!

Um Sie ein wenig teilhaben zu lassen an unserer Matinee, im Folgenden 3 2 Videos mit Ausschnitten aus den Impulsreferaten. Am Tisch die Referenten und mein Mitarbeiter Christopher Meiller, der die Veranstaltungsreihe kuratiert und die Matinee moderiert hat.
(Bitte um Entschuldigung für die amateurhafte Qualität, es war mein erster Versuch überhaupt mit einer Videokamera.)

Bitte besuchen Sie (hinkünftig) auch unseren neu eingerichteten YouTube-Kanal.


Ausschnitt aus dem Impulsreferat von Dr. Peter Zeillinger, Wien.


Ausschnitt aus dem Impulsreferat von Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan, Wien.


Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”: Exkursion am 03. Juni:

Wir besuchen den “Wiener Stadttempel” (es führt uns Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg), die Ruprechtskirche und das Islamische Zentrum.

Bitte beachten Sie, dass für diese Veranstaltung eine Anmeldung bis spätestens 26. Mai 2010 nötig ist (maximal 40 Personen). Es sind derzeit noch Plätze frei.


Mehr Informationen finden Sie auf der Überblicksseite der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott“.

Anmeldungen:


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Bild der Woche – WER glaubt WAS

Die erste Veranstaltung unserer Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” ging vor einer Stunde zu Ende, vor wenigen Minuten verließen die letzten Gäste das Museum. Wir freuen uns über…

Die erste Veranstaltung unserer Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” ging vor einer Stunde zu Ende, vor wenigen Minuten verließen die letzten Gäste das Museum. Wir freuen uns über einen vollen Vortragssaal, hervorragende Referate und eine angeregte Diskussion.

von links nach rechts: Peter Zeillinger, Ednan Aslan, Schlomo Hofmeister

Unsere Referenten
(von rechts nach links: Rabbiner Schlomo Hofmeister, Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan und Dr. Peter Zeillinger)

In Bälde werden wir hier im Blog eine Nachlese mit Kurzvideos der einzelnen Referate bringen …

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